CH-Eröffnung: Neue Scharmützel im Nahen Osten belasten
Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch klar tiefer in die Sitzung gestartet. Belastet wird die Stimmung insbesondere von neuen Eskalationen im Nahen Osten, welche gleichzeitig den zuletzt stabilen Ölpreis wieder nach oben treiben. Zudem sind die Vorgaben sowohl aus den USA als auch aus Asien mehrheitlich negativ. In Asien ist insbesondere der südkoreanische Kospi nach der Samsung-Schwäche des Vortages weiter nach unten gerauscht. Aber auch an anderen grösseren Börsenplätzen in Europa gehen die Kurse Richtung Süden.
In Reaktion auf Attacken gegen Tanker in der Strasse von Hormus hat das US-Militär Dutzende Ziele im Iran angegriffen. Zudem setzen die USA Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft. Irans Militär wiederum kündigte eine Reaktion auf die US-Angriffe an. Kurz darauf meldete die Armee des mit Washington verbündeten Golfstaats Kuwait feindlichen Beschuss. Auch in Bahrain heulten am frühen Morgen die Sirenen. «Was für ein friedvoller Friedensprozess!», kommentierte dies die Onlinebank Swissquote in einem Kommentar.
Ölpreis zieht deutlich an
Parallel zu den neuen Eskalationen im Iran hat der Ölpreis zuletzt auf über 76 US-Dollar wieder stark angezogen. Der Preis für ein Fass der Sorte Brent liegt damit so hoch wie seit zwei Wochen nicht mehr.
Der Leitindex SMI büsst bis 09.15 Uhr 0,74 Prozent auf 14’254,37 Punkte ein. Von den 20 Titeln notieren 17 tiefer und 3 höher. Der Mid-Cap-Index SMIM fällt um 0,86 Prozent auf 3137,80 Punkte zurück und der breite SPI um 0,82 Prozent auf 20’036,49 Punkte.
Zu den grösseren Verlierern gehören derzeit Roche (-1,4%). Die Inhaberaktien geben damit die Vortagesgewinne von über 2 Prozent zu einem guten Teil wieder her. Die Aktie fällt in jüngster Vergangenheit mit einer unüblich hohen Volatilität auf.
Aber auch die Verluste von Novartis (-0,7%) und Nestlé (-0,8%) belasten den Gesamtmarkt.
Unter erhöhtem Abgabedruck stehen zudem baunahe Werte wie Sika (-1,7%) am Tabellenende, Holcim oder Geberit (je -1,0%). Eine deutliche Kurszielerhöhung durch Goldman Sachs verbunden mit der Bestätigung der Kaufempfehlung scheint damit zumindest für den Moment wirkungslos zu verpuffen. Gegen den Trend halten sich bei den Bauzulieferern Amrize (+0,4%) knapp im Plus.
Stärker legen einzig noch Kühne+Nagel (+1,2%) zu. (awp/mc/pg)