CH-Verlauf: SMI nach schwachem Handelsstart deutlich ins Plus

CH-Verlauf: SMI nach schwachem Handelsstart deutlich ins Plus
(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag mit leichten Verlusten in den Handel gestartet, hat im Handelsverlauf aber ins Plus gedreht. «Die meisten Anleger haben sich offensichtlich dazu entschieden, die aktuelle Krise auszusitzen», heisst es in einem Kommentar. Die Nervosität bleibt aber hoch, nachdem Berichten zufolge mehrere Explosionen in Dubai und Doha zu vernehmen waren und die auch die Angriffe auf den Iran unvermindert weitergehen.

Der Blick der Anleger richtet sich weiterhin in Richtung Nahost. So geht der Krieg zwischen den USA und Israel gegen den Iran mittlerweile in die dritte Woche. Die Signale zur Dauer des Iran-Konflikts bleiben widersprüchlich und diplomatische Fortschritte sind derzeit nicht auszumachen.

Ölpreis bleibt hoch
Der Ölpreis bleibt auf erhöhtem Niveau: Ein Barrel Brent kostet aktuell rund 103 Dollar, nachdem es vor wenigen Tagen mit knapp 120 Dollar den höchsten Stand seit 2022 erreicht hatte. Im Fokus bleibt die Lage an der Strasse von Hormus, einem zentralen Nadelöhr für den globalen Öltransport. Aktuell gibt es erste Signale, dass einzelne Tanker die Passage wieder aufnehmen könnten, doch der Schiffsverkehr bleibt stark eingeschränkt und die Lage insgesamt fragil. Konkrete Massnahmen wie militärische Eskorten oder Versicherungsmechanismen fehlen weiterhin.

Die Märkte würden die Situation derzeit eher als kurzfristigen Angebotsschock bewerten, so Markbeobachter. Dies sorge für eine hohe, aber zeitlich begrenzte Volatilität. Das Szenario anhaltender Angebotsausfälle und eines dauerhaften Preissprungs liege aber weiterhin im Bereich des Möglichen und sei noch nicht eingepreist.

Notenbanken rücken in den Fokus
Die gestiegenen Ölpreise wecken Konjunktur- und Inflationssorgen, zumal am Mittwoch und Donnerstag zahlreiche Notenbanksitzungen anstehen. So entscheidet die US-Notenbank Fed am Mittwoch über ihren Leitzins, am Donnerstag folgen die SNB und EZB und auch in Grossbritannien und Japan wird in dieser Woche über die Leitzinsen entschieden. «Die zentrale Frage wird im Wesentlichen lauten, wie die Zentralbanken den Öl-Schock interpretieren werden», so ein Marktbeobachter. Der «geldpolitische Status quo» erscheine aber dabei das wahrscheinlichste Szenario.

Den Auftakt zur wichtigen Zentralbank-Woche machte die australische Notenbank (RBA), die den Leitzins wie erwartet um 0,25 Prozentpunkte auf 4,10 Prozent erhöht hat. Die Entscheidung fiel knapp (5:4 Stimmen) und wurde auch mit geopolitischen Risiken im Nahen Osten begründet, die den Preisdruck weiter erhöhen könnten. Die Inflation liegt mit 3,8 Prozent weiterhin deutlich über dem Ziel.

SMI im Plus
In diesem Umfeld gewinnt der Schweizer Leitindex SMI bis um 11 Uhr 0,50 Prozent auf 12’946,75 Punkte. Auch an anderen europäischen Handelsplätzen – etwa Frankfurt oder Paris – geht es etwa im gleichen Ausmass aufwärts. Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte gibt allerdings aktuell um 0,17 Prozent auf 2939,36 leicht nach, während der breite SPI um 0,38 Prozent auf 18’006,59 Zähler zulegt.

Grösste Gewinner sind die Titel des Rückversicherers Swiss Re (+2,3%). Die Titel hatten seit Kriegsausbruch überdurchschnittlich nachgegeben. Laut Markbeobachtern könnten die Rückversicherer bei einer länger anhaltenden Krise höhere Preise für kommerzielle Risiken verlangen.

Ebenfalls zulegen können wie am Vortag Bauwerte wie Amrize (+1,6%), Sika (+1,6%) und Holcim (+0,6%). Auch diese konjunktursensitven Titel haben in der vergangenen Woche stark nachgegeben. Zudem gewinnen die neu als Partizipationsscheine gehandelten Titel von Roche im Vergleich zum Vortagesschlusskurs 0,6 Prozent.

Alcon grösster Verlierer
Am Schluss der Tabelle liegen die Alcon-Aktien (-1,1%). Der Augenheilkonzern hat die geplante Fusion mit dem US-Medizintechnikunternehmen Lensar abgesagt. Anfang Jahr war bereits die Milliardenübernahme vom US-Unternehmen Staar gescheitert.

Im breiten Markt stechen die Titel von Comet (+6,0%) positiv hervor. Dabei dürfte eine Kaufempfehlung der US-Bank JPMorgan beflügeln. Ebenfalls leicht im Plus sind Medartis (+2,4%) nach Jahreszahlen. Zu den grössten Verlierern gehören derweil die zuletzt gut gelaufenen Titel des Reisedetailhändlers Avolta (-2,9%). (awp/mc/ps)

SIX Swiss Exchange
Aktueller Stand SMI bei Google

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert