CH-Schluss: SMI gibt 0,7% auf 9’485 Punkte nach

Von moneycab - 18:15

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Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag klar tiefer geschlossen. Nach unten gezogen wurde der Leitindex SMI von den defensiven Schwergewichten, welche unter der zunehmenden Risikobereitschaft der Investoren litten. Denn die allgemeine Börsenstimmung wurde von den Optimisten dominiert, was sich in steigenden Kursen an den meisten wichtigen europäischen Börsenplätzen oder auch in den USA manifestierte. Einerseits gab es positive Konjunkturanzeichen aus China und der Eurozone und andererseits keimten Hoffnungen auf eine Lösung im Handelsstreit zwischen Europa und den USA auf.

Die EU soll sich gemäss verschiedenen Quellen nach monatelangem Tauziehen auf den Beginn von Handelsgesprächen mit den USA verständigt haben. Eine Mehrheit der Mitgliedsländer will demnach am kommenden Montag das Verhandlungsmandat für die EU-Handelsbeauftragte Cecilia Malmström beschliessen, um US-Sonderzölle auf europäische Autos zu verhindern. Dies verlieh den Märkten europaweit ebenso Auftrieb, wie erste gute Geschäftszahlen von US-Grossbanken.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,67 Prozent tiefer bei 9’484,91 Punkten. Im Wochenvergleich ergab sich damit ein Minus von 0,6 Prozent. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) verlor wegen der beschränkten Gewichtung der Schwergewichte lediglich 0,13 Prozent auf 1’476,22 Punkte, während der breite Swiss Performance Index (SPI) wiederum 0,49 Prozent auf 11’344,22 Punkte zurückfiel. Von den 30 wichtigsten Aktien legten 18 zu, 11 gaben nach und Givaudan schlossen unverändert.

Star des Tages waren die Aktien von Stadler, welche – wie schon Alcon am Dienstag – stark an die Börse gekommen sind. Die Aktien des Börsenneulings eröffneten am Freitag mit 42 Franken vier Franken über dem Zuteilungspreis. Die Titel mit dem Tickersymbol SRAIL verteidigten dieses Niveau nicht nur, sondern legten bis zum Schluss gar auf 43,10 Franken zu, also gut 13 Prozent über dem Ausgabepreis von 38 Franken. Der aktuelle Börsenwert des Unternehmens beläuft sich somit auf über 4,2 Milliarden Franken.

Bei den Blue Chips überwogen die Gewinner die Verlierer leicht. Die überraschend guten Geschäftszahlen von JPMorgan und Wells Fargo beflügelten hierzulande insbesondere die CS-Aktien (+3,0%). Moderater fielen die Avancen von UBS (+1,5%) und Julius Bär (+0,6%) aus.

Die Konjunkturhoffnungen trieben aber auch diesbezüglich sensible Titel wie AMS (+3,2%), Adecco (+2,4%) oder Richemont (+1,2%) nach oben. Als Tagessieger gingen allerdings Sonova (+3,7%) aus dem Handel, gestützt von einer bestätigten Kaufempfehlung durch die Deutsche Bank. Der Analyst honoriert damit die besseren Leistungen bei den Hörinstrumenten und guten Aussichten bei Kochlea-Implantaten.

Dafür belegen die defensiven Schwergewichte im SMI/SLI die hintersten Ränge. Die Index-Elefanten Roche (-2,2%), Novartis (-1,6%) und Nestlé (-0,9%) gaben allesamt klar nach. Die am Mittwoch fulminant an der Börse gestarteten Alcon (-3,6%) büssten gar noch mehr an Terrain ein und notierten damit erstmals unter dem Eröffnungskurs von 55 Franken vom Dienstag. In Marktkreisen hiess es dazu, dass eine Sektorrotation weg von den Pharma-Titeln hin zu den Finanzwerten eingesetzt habe.

Lonza (-3,5%) kamen vor Alcon knapp um die rote Laterne herum. Das Unternehmen liegt als Pharmazulieferer ebenfalls in der Nähe der gemiedenen Branche. Belastet wurde das Papier zudem von einer Abstufung durch MainFirst auf „Neutral“ von „Outperform“.

Im breiten Markt stachen Polyphor mit einem massiven Plus von knapp 15 hervor. Das Biopharmaunternehmen hat für sein Antibiotikum Murepavadin von der US-Arzneimittelbehörde FDA den Status Qualified Infectious Disease Product in vier weiterem Indikationen erhalten. Analystenkommentare dazu fielen sehr positiv aus.

Airesis (+3,0%) erhielten von einem guten Jahresabschluss etwas Support. Der Sportartikelhersteller hat den Verlust 2018 verringert. (awp/mc/ps)

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