CH-Eröffnung: Schwacher Start – Dämpfer für Friedenshoffnungen
Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag seine Verluste des Vortages ausgeweitet. Die Friedenshoffnungen hätten einen kräftigen Dämpfer erhalten, heisst es von Händlern. Nach iranischen Attacken auf drei US-Zerstörer in der Strasse von Hormus hat das US-Militär als Vergeltungsmassnahme Ziele in der Islamischen Republik angegriffen. Damit wackelt die ohnehin fragile Waffenruhe.
«Derzeit kann man nicht sagen, wie sich die Situation weiter entwickelt, aber die vergangenen zwei Monate sind nicht gerade ermutigend», sagte eine Börsianerin am Morgen. Anleger hätten Sorge, auf dem falschen Fuss erwischt zu werden und betrieben entsprechend vor dem Wochenende Schadensbegrenzung. Auch im Zollstreit mit der EU goss US-Präsident Donald Trump erneut Öl ins Feuer, während ein Gericht seinen weltweiten 10-Prozent-Zoll kippte. In dieser Gemengelage steht am Nachmittag zudem der US-Arbeitsmarktbericht für den April auf der Agenda und auch das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan dürfte Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
Der SMI verliert gegen 9.15 Uhr 0,48 Prozent auf 13’072,85 Zähler. Damit steht auch ein zunächst sicher geglaubtes Wochenplus wieder auf der Kippe. Lediglich zwei der 20 Titel halten sich im Plus. Der SMIM mit den mittelgrossen Werten verliert 0,38 Prozent auf 3010,6 und der breite SPI 0,46 Prozent auf 18’550,67 Zähler.
Einer der wenigen Gewinner im SMI und gleichzeitig Spitzenreiter sind Lonza (+1,1%) nach Eckdaten für das erste Quartal. Der Pharmazulieferer hat einen starken Jahresauftakt gemeldet und dabei auch die Prognosen bestätigt. Logitech (+0,7%) zeigen sich mit dem Start des neuen Aktienrückkaufprogramms ebenfalls vorne.
Deutlich abwärts geht es indes für die Aktien der Swiss Life (-2,5%). Die UBS hat die Titel des Versicherers auf «Sell» von «Neutral» abgestuft und bevorzugt Konkurrent Helvetia Baloise (-1,0%).
In der zweiten Reihe fallen Clariant (-2,9%) nach Quartalsergebnissen zurück, Landis+Gyr (-9,3%) verlieren nach Jahreszahlen ebenfalls klar. Derweil kennen AMS Osram (+1,8%) trotz des bereits fulminanten Kurssprungs um fast 30 Prozent vom Vortag weiter kein Halten. (awp/mc/pg)