CH-Schluss: Erneutes starkes Minus – Hoher Wochenverlust

CH-Schluss: Erneutes starkes Minus – Hoher Wochenverlust
(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist am letzten Handelstag der Woche erneut im Banne des Iran-Krieges gestanden. Die Folgen des nun knapp eine Woche alten Krieges für die globale Wirtschaft, den Welthandel oder die weltweite Inflation sind noch weitgehend im Nebel. Dazu kamen am Nachmittag noch enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten. Entsprechend büsste der SMI auch am Freitag viel Terrain ein, die ganze Woche wurde für den hiesigen Leitindex zur schwächsten seit fast einem Jahr.

«Die Investoren haben nach enttäuschenden Arbeitsmarktdaten aus den USA und vor einem potenziell ereignisreichen Wochenende kalte Füsse bekommen und sich aus Aktien weiter zurückgezogen», sagte ein Händler. Die Entwicklungen im Nahen Osten würden dabei vorerst viele andere wesentliche Marktthemen überschatten.

Vor allem der starke Anstieg des Ölpreises am Freitag verunsicherte die Investoren. Bis am Abend stieg der Preis für die Nordsee-Sorte Brent um über 6 Prozent auf rund 91 US-Dollar pro Fass und damit auf den höchsten Stand seit mehr als 2 Jahren. Seit Beginn des Krieges liegt das Plus bereits bei über einem Viertel, seit Anfang Jahr sind es rund 50 Prozent mehr.

Auch an den Devisenmärkten war der Krieg ein Thema: der US-Dollar hat seit Anfang Woche an Wert zugelegt, und auch der Franken ist zum Euro auf den höchsten Stand in diesem Jahr gestiegen. Die Marke von 90 Rappen für einen Euro könnte bald fallen. Zuletzt mussten nur noch 90,2 Rappen für die Gemeinschaftswährung bezahlt werden.

Der hiesige Leitindex SMI verlor zum Handelsschluss 1,52 Prozent auf 13’095,55 Punkte, im Tagestief am Nachmittag war er gar knapp unter die Marke von 13’000 Zählern gefallen. Auf Wochensicht ergab sich ebenfalls ein tiefrotes Ergebnis. Der Wochenverlust von 6,6 Prozent entspricht dem grössten seit Ausrufung des sogenannten «Liberation Day» Anfang April 2025. Damals hatte US-Präsident Donald Trump seine weltweiten US-Zölle angekündigt und der SMI verlor in jener Woche 9,3 Prozent.

Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte büsste am Freitag mit -0,81 Prozent auf 3017,26 Punkte etwas weniger ein als der SMI. Der Gesamtmarkt gemessen am breiten Swiss Performance Index (SPI) schwächte sich derweil um 1,38 Prozent auf 18’099,81 Punkte ab. Die Nervosität am Markt zeigte sich auch am Volatilitätsbarometer VSMI – auch Angstbarometer genannt: Er stieg innerhalb einer Woche um die Hälfte.

Von seinen 20 Einzeltiteln im SMI schlossen 18 tiefer, nur Swisscom (+0,5%) und Nestlé (+0,1%) schafften es ins Plus. Die Papiere des Nahrungsmittel-Herstellers profitierten dabei von seiner generell defensiven Ausrichtung und der News, dass zumindest der Tod eines Babys in Frankreich nicht im Zusammenhang mit der Verunreinigung von Nestlé-Säuglingsmilch durch ein Toxin steht.

Die ebenfalls defensiven Pharma-Schwergewichte hatten derweil mehr Mühe, vor allem die Roche-GS (-2,9%) schlossen tief im Minus. Der Pharmakonzern hatte am Vorabend Studienergebnisse für den Prüfwirkstoff Petrelintide zur Behandlung von Übergewicht und Adipositas gemeldet. Analysten bewerteten die Daten zum Teil als enttäuschend.

Novartis (-1,3%) hielt am Freitag seine Generalversammlung ab, wobei Konzernchef Vas Narasimhan die erfolgreiche Umsetzung der Strategie und die Ausrichtung auf Innovation, globale Märkte und nachhaltige Wirkung bekräftigte.

Die grössten Verluste gab bei einigen konjunktursensitiven Titeln: vor allem die Baustoffwerte Amrize (-5,4%), Holcim (-3,3%), Sika (-3,6%) und Geberit (-3.0%) mussten ziemlich unten durch. Bei den SMIM-Titeln kamen noch Georg Fischer (-3,6%) und Accelleron (-3,3%) dazu.

Grösster Gewinner hier waren Flughafen Zürich (+1,9%), die am späteren Nachmittag noch einen Sprung nach oben machten. Der von seiner Betriebsgesellschaft entwickelte Noida International Airport in Indien hat die Betriebslizenz der indischen Luftfahrtbehörden erhalten, wie bekannt wurde.

Das Nachrichtenaufkommen wurde vor dem Wochenende aber vor allem von Zahlen aus den hinteren Reihen dominiert. Ein harsches Minus erfuhren dabei Comet (-17%), aber auch Mobilezone (-6,7%) oder Coltene (-7,0%) verloren deutlich. SFS (+3,8%) und BVZ (+8,2%) waren hingegen gefragt. (awp/mc/ps

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