Europa-Verlauf: Leichte Verluste – Französische Bankwerte unter Druck

Europa-Verlauf: Leichte Verluste – Französische Bankwerte unter Druck
(Adobe Stock)

Paris / London / Zürich – Mit den europäischen Standardwerten ist es am Donnerstag überwiegend leicht nach unten gegangen. Damit setzte sich der Trend abbröckelnder Kurse der vergangenen Handelstage fort. Am Mittag sank der EuroStoxx 50 um 0,2 Prozent auf 5.805,48 Punkte. Stärkere Bewegungen gab es bei Einzelwerten nach einer Reihe von Quartalszahlen.

Ausserhalb des Währungsraums stieg der britische FTSE 100 dank der Gewinne bei Öl- und Rohstoffaktien um ein Prozent auf 10.309,08 Punkte. Der Schweizer SMI tendierte mit plus 0,18 Prozent auf 13.054,85 Punkte wenig verändert.

Zur Vorsicht mahnten einmal mehr der Iran-Krieg und der Ölpreis – ein Barrel der Sorte Brent hatte zeitweise den höchsten Stand seit 2022 erreicht. Der Preis reagierte damit auf die festgefahrene Lage zwischen den USA und dem Iran. «Jede Woche, die in der diplomatischen Blockade verstreicht, bringt die Weltwirtschaft näher heran an den Energieinfarkt», merkte Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, dazu an. «Die Lager nehmen ab, der Rohölpreis steigt.»

Die Folgen waren an neuen Daten zu Inflation und zum Bruttoinlandsprodukt der Eurozone ablesbar. «Das Stagflationsgespenst beginnt seinen Spuk», so Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. «Die Wachstumsrate bleibt schwach, gleichzeitig ist die Inflationsrate mit drei Prozent bereits wieder in luftiger Höhe angelangt.»

Bei den Einzelsektoren gaben Zahlen den Takt vor. Banken litten unter den mit Enttäuschung aufgenommenen Zahlen aus Frankreich. So sanken BNP Paribas um 4,8 Prozent. Noch stärker nach unten ging es mit Société Générale und Crédit Agricole, die um über fünf beziehungsweise mehr als sechs Prozent fielen.

Etwas besser sah es bei den Bankwerten anderer Länder aus. So legten BBVA um 0,5 Prozent und ING um knapp ein Prozent zu. Bei den Niederländern lobten die Analysten von Jefferies den Nettogewinn. Zu BBVA merkten die Experten von JPMorgan an, dass die Zahlen besser als erwartet ausgefallen seien, wobei die Hürde allerdings niedrig gewesen sei.

Unter den ebenfalls schwächelnden Autowerten fielen Stellantis mit 7,7 Prozent Abschlag auf. Das Unternehmen hatte im ersten Quartal einen schmalen Gewinn eingefahren. An der Börse kam dies schlecht an. Die Analysten der UBS sprachen von einem durchwachsenen Zahlenwerk.

Michelin gaben nach Umsatzzahlen um 1,6 Prozent nach. Der Reifenhersteller habe die Erwartungen zwar erfüllt und trotz des zunehmend schwierigen Umfelds die Jahresziele bestätigt, schrieb Barclays-Analyst Erwann Dagorne. Er sieht aber Risiken für die Markterwartungen an das laufende und das kommende Jahr.

Leichte Zuwächse verzeichneten dagegen ArcelorMittal. Die Analysten von Barclays hoben den höher als erwartet ausgefallenen operativen Gewinn des Stahlkonzerns hervor.

Die ebenfalls gefragte Lebensmittelwerte profitierten von dem Anstieg von Unilever. Die Aktie gewann nach Zahlen knapp zwei Prozent. Der Konsumgüterkonzern hatte zum Jahresstart besser abgeschnitten als gedacht. (awp/mc/ps)

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