Storytelling als Aufmerksamkeitsbooster

Storytelling als Aufmerksamkeitsbooster
Bitte keine Lügengeschichten à la Münchhausen – im Storytelling soll Vertrauen aufgebaut werden (Bild: Pixabay @ Wikilmages (CCO public domain))

Storytelling ist in aller Munde. Inzwischen gilt es als ein Königsweg in der Unternehmenskommunikation und als effektives und vielfältiges Marketinginstrument auf mehreren Kanälen.

Immer mehr Unternehmen nutzen Storytelling, um Verbindungen zu ihren Zielgruppen zu schaffen, Nahbarkeit zu vermitteln oder Unternehmensziele verständlich zu machen.

Storytelling, Formen und Zielgruppen

Jeder mag Geschichten, sie haben eine fast unwiderstehliche Anziehungskraft auf den Menschen. Eine gute Geschichte funktioniert jedoch nur, wenn der Erzähler sich nicht verstellt und auch bereit ist, etwas über sich zu offenbaren. Das ist bei jeder Definition von Storytelling gleich. Wenn sich ein Unternehmen dazu entscheidet, Stories einzusetzen, vermitteln sie automatisch Werte wie Offenheit und Vertrauen.

Dabei ist es egal, an wen sich die Kommunikation wendet, mithilfe des Storytelling wird derjenige, der die Geschichte erzählt, zu einem glaubwürdigen Verkäufer, ohne den anderen zu überreden. Auch für die interne Identitätsstärkung innerhalb des Unternehmens oder zur Schulung ist die Erzählmethode einsetzbar. Je nach Zielgruppe entsteht dabei eine andere Form. Geschichten lassen sich über verschiedene Bereiche des Unternehmens erzählen:

  • Unternehmensgeschichte
    Was ist die Entstehungsgeschichte des Unternehmens?
  • Markengeschichte
    Wie hat sich die Marke bis heute entwickelt?
  • Produktgeschichte
    Wie kam es zu dem Produkt, woher kam die Idee, wie hat es sich weiterentwickelt?
  • Erfahrungsberichte oder Referenzberichte
    Was haben Mitarbeiter oder Kunden im Zusammenhang mit dem Unternehmen, der Marke oder dem Produkt erlebt?

Die Macht von Story und ihren Bildern sind gerade in Seminarzusammenhängen besonders effektiv einsetzbar.

Storytelling in verschiedenen Zusammenhängen anwenden
Beim Erzählen einer Geschichte geht es um die Vermittlung von bestimmten Inhalten. In welcher Aufmachung die Story und die Botschaft vermittelt werden, ist bei jedem Unternehmen unterschiedlich. Es gibt viele Variationen und Einsatzgebiete, mit verschiedenen Wirkungen.

  • Videoformate
    Storytelling in Form von Erklärvideos können auf der Unternehmenswebsite, bei Präsentationen oder im E-Learning zum Einsatz kommen. So kann ein bestimmtes Produkt oder ein Dienstleistungsmodell erklärt werden. Erklärvideos eigenen sich besonders gut um komplexe Inhalte unterhaltsam und nachhaltig auf den Punkt zu bringen. Dank des eingesetzten Storytelling und der sympathischen Protagonisten lassen sich sogar eher langweilige und sperrige Themen aufmerksamkeitsstark an die Zielgruppe vermitteln.
  • Print-Präsentationen
    Die eigene Unternehmensgeschichte macht sich auch gut in gedruckter Form. Printwerbung ist beim Cross Media-Marketing durchaus nicht so unmodern, wie heute angenommen. Auch in Unternehmensbroschüren oder Flyern kann Storytelling sehr effektvoll zum Einsatz gelangen. Printmedien suggerieren immer noch eine hohe Glaubwürdigkeit.
  • Seminar, Workshop oder Meeting
    Vor allem Videos zu Beginn eines Meetings, eines Kongresses oder eines Workshops eignen sich sehr gut als Augenöffner und Aufmerksamkeitsbooster – so lassen sich auch komplexe Zusammenhänge leicht verdaulich präsentieren.

Mittels Bewegtbilder lassen sich Geschichten besonders sympathisch und vertrauenserweckend transportieren.

Warum Storytelling?
In Zeiten zunehmender Komplexität und neuer Produkte und Prozesse haben Kunden immer größere Schwierigkeiten, den Überblick zu bewahren und zu filtern. Die fortschreitende Digitalisierung wirkt auf viele einschüchternd und bedrohlich. Ein fortschreitender Vertrauensverlust ist in verschiedenen Gesellschaftsbereichen feststellbar und hat stets negative Auswirkungen. Ob KMU oder größeres Unternehmen – Storytelling ist eine wirksame Methode, um Vorurteile zu beseitigen sowie gemeinsame Identitäten zu stärken. Ein schönes Beispiel ist die Story der „Marke Schweiz“ – und wie die Geschichte der Entwicklung des Schweizer Söldners zum unabhängigen Eidgenossen in hohem Maße identitätsstiftend für ein ganzes Volk wirken kann.

Um die Story eines Unternehmens wirkungsvoll zu erzählen, muss man die verschiedenen Ebenen der Erzählmethode kennen und die richtigen Fragen stellen können.
Warum soll eine Geschichte erzählt werden? Wer ist die Zielgruppe? Warum gibt es diese Marke/das Unternehmen/ein Produkt/eine Dienstleistung? Wer erzählt die Geschichte? Erzählt man von Rückschlägen? Wie kann ich die Story den verschiedenen Kommunikationskanälen anpassen?

Oft haben es dabei kleinere Unternehmen leichter als große Konzerne. Die bereits publizierten Kommunikationsmittel sind leichter zu kanalisieren als bei einem Großkonzern mit einer langen und vielleicht belasteten Historie. Nicht jede Story-Darbietung passt zu jedem Unternehmen. Doch das Wichtigste beim Storytelling ist, dass eine Geschichte glaubwürdig ist und wirklich gelebt werden muss. Denn der Zuhörer jeder Geschichte will sie gerne glauben und nimmt die Unwahrheit letztendlich übel. Außer es handelt sich um reine Märchengeschichten. (ss/mc/hfu)

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