Nicole Heimann: Der Weg zum Erfolg – Frauen als Führungskräfte

Von moneycab - 07:56

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Nicole Heimann, CEO der Nicole Heimann & Partners AG

Frauen sind in höheren Positionen in vielen Bereichen weiterhin unterrepräsentiert, obwohl sie die Hälfte des Personalbestandes und mehr als die Hälfte der neuen Universitäts-Absolventen in der EU ausmachen. Von den 7,2 Millionen Menschen, die Management-Positionen in der EU besetzen, sind 65 % Männer – und nur 35 % Frauen. Weiterhin verdienen Männer in diesen high-Profile Positionen 23 % mehr als Frauen.

In der Schweiz sind mehr als ein Fünftel aller Vorstandsmitglieder Frauen. Diese Zahl ist nach Jahren der Stagnation erstmals leicht angestiegen. Tatsächlich ist der Anteil von Frauen in den Verwaltungsräten der 100 grössten Unternehmen in der Schweiz „von 6 % auf 8 % geklettert, und damit in einem Jahr um so viel angestiegen wie in den letzten zehn Jahren zusammen,” meldet der 2017 Schilling Report:„Transparency at the Top“. Von den führenden Management-Positionen in mittelgrossen Unternehmen landesweit nehmen Frauen laut dem Beratungsunternehmen Ernst & Young nur 19 % ein. Es ist klar, dass Schweizer Unternehmen damit beginnen müssen, ehrgeizige Ziele zu setzen, wenn sie mit anderen westeuropäischen Ländern Schritt halten wollen.

Um mehr Frauen in diese Management-Positionen aufzunehmen, müssen Unternehmen ihre Ärmel hochkrempeln und auf eine offene Unternehmenskultur hinarbeiten, die systematisch junge, talentierte Frauen fordert. Wie können Schweizer Unternehmen also diesen Weg einschlagen, um mehr Frauen in führenden Positionen zu beschäftigen? Alles beginnt mit einem Wandel in der Wahrnehmung: Der erste Schritt besteht darin, dass Frauen, die bereits Führungspositionen besetzen, ins Rampenlicht rücken, als Vorbilder fungieren und andere Frauen inspirieren.  Anlässlich des Internationalen Frauentags hat Nicole Heimann & Partners AG mit einigen Frauen in bedeutenden Positionen gesprochen, um herauszufinden, warum sie ihre Führungsrollen ausüben, welche Herausforderungen sie auf ihrem Weg gemeistert haben und damit andere Frauen inspirieren können.

Die Perspektive wechseln
Statistiken über Frauen in Management-Positionen werden immer und immer wiederholt. Anstatt uns auf die Tatsache zu konzentrieren, dass Frauen unterrepräsentiert sind, finden wir, dass es uns weiter bringt, Frauen hervorzuheben, die bereits Führungspositionen besetzen– um somit die Perspektive zu wechseln.  Obwohl wir uns oft in einer Unternehmenskultur finden, die männliche, extrovertierte Führungskräfte privilegiert (maskulin, Alphamann, sozial, kühn und selbstbewusst), haben Frauen gelernt, mit dieser Kultur umzugehen und geschlechtsspezifische Hürden zu bewältigen.

Ausserdem hat die Forschung immer wieder gezeigt, dass Diversität innerhalb eines Unternehmens Innovation und Wachstum fördert. Folglich haben erfolgreiche Unternehmen in der Schweiz belegt , dass sie durch aktive, konkrete Massnahmen für die Förderung von Frauen in Führungspositionen, mehr unternehmen. In einem Report von Ernst & Young über Frauen und höhere Management-Positionen in der Schweiz haben diejenigen Unternehmen, die ihre finanzielle Situation mit „gut“ und „auf dem Weg zu Verbesserungen“ bewertet haben, 20 % Frauen auf der obersten Führungsebene beschäftigt, während Unternehmen, die ihren finanziellen Status mit „schlecht“ bewertet haben, nur 16 % Frauen beschäftigen. Die Besetzung von Frauen in Führungspositionen führt auch zu Rentabilität. In einem Paper vom Peterson Institute for International Economics zeigen Umfragen, dass „keine Beschäftigung von Frauen in der Unternehmensleitung (CEO, Vorstand und andere leitende Positionen) verglichen mit einem Frauenanteil von 30 % mit einer Rentabilitätssteigerung von 15 % korreliert.”

Es wäre aber falsch, Geschlechtergleichheit im Management auf Rentabilität zu reduzieren. Diversität in Einstellungen, Führungsstrategien und Entscheidungsfindungen in der Geschäftsleitung führen allesamt zu innovativen Strategien, welche das Wachstum eines Unternehmens fördern – finanziell und auch kulturell. Ausserdem wird es jungen, ehrgeizigen Frauen Mut machen, wenn sie erfolgreiche Frauen in Führungspositionen sehen und die Perspektive von Schwierigkeiten zu Erfolgsgeschichten wechseln.

Erfolgsgeschichten
Sandra Lienhart, CEO bei der Bank Cler seit Juni 2017, war eine der ersten Frauen überhaupt, die CEO bei einer schweizer Bank geworden ist. Sie leitet etwa 550 Angestellte und ist Mitglied der Konzernleitung der Basler Kantonalbank. Frau Lienhart hat sich immer selbst mittels Selbstreflektion herausgefordert und sagt, dass sie nie wegen ihres Geschlechts zurückgehalten worden ist: „In meiner Karriere hat es nie eine Rolle gespielt, dass ich eine Frau bin.“ Eine starke Eigenwahrnehmung und das gut Kennen der eigenen Fähigkeiten und Stärken ermöglichten es ihr die Herausforderungen auf dem Weg zum Erfolg zu meistern..Bei jeder Weggabelung hat Frau Lienhart sich versichert, dass ihr Engagement auf Herzblut und Leidenschaft gegründet war. „Wenn mir ein Job angeboten wurde, habe ich mich deshalb gefragt: Will ich diesen Job überhaupt? Schlägt mein Herz für diese Aufgabe? Bringt er mir die Erfüllung, die ich suche?“ fügt sie hinzu.

Trotzdem erkennt Frau Lienhart die Tatsache an, dass Frauen oft von ihrer Bescheidenheit zurückgehalten werden. „Man muss herausfinden, worin seine Fähigkeiten und persönlichen Stärken liegen. Dann ist es wichtig, sich ein Ziel zu setzen und sich ihm zu verpflichten. Als Frau muss man lernen, ein gesundes und sportliches Selbstvertrauen zu entwickeln, um voranzukommen,” erklärt sie und ruft Frauen auf, „Herausforderungen anzunehmen, auch wenn man zuerst nicht zu 100 % auf die Aufgabe vorbereitet ist. Man wächst mit neuen Aufgaben heran und entwickelt fortlaufend neue Fähigkeiten.“ Ihre handlungsorientierte und proaktive Sichtweise darauf, was Frauen tun können, um bedeutende Positionen zu erreichen, geht Hand in Hand mit ihrer Führungsphilosophie. Die kürzlich eingestellte CEO glaubt an eine Firmenkultur, die auf „Respekt, Glaubwürdigkeit, Vertrauen und Transparenz“ basiert. Damit diese Kultur gedeihen kann, müssen Personen, die ein Team leiten, ihre führende Funktion mit einer inneren Haltung von Selbstbewusstsein und Zuversicht tätigen. Wenn andere Frauen im Team der Bank Cler eine Frau wie Frau Lienhart sehen, die mit Introspektion und Souveränität führt, kann sie das inspirieren, diese Fähigkeiten selbst zu entwickeln.

Für Kristine Braden, Managing Director für die Schweiz, Monaco und Liechtenstein bei der Citigroup in der Schweiz war es ein essenzieller Teil ihres Wegs zum Erfolg, zu wissen, dass ihre Fähigkeiten als Führungsperson ihren grössten Wert darstellen. „Ich habe meine Kinder eines Tages, als sie noch jung waren, gefragt, zu welchem Zweck ihr Vater und ich, ihrer Meinung nach auf die Welt gekommen sind. Meine Tochter hat keinen Moment gezögert und gesagt: ‘Mama ist eine geborene Anführerin.’ Ich bin total erschrocken.” Obwohl die Tochter Frau Braden nicht in einem geschäftlichen Umfeld erlebt, war ihr aufgefallen, dass ihre Mutter Fähigkeiten in diesem bestimmten Bereich besitzt: Führungsstärke. Frau Braden ist auch die erste Frau im Verwaltungsrat der Swiss Bankers Association und Präsidentin von Advance, einem Netzwerk, welches das Wachstum des Frauenanteils in Management-Positionen in der Schweiz fördert.

Frau Bradens Weg zum Erfolg war aber nicht leicht. Sie ist seit über 20 Jahren im Bankgeschäft, hat das Platzen der Dotcom-Blase, die Folgen der SARS-Epidemie während ihrer Tätigkeit in Hong Kong, sowie die Finanz- und die Eurozone-Krise miterlebt. Frau Braden hat aber durch die Arbeit zur Bewältigung dieser Krisen die Führungsqualitäten gewonnen, die sie dahin gebracht haben, wo sie heute ist. „Oft haben Menschen in mir etwas gesehen, das ich in mir gar nicht unbedingt erkannt hatte – und das hat mir die Zuversicht dafür gegeben, weiterzumachen“ erklärt sie bezugnehmend auf den Anfang ihrer Karriere. Um diese Herausforderungen zu überwinden, war Frau Braden gezwungen, ihre Fähigkeiten an die sich wandelnde Umgebung des Marktes anzupassen, zu lernen, wie sie verschiedene Elemente ihres Lebens jonglieren konnte, und die Unternehmenskultur, die jede neue Arbeit und jeder neuer Ort mit sich brachte, zu verstehen.

Wie Frau Lienhart denkt auch Frau Braden nicht unbedingt, dass sie durch ihr Geschlecht zurückgehalten wurde. Sie hat aber ihre Karriere im Bankwesen in einem jungen Alter aufgenommen und den Nachteil davon gespürt, jung in der Industrie zu sein. „Ich war relativ jung für einige der Positionen, die ich hatte. Eine meiner Herausforderungen war es, immer zu versuchen, schon früh in Beziehungen mit Klienten oder internen Partnern Glaubwürdigkeit aufzubauen, damit sie über mein Alter hinwegsehen würden… Das hat manchmal bedeutet, dass ich mehr oder auch länger arbeiten musste.”

Erst wenn Frauen einmal höhere Positionen erreicht haben, beginnen sie andere Nuancen der Unternehmenskultur wahrzunehmen. „Das ist kein Gender-Thema,“ sagt sie, sondern hat eher mit etwas zu tun, was Frau Braden „kulturelle Affinität“ nennt. Frau Braden glaubt, dass Führungskräfte sich darauf konzentrieren sollten, vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen, um sich in dieser neuen Umgebung zu orientieren. Durch Anpassungsfähigkeit, Beobachtungen und konsequente Kommunikation können Führungskräfte eine Umgebung von Glaubwürdigkeit schaffen, die zu einer offenen Unternehmenskultur führt.

Ähnlich wie Frau Lienhart hat auch Frau Braden beobachtet, dass Frauen oft Opfer ihrer eigenen Bescheidenheit werden können. „[Frauen können] sich ein bisschen mehr vom Erfolg zuschreiben. Frauen sollen sich die Tatsache, dass sie wirklich einen tollen Job machen, mehr eingestehen und nicht so bescheiden mit ihren Resultaten  sein oder überanpassend gegenüber ihrem Team sein,“ gibt sie zu. Die Leiterin bei der Citigroup denkt aber auch, dass dies eine positive Eigenschaft von Frauen ist: „Das ist auch eine der Sachen, die Frauen so kraftvoll machen … Dass es sich nicht alles um sie selbst dreht, sondern dass es oft um die Team-Arbeit geht, die sie leisten.“ Dieser Sinn von Bescheidenheit, den die beiden Führungspersonen erkannt haben, resultiert oft darin, dass Frauen eher risikoscheu sind,:  „Man muss bereit sein, Herausforderungen aus der Komfortzone anzugehen . Frauen sind eher risikoscheu und das ist ein Thema, bei dem wir Frauen helfen müssen, darüber hinwegzukommen, damit sie sagen können: ‘Eigentlich kann ich den Job machen, ich will den Job machen und ich will in meiner Stelle lernen und wachsen’,“ bekräftigt Frau Braden.

Die Kraft der Authentizität
Authentische Führungskräfte bringen sich selbst komplett in ihre Position bei der Arbeit ein. Sie interagieren mit jedem vollständig und offen und schaffen dabei die vertrauensvollen Beziehungen, die Frau Braden in ihrem Interview beschreibt. Laut dem Stanford Centre for Women’s Leadership wird oft von Frauen erwartet, dass sie dem “tightrope bias” lernen zu navigieren, das heisst, sowohl kompetent (mit den stereotypisch männlichen Eigenschaften Konkurrenzdenken und Durchsetzungsvermögen) als auch teilnahmsvoll (mit den stereotypisch weiblichen Eigenschaften Fürsorge und Sensibilität) angesehen werden.” Studien haben gezeigt, dass in Firmen die am häufigsten unterdrückten Verhaltensweisen, diejenigen waren, welche als feminin wahrgenommen wurden.

In ihrer gesamten Karriere hat Frau Braden immer den Anspruch an sich selbst gehabt, so authentisch wie möglich zu führen . Die Wirksamkeit der Authentizität hat sich in ihrem Fall in vielen Varianten ausgeprägt :,Glaubwürdigkeit herstellen, Vertrauen aufbauen, Transparenz in Kommunikation sowie die Förderung ihrer Anpassungsfähigkeit. „Man verschwendet so viel Energie, wenn man nicht man selbst ist. Jemand hat mir einmal gesagt: ‘Konzentriere dich nicht auf deine Schwächen, stärke deine Stärken.’ Ich denke, dass das viel Sinn ergibt. Warum nicht auf die Dinge konzentrieren, bei denen ich gut sein werde oder gut sein will, anstatt zu versuchen, die Dinge zu korrigieren, bei denen ich nicht gut sein werde?”

Während Frauen sich von diesen beiden Vorbildern inspirieren lassen, lernen zu ihrem Erfolg zu stehen, werden sie noch erfolgreicher sein, wenn sie dies verbunden mit ihrer Authentizität tun.

Wenn in der Unternehmensleitung eine Frau authentisch führt, können die Leadership Alliance und alle andere Mitarbeitenden vertrauensvolle Beziehungen und gesunde Feedback-Loops schaffen. Ausserdem wird dies andere angestellte Frauen ermutigen, in ihre Stärken und Fähigkeiten zu investieren und zu lernen, gesunde Kommunikationsfähigkeiten zu entwickeln.

Es ist Internationaler Frauentag und obgleich wir vielleicht noch einen langen Weg vor uns haben, welch besseren Weg zu feiern als dadurch, uns von erfolgreichen, weiblichen Führungskräften inspirieren zu lassen? Die Schweiz ist zwar vielleicht (noch) nicht an der Spitze im Gleichstellungs-Index für die Geschlechter, aber viele Organisationen drängen mittlere und grosse Unternehmen, mehr talentierte Frauen in ihrem Management und ihren Verwaltungsräten einzustellen. Mit dem, was sie tun, leisten diese Organisationen einen bewussten Beitrag dazu, den Fokus weg von den Herausforderungen, auf die Frauen stossen, und hin auf das Finden von Lösungen zu richten, um die Vertretung von Frauen in Management-Positionen zu steigern. Advance, die Organisation, bei der Kristine Braden Präsidentin ist, zielt darauf ab, sicherzustellen, dass bis 2020 Frauen 20 % aller Führungspositionen in ihren Mitgliedsunternehmen einnehmen. Zu ihren Mitgliedsunternehmen gehören UBS, Hilti, Ernst & Young, die NZZ Mediengruppe, Roche, Swisscom und viele weitere. Um den 8. März zu feiern, hält die Organisation ein Event unter dem Slogan #EqualityMeansBusiness ab. Also – an alle Frauen, die führungsbereit sind: Es gibt keine Grenzen!

Über Nicole Heimann & Partners AG
Nicole Heimann & Partners AG hat sich exklusiv auf das professionelle Coaching von High Level, High Performance Individuen und Teams spezialisiert mit dem Ziel nachhaltige und tragfähige Leadership Alliances in Unternehmen zu etablieren. Nicole Heimann & Partners AG garantiert sichtbare und messbare Resultate.  Nicole Heimann verfügt über mehrfache Zertifizierungen und Ausbildungen, die alle von der ICF (International Coaching Federation) anerkannt sind und ihre Verpflichtung bezeugen, konsistent ein Coaching von höchster Qualität zu liefern. www.nicoleheimann.com

Firmeninformationen zur Nicole Heimann & Partners AG bei monetas.ch

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