Yamamoto inszeniert im Victoria and Albert Museum

Yohji Yamamoto at the V&A
In diesem Frühjahr wird der japanische Designer Yohji Yamamoto mit einer Solo-Ausstellung in der Victoria Albert Museum gefeiert. Er ist der wohl weltweit einflussreichste und zugleich rätselhafteste Moderschöpfer.

Die Ausstellung ist als Installation konzipiert und ist zugleich eine Retrospektive. Der Blick zurück auf das Werk zeigt wie eindrucksvoll der kreative Kopf immer am Puls der Zeit entworfen hat.

Dieser Rückblick auf das Werk beginnt mit dem Debut vor 30 Jahren in Paris und zeigt über 80 Werke.

Er hat immer herausgefordert, provoziert und gleichzeitig inspiriert.

Die Entwürfe werden wie Objekte an den Mannequins ausgestellt und inszeniert. Die Schatten der Exponate treten mit dem Raum in einen Dialog. Weit über die Grenzen des einzelnen Raum hinaus breiten sich die inszenierten Objekte in die

Yohji Yamamoto Satellite display in the Norfolk Gallery
Gestellt in versteckten Ecken des Museums, schaffen die Silhouetten einen direkten Dialog zwischen Yamamoto Arbeit und die verschiedenen Räumen, in denen sie angezeigt werden. Der Blick wird in den Norfolk House Music Room und in den John Madejski Garten geleitet. Zwischen den Keramiken und Skulpturen und vor den Gemälden wirken die textilen Hüllen wie Gerufene aus einer anderen Zeit. Dem langjährigen Begleiter von Yohji Yamamoto, der Szenografie und Lichtgestalter Masao Nihei, ist eine grossartige Ausstellung gelungen.


Über 60 Kleidungsstücke aus Yamamotos Womenswear und Menswear Kollektionen sind durch eine Mixed-Media Projektion begleitet. Die Timeline zeigt Ausschnitte aus seinen Modenschauen, Filme und Performances, Grafik und weitere Materialien wie Fotos, die seine Karriere kontextualisieren.

Yohji Yamamoto Satellite display in the Norfolk

Das Leben Yamamotos
Yohji Yamamoto wurde in Tokio im Jahr 1943 geboren und studierte an der Keio-Universität dann am Bunka Fashion College, und bis 1972 führte er seine eigene Firma Y’s Incorporated. Von Beginn seiner Karriere an war Yamamotos Arbeit eine Herausforderung der Konventionen der Mode Die asymmetrischen Schnitten und scheinbar wenig schmeichelhaften Kurven seiner frühen Arbeiten widersprachen dem gängigen Geschmack. Nie hat er sich den Konventionen angebiedert – immer ist er eigenständig seinen Weg gegangen. Und die Modewelt konnte ihn gerade wegen dieser Eigenständigkeit nicht ablehnen. Yamamotos Entwürfe haben die Vorstellung von Schönheit in der Mode umgeschrieben, und die spielerische Androgynität in seiner Arbeit schafft neue Modalitäten der geschlechtlichen Identität. Seine Kollektionen werden anerkannt und unterwandern Geschlechterstereotypen.

Frauen tragen heute Kleidungsstücke, die traditionell mit Herrenmode verbunden waren.

Yamamotos Stoffe sind von zentraler Bedeutung für in den Kleidern und sind das Markenzeichen seiner Arbeit. Traditionelles Handwerk aus Kyoto, sind in seinen Textilien häufig. Die Verwendung traditioneller japanischer Färbetechniken und Stickereien wie Shibori und Yu-zen entfalten ihre Schönheit. Die Ausstellung wird auch Yamamotos Wegbegleitern gerecht und zeigt deren Input zu einer wunderbaren Welt, wie sie vor uns steht. Die verschiedenen Partnerschaften mit dem Modefotografen Nick Knight, dem Grafiker und Designer Peter Saville, dem Art Director Marc Ascoli und M / M (Paris), der Choreografin Pina Bausch und Filmemacher Takeshi Kitano sowie Wim Wenders unter vielen anderen, werden aufgezeigt.

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