CH-Verlauf: Anhaltender Iran-Krieg sorgt für weitere Abgaben

CH-Verlauf: Anhaltender Iran-Krieg sorgt für weitere Abgaben
(Adobe Stock)

Zürich – Hoffnungen auf ein schnelles Ende des Iran-Kriegs haben erneut einen Dämpfer bekommen. Stattdessen müssen Anleger das Risiko des geopolitischen Konflikts im Nahen Osten Tag für Tag neu einschätzen, kommentiert ein Marktanalyst. «Diese permanente Unsicherheit zehrt am Nervenkostüm der Investoren.» Zuletzt ist die Lage sogar wieder eskaliert: Der Iran griff die Ölinfrastruktur in Bahrain sowie Tanker vor der irakischen Küste an. Das katapultiert die Ölpreise prompt wieder in Richtung der psychologisch wichtigen Marke von 100 US-Dollar.

Mittlerweile mehren sich die Anzeichen, dass sich die Auseinandersetzung länger hinziehen könnte als von vielen Marktteilnehmern erwartet. Auch bleibt die Strasse von Hormus, wo sich mittlerweile zahlreiche Containerschiffe und Öltanker stauen, weiter gesperrt. Dies dürfte dafür sorgen, dass die Ölpreise auch weiterhin volatil bleiben – und damit auch die Finanzmärkte. Mit den länger erhöhten Ölpreisen nehmen die Inflationssorgen der Marktteilnehmer zu. Hinzu kommt, dass US-Präsident Donald Trump ein neues Kapitel beim Thema Handels-Zölle aufgeschlagen hat.

Mit dem jüngsten Preisanstieg beim Öl ist auch der Beruhigungsversuch der Internationalen Energieagentur (IEA) sowie der US-Regierung vom Vortag, Öl aus strategischen Reserven freizugeben, schnell wieder verpufft. Wie zahlreichen Kommentaren zu entnehmen ist, fehlen gerade bei der IEA-Ankündigung zudem noch viele wichtige Details. Damit habe sich dieser Schritt als «homöopathisches Beruhigungsmittel» entpuppt, kommentiert ein Experte. Die Sicherung und Wiederbelebung der Schifffahrt um Hormus wäre die eigentliche Lösung zur Bewältigung der Krise.

Trump sucht neuen Weg für Zölle
Zusätzliche Unsicherheit verursacht die jüngste Wende in der Zoll-Politik der US-Regierung. Sie kündigte am Mittwoch neue Handelsuntersuchungen gegen China, Mexiko, die Europäische Union und mehr als ein Dutzend weitere Volkswirtschaften an, darunter auch die Schweiz. Ziel ist es, die sogenannten reziproken Zölle von Trump zu ersetzen, die kürzlich vom Obersten Gerichtshof der USA für rechtswidrig erklärt wurden.

Der SMI fällt gegen 11.10 Uhr um 0,74 Prozent auf 12’862,60 Punkte zurück. Damit hat er immerhin einen Teil seiner anfänglichen Verluste wettgemacht. Im frühen Handel war das Barometer bis auf 12’802 Punkte zurückgefallen. Von den 20 SMI-Titeln geben aktuell 14 nach und immerhin sechs gewinnen hinzu. Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte gewinnt unterdessen 0,47 Prozent hinzu auf 2958,39 Punkte, während der breite SPI mit -0,03 Prozent auf der Stelle tritt bei 17’953,62 Punkten.

Der SMI fällt damit im Vergleich zu seinen europäischen Pendants wie Dax, Cac-40 und FTSE 100 deutlicher zurück, die um bis zu 0,3 Prozent tiefer stehen. Dies ist vor allem den Roche-Bons geschuldet, die ex-Dividende gehandelt werden.

Starke Ausschläge nach Zahlen
Neben den übergeordneten Einflussfaktoren läuft auch die Berichtssaison weiter auf Hochtouren. Dabei haben Marktakteure an den Zahlen der SMI-Mitglieder Swiss Life (-2,8%) und Geberit (-1,6%) grundsätzlich zwar nichts auszusetzen. In beiden Fällen wird im Handel die bereits üppige Bewertung als Grund für Gewinnmitnahmen genannt. So hat etwa der Versicherer Swiss Life das Betriebsergebnis im Geschäftsjahr 2025 weiter gesteigert. Geberit wiederum hat ebenfalls die Erwartungen der Märkte erfüllt.

Zudem fallen Roche (GS -3,0% oder -10 Fr.) mit einem überdurchschnittlichen Kursrückgang auf. Allerdings dürfte das eigentliche Minus kleiner sein, da der Pharmakonzern ex-Dividende (9,80 Fr.) gehandelt wird.

Das Gegenstück bilden Partners Group (+1,6%), die sich damit etwas von den jüngsten Verlusten erholen. Auch Logitech (+0,7%) und Lonza (+0,5%) gewinnen hinzu.

Kursraketen in den hinteren Reihen
Für die wirklich auffälligen Kursreaktionen auf die Zahlen muss man allerdings eher auf den SMIM schauen. Dort springen Accelleron (+13%) nach Zahlen an. Noch weiter hinten in den Reihen geht es für Bachem und Polypeptide nach Zahlen um jeweils mehr als 14 Prozent nach oben.

Dagegen werden Interroll (-6,7%) nach Zahlen aus den Depots gekippt. (awp/mc/ps)

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