Zürcher Kunstgesellschaft wählt Philipp Hildebrand zum Präsidenten

Zürcher Kunstgesellschaft wählt Philipp Hildebrand zum Präsidenten
Philipp Hildebrand, Präsident der Zürcher Kunstgesellschaft ab 1. Juli 2022. (Foto © Patricia von Ah)

Zürich – An ihrer 127. Generalversammlung hat die Zürcher Kunstgesellschaft Dr. Philipp M. Hildebrand zum Präsidenten gewählt. Der Jahresbericht 2021 wurde verabschiedet. Mit 382’600 Besucherinnen und Besuchern weist das Kunsthaus ein Wachstum bei den Eintrittszahlen von 69 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus. Der Direktionswechsel erfolgt bereits per 1. Oktober 2022.

Gestützt auf Art. 27 Abs. 1 lit. a der Covid-19-Verordnung 3 fand die Generalversammlung am 30. Mai schriftlich statt. Von den aktuell stimmberechtigten 23’271 Mitgliedern des Trägervereins des Kunsthaus Zürich gingen 4’005 gültige Stimmen ein. Dr. Philipp M. Hildebrand, der frühere Präsident der Schweizerischen Nationalbank, aktuell Vice Chairman von BlackRock, Stiftungsrat der Abegg-Stiftung und Trustee des British Museum, erhielt 2’540 Stimmen (63,4 %). Er tritt das Amt am 1. Juli 2022 an. Mit grosser Mehrheit wurde auch Dr. Conrad M. Ulrich als Mitglied des Vorstands für weitere drei Jahre bestätigt. Genehmigt wurden der Jahresbericht und die Jahresrechnung 2021. Das Mandat der Revisionsstelle PricewaterhouseCoopers wurde erneuert.

REKORDHOHE MITGLIEDERZAHLEN. JAHRESVERLUST VERRINGERT.
Der Mitgliederbestand hatte 2021 einen neuen Höchststand von 24’498 erreicht (Stand 30.9.21). Dies entspricht einem Zuwachs von 3’682 Mitgliedern gegenüber dem Vorjahr. Die Eintrittszahlen rangieren unter den höchsten der letzten zwanzig Jahre. Trotz Pandemie wurden 382’603 (Vorjahr 226’154) verzeichnet. Beim Betriebsergebnis konnte der Verlust deutlich verringert werden. Er bleibt pandemiebedingt jedoch noch bei CHF –482’431 (Vorjahr CHF –980’952). Da sich die Zürcher Kunstgesellschaft in normalen Zeiten mehrheitlich aus eigenen Mitteln finanziert, konnten Ausfall- und Kurzarbeitsentschädigungen die Summe der entgangenen Einnahmen nicht ausgleichen. Zudem schlugen der Umzug in den Chipperfield-Bau und die Neuhängung im Bestand mit höheren Ausgaben zu Buche als geplant.
Der Jahresbericht ist auf www.kunsthaus.ch/jahresbericht21 veröffentlicht.

PROGNOSE FÜR DAS LAUFENDE JAHR
Für 2022 rechnet der Vorstand noch einmal mit einem Verlust. Zum einen werden nach dem Abflauen der Pandemie die Nebeneinnahmen des Museums aus dem Vermietungsgeschäft erst langsam wieder ansteigen. Zum anderen dürften die seit Jahresbeginn signifikant steigenden Beschaffungskosten von Energie und Verbrauchsmaterial sowie Preissteigerungen bei Transport und Versicherung von Leihgaben aus dem Ausland die Rechnung zusätzlich belasten. Die Besucherzahlen hingegen sind vielversprechend. Seit Jahresbeginn konnte das Kunsthaus bereits mehr als 200’000 Eintritte verzeichnen.

STABWECHSEL IN DER KUNSTHAUS-LEITUNG PER OKTOBER 2022
Direktor Dr. Christoph Becker sieht seine wichtigste Aufgabe – die Realisierung der Kunsthaus-Erweiterung – erfüllt und zieht sich wie angekündigt im laufenden Jahr schrittweise zurück. Nachdem Ann Demeester ihre Funktion als Direktorin des Frans Hals Museums in Haarlem niedergelegt hatte, begann ihre Einarbeitung am Kunsthaus. Seit Februar ist sie eine Woche pro Monat in Zürich für interne Gespräche. Im Sommer verlegt Ann Demeester ihren Wohnsitz nach Zürich und steht dem Kunsthaus ab August in Vollzeit zur Verfügung. Damit sind die Voraussetzungen erfüllt, dass die neue Direktion bereits ab Oktober 2022 die Verantwortung für die Leitung des Kunsthauses übernehmen kann. Der gemeinsam von der alten und der neuen Leitung erfolgte Vorstoss, den Stabwechsel um drei Monate vorzuziehen, wird vom Vorstand und dem neuen Präsidium unterstützt.

EIN KUNSTHAUS FÜR MEHR ZUSAMMENHALT IN DER GESELLSCHAFT
Dr. Philipp M. Hildebrand dankt den Mitgliedern der Zürcher Kunstgesellschaft für das in ihn gesetzte Vertrauen: «Den Vorstand der Zürcher Kunstgesellschaft zu leiten, erachte ich als ehrenvolle, spannende und sozial wertvolle Aufgabe. Gemeinsam mit der zukünftigen Direktorin Ann Demeester ist es mir ein Anliegen, das Kunsthaus nicht nur als Museum, sondern darüber hinaus als kulturelle Plattform für sozialen und politischen Austausch zu positionieren. Die Kunst soll dabei stets im Mittelpunkt stehen. Sie soll den Besuchenden und der Öffentlichkeit neue Wege aufzeigen, sich mit alten und neuen gesellschaftspolitischen Problemstellungen konstruktiv auseinanderzusetzen und den Humanismus und den Zusammenhalt in der Gesellschaft fördern.» (Zürcher Kunstgesellschaft/mc/ps)

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