CH-Verlauf: Hoffnung auf Kriegsende sorgt für Schub – Alcon brechen ein

CH-Verlauf: Hoffnung auf Kriegsende sorgt für Schub – Alcon brechen ein
(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt steht am Mittwoch deutlich im Plus. Die Anfangsgewinne hat der SMI dabei stetig ausgebaut, ehe kurz vor Mittag nochmals ein deutlicher Sprung nach oben gelang. Dieser letzte Zwick wurde von einem Händler mit einer Meldung von Axios begründet, wonach die USA und Iran kurz vor einer Einigung auf ein Kriegsende stünden. Aber schon seit Handelsbeginn wird das Sentiment von Hoffnungsschimmern im Zusammenhang mit dem Kriegsende sowie vom Optimismus hinsichtlich der Firmengewinne im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz gestützt. Letzterer hat neue Nahrung erhalten, nachdem der Chipkonzern AMD nach Börsenschluss in den USA starke Zahlen vorgelegt hat. Aber auch die defensiven Schwergewichte entwickeln sich am Berichtstag stark.

Im Konflikt um den Iran stehen die Zeichen vorerst auf Deeskalation. In der Nacht auf Mittwoch kündigte der US-Präsident überraschend an, den erst am Montag gestarteten US-Einsatz für eine sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Strasse von Hormus «für kurze Zeit» auszusetzen. Während des Stopps soll geprüft werden, ob ein Abkommen mit dem Iran abgeschlossen und unterzeichnet werden könne. Die jüngste Marktentwicklung lasse sich vielleicht anhand der wechselnden Narrative zwischen Waffenstillstand oder keinem Waffenstillstand, Risikoappetit oder Risikoscheu sowie Inflations- und Wachstumssorgen am besten zusammenfassen, heisst es dazu in einem Kommentar des Vermögensverwalters Amundi.

Der Leitindex SMI notiert um 11.10 Uhr 2,24 Prozent höher bei 13’344,11 Punkten. Von den 20 SMI-Titeln ziehen bis auf Alcon und Logitech alle an. Der SMIM für die mittelgrossen Werte rückt um 2,13 Prozent auf 3044,90 Punkte vor und der breite SPI um 2,29 Prozent auf 18’901,53 Punkte.

Die Hoffnungszeichen auf eine Entspannung im Nahen Osten zeigen sich auch in einer Abwärtstendenz des Erdölpreises. So ist der Preis für ein Fass der Sorte Brent über Nacht in den Bereich von vorerst rund 107 US-Dollar gesunken. Nach den neuen Spekulationen um eine Einigung zwischen den USA und dem Iran fiel er direkt auf unter 104 US-Dollar. Dies setzte auch den US-Dollar unter Druck.

Alcon und Logitech nach Zahlen schwächer

Alcon brechen nach Quartalszahlen um 5,2 Prozent ein und knüpfen damit an den seit Jahresbeginn andauernden Abwärtstrend an. In ersten Kommentaren äussern sich Analysten zwar teils positiv über die Q1-Ergebnisse vom Vorabend. Es gibt aber auch kritische Punkte. So verweist etwa die Bank Vontobel auf den Wettbewerbsdruck für Alcon im Bereich Implantate.

Gegen den positiven Gesamttrend geht es auch für Logitech (-1,5%) nach bisher recht volatilem Verlauf nach unten. Der Computerzubehörhersteller hat mit den Resultaten zwar positiv überrascht. Einige Analysten verweisen allerdings auf die Unsicherheiten wegen des Nahostkonflikts, ausserdem ist von Gewinnmitnahmen nach dem starken Lauf seit Mitte Februar die Rede.

Die Mehrheit der Aktien steht aber wie erwähnt höher, allen voran Richemont (+6,1%). Von der freundlichen Stimmung profitieren zudem weitere konjunktursensible Aktien wie Amrize (+4,9%) oder Kühne+Nagel (+4,1%) besonders. Letztere werden zudem von einer Aufstufung auf «Buy» durch Jefferies zusätzlich getrieben.

Nebst Amrize ziehen auch weitere baunahe Werte wie Holcim (+4,2%), Sika (+4,3%) oder etwas bescheidener auch Geberit (+2,9%) an.

Von den defensiven Schwergewichten sind Novartis (+2,0%) am stärksten gesucht, aber auch Roche (+1,8%) und Nestlé (+1,4%) stehen mehr als 1 Prozent höher.

Im SLI belegen Sonova (+6,7%) den Spitzenplatz. Händler verweisen dabei auf starke Quartalszahlen des italienischen Konkurrenten Amplifon. Das italienische Unternehmen hatte ein beschleunigtes organisches Umsatzwachstum sowie eine deutliche Margenverbesserung gemeldet.

Im breiten Markt überragen Huber+Suhner mit einem Plus von 15 Prozent (auf 266 Fr.) alles andere. Für Rückenwind sorgt einerseits das besser als erwartete Abschneiden des US-Mitbewerbers Lumentum im vergangenen Quartal. Hinzu kommt eine kräftige Kurszielerhöhung durch die UBS auf 320 von 230 Franken. (awp/mc/pg)

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