CH-Verlauf: Defensive weiter gefragt – SMI auf Jahreshoch

CH-Verlauf: Defensive weiter gefragt – SMI auf Jahreshoch
(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt profitiert auch am Dienstag von seiner defensiven Ausrichtung. Entsprechend kann sich der Leitindex SMI den negativen Vorgaben aus den USA und den schwächer tendieren europäischen Aktienmärkten entziehen und hievt sich auf ein neues Jahreshoch. Insgesamt bleiben die Finanzmärkte aber im Banne der US-Zollpolitik. Die Auswirkungen des Zollurteil des Supreme Courts seien noch nicht abgeschlossen, so Markteilnehmer.

Auch der USA-Iran-Konflikt und die möglichen disruptiven Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz bleiben im Blickfeld der Anleger. Die politische und handelspolitische Unsicherheit dürfte die Märkte daher wohl auch noch über längere Zeit beschäftigen. Für Impulse sorgt hierzulande die auf Hochtouren laufende Berichtssaison. So hat unter anderem die Technologiegruppe Oerlikon Zahlen vorgelegt. Nachbörslich werden zudem Resultate des Bankensoftwareherstellers Temenos sowie des Augenheilkonzerns Alcon erwartet. Makroökonomisch stehen US-Daten zum Konsumentenvertrauen, zu den Hauspreisen und zur Entwicklung der Industrie im Fokus.

Der SMI notiert gegen 11.00 Uhr bei 13’915,17 Punkten (+0,32%) und damit nahe dem Tageshoch, das Tagestief steht bei 13’845 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI steigt um 0,16 Prozent auf 2192,96 und der breite SPI um 0,22 Prozent auf 19’093,87 Zähler. Im SLI-Titel sind 19 Titel im Plus und elf im Minus.

Als grosse Stütze des SMI erweisen sich am Dienstag die Titel des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé (+1,1%). Daneben notieren auch die defensiven Givaudan (+2,2%) fester. Auch die Pharmaschwergewichte Roche (+0,6%) und Novartis (+0,1%) wirken unterstützend. Ebenfalls fester tendieren Alcon (+0,9%) vor Zahlen.

Grösste Verlierer sind Gesundheitswerte wie Galderma (-2,6%) und Sandoz (-1,4%). Ebenfalls unter Druck stehen UBS (-1,2%) und Julius Bär (-0,8%), die im Gleichklang mit anderen europäischen Banktiteln nachgeben.

Ein Augenmerk liegt heute auch auf der Techbranche, wobei die im Verlauf der Woche anstehenden Zahlen des Chip-Giganten Nvidia ein wichtiger Test sein werden. So können VAT nach den Vortagesverlusten zulegen (+2,2%) und in den hinteren Reihen rücken AMS Osram (+4,6%), Inficon (+2,7%) und Comet (+1,6%) deutlich vor.

Weitere Abgaben verzeichnen dagegen Partners Group (-0,2%), die sich damit nicht von den am Vortag erlittenen Verluste erholen können. Im Zuge der KI-Ängste waren die Titel mit einem Minus von 8,4 Prozent unter die Räder gekommen an.

Im breiten Markt springen Oerlikon um 13,0% nach oben. Der Industriekonzern überraschte mit einer positiven Auftragstendenz sowie einer hohen Sonderdividende, was Analysten als Zeichen des Vertrauens des Managements in die Verschuldungssituation werten. Auch Barry Callebaut (+3,9%) legen klar zu. Goldman Sachs bestätigte in einer Studie die Kaufempfehlung und hob das Kursziel an.

Deutlich abwärts geht es dagegen für Dormakaba (-6,8%) nach Zahlen. Galenica (-6,8%) stehen ebenfalls klar unter Druck, nachdem der Konzern vorbörslich die Schliessung der Bichsel-Produktion angekündigt hatte. Zusätzlich dürfte eine Rückstufung durch UBS belasten.

Bellevue brechen nach Zahlen und einer Dividendenkürzung um 10,6 Prozent ein. Auch Gurit (-7,7%) geben deutlich nach, belastet von Gewinnmitnahmen nach starkem Lauf sowie einer Verkaufsempfehlung von Research Partners. (awp/mc/ps)

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