Helsana verdient 2025 weniger

Helsana verdient 2025 weniger
Helsana-Hauptsitz in Dübendorf. (Foto: Helsana)

Dübendorf – Helsana hat 2025 erneut mehr Prämien eingenommen und neue Kundinnen und Kunden dazugewonnen. Belastet wurde das Ergebnis aber durch eine geringere Anlageperformance, wodurch der Reingewinn sank.

Der Krankenversicherer steigerte 2025 das Prämienvolumen um 8,6 Prozent auf 8,96 Milliarden Franken, wie er am Donnerstag mitteilte. «Wir haben zum richtigen Zeitpunkt ganz bewusst zusätzliches Risiko beim Pricing in Kauf genommen und dadurch mehr Kunden dazugewonnen», sagte Finanzchef Ronny Bächtold an der Medienkonferenz in Zürich.

Insgesamt sank das Jahresergebnis aber um ungefähr ein Fünftel im Vergleich zum Vorjahr auf 357 Millionen Franken. Grund dafür ist unter anderem die Performance der Kapitalanlagen, die sich um 1,2 Prozentpunkt auf 6,9 Prozent reduzierte.

Bächtold zeigte sich dennoch zufrieden: «Helsana ist breit diversifiziert und risikoarm aufgestellt mit einem Aktienanteil unter 20 Prozent. Wir sind eher konservativ, kein Bitcoin, kein Private Equity, und erzielen trotzdem 6,9 Prozent.»

Höhere Schaden-Kosten-Quote
Auch das versicherungstechnische Ergebnis von 43 Millionen sei erfreulich, hiess es. Insgesamt resultierte für die Gruppe aber eine um 1,2 Prozentpunkte tiefere Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) von 99,5 Prozent. Eine Combined Ratio von unter 100 Prozent bedeutet, dass die Ausgaben der Gruppe für Schäden geringer ausgefallen sind als die Prämieneinnahmen.

Dank Kostenmanagement konnte der Versicherer seine Effizienz zudem verbessern. Die Betriebsaufwandsquote verringerte sich um 0,5 Prozentpunkte auf 6,9 Prozent.

Mehr Kunden gewonnen
«Wir sind überproportional gewachsen bei den richtigen Segmenten und Produkten», sagte Helsana-Chef Roman Sonderegger. In der Grundversicherung seien 69’000 neue Versicherte gewonnen worden und man sei hinsichtlich Prämien für das Jahr 2026 gut positioniert.

Im Geschäft mit den Zusatzversicherungen verbesserte sich die Combined Ratio auf 92,4 Prozent. Dazu beigetragen habe neben dem Individualkundengeschäft das Krankentaggeldgeschäft. Auch im Unfall-Versicherungsgeschäft sei man mit einer Quote von 97,3 Prozent rentabel geblieben.

Strategisch setzt Helsana weiterhin auf Investitionen in Digitalisierung. «Wir wollen Prozesse weiter optimieren und straffen und damit auch eine Antwort auf den Fachkräftemangel finden», sagte CEO Sonderegger. Wegen steigender Effizienz müsse aber niemand um seinen Job fürchten.

Mental Health im Zentrum
Daneben will Helsana die Angebote ausbauen. «Neben unserem Kerngeschäft, dem Individualkunden- und dem Unternehmensgeschäft, wollen wir abgeleitet von den Megatrends dazu passende Themenfelder weiterentwickeln», sagte Sonderegger.

Auffällig in den gesellschaftlichen Entwicklungen seien etwa die zunehmenden mentalen Belastungen. «Jede dritte Arbeitsunfähigkeit ist auf psychische Erkrankungen zurückzuführen», so der Firmenchef. In diesem Bereich plant der Versicherer deshalb zusätzliche Services wie Präventionsangebote und Resilienz-Pakete für Unternehmen. Aber auch Bereiche wie Langlebigkeit, Kinderwunsch und Schwangerschaft oder selbstbestimmtes Wohnen ständen im Fokus.

«Die Gesellschaft ist im Wandel», sagte Sonderegger. Auf der einen Seite entwickelten sich die Ansprüche an die Gesundheitsleistungen weiter. «Es wird zunehmend sofortige umfassende Versorgung bei gleichzeitig tiefen Prämien erwartet», so Sonderegger. Gleichzeitig müsse man sich überlegen, wie man das alles bezahlen könne. (awp/mc/ps)

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