Orell Füssli wächst im ersten Halbjahr weiter – Margen sinken wegen Produktmix
Zürich – Orell Füssli ist im ersten Halbjahr 2026 weiter gewachsen. Wegen eines veränderten Produktmixes im margenträchtigen Sicherheitsdruck ging die Profitabilität allerdings deutlich zurück. Das zweite Halbjahr soll stärker werden.
Der Umsatz stieg von Januar bis Juni um 1,1 Prozent auf 121,4 Millionen Franken, wie die Industrie- und Handelsgruppe am Freitag mitteilte.
Der bereinigte Betriebsgewinn (EBIT) sank um 35 Prozent auf 6,9 Millionen Franken. Die entsprechende Marge fiel auf 5,6 Prozent von 8,5 Prozent. Unter dem Strich resultierte ein Halbjahresgewinn von 4,4 Millionen Franken nach 7,2 Millionen im Vorjahr.
Buchhandel wächst weiter
Im Buchhandel stieg der Umsatz um 2,3 Prozent auf 55,4 Millionen Franken. Zum Wachstum trug unter anderem die Übernahme der Papeteriekette A. Köhler AG bei. Zudem eröffnete Orell Füssli im ersten Halbjahr drei neue Verkaufsstellen in Basel, Würenlos und Langnau im Emmental.
Im Sicherheitsdruck, zu dem auch der Druck der Schweizer Banknoten gehört, erhöhte sich der Umsatz leicht um 2,3 Prozent auf 48,4 Millionen Franken. Trotz einer hohen Auslastung ging das Ergebnis den Angaben zufolge wegen eines veränderten Produktmixes deutlich zurück.
Im Geschäft mit industriellen Systemen (Zeiser) sank der Umsatz leicht um 1,5 Prozent auf 9,2 Millionen Franken. Das Unternehmen verweist auf verschobene Projekte aus der Golfregion infolge der geopolitischen Spannungen. Die Produktion sei jedoch weiterhin auf Hochtouren gelaufen.
Procivis gewinnt weitere Aufträge
Die übrigen Geschäftsfelder gingen leicht auf 9,7 Millionen Franken zurück. Procivis gewann im ersten Halbjahr zwei Ausschreibungen. Treiber dafür sei die Umsetzung der europäischen eIDAS-2.0-Regulierung für digitale Identitäten.
Mit der Tochter Procivis entwickelt Orell Füssli Software für digitale Identitäten, mit denen sich Personen online sicher ausweisen können. Das Unternehmen sieht in dem Geschäft erhebliches Wachstumspotenzial, da die eIDAS-2.0-Verordnung den Aufbau entsprechender digitaler Identitäts-Wallets in allen EU-Mitgliedstaaten vorsieht.
Steigerung im zweiten Halbjahr erwartet
Für das zweite Semester rechnet Orell Füssli mit einer stärkeren Geschäftsentwicklung. Rückenwind sollen die saisonal höheren Umsätze im Verlagsgeschäft zum Schuljahresbeginn, das Weihnachtsgeschäft im Buchhandel sowie Auslieferungen bei Zeiser bringen.
Für das Gesamtjahr bestätigt das Unternehmen den Ausblick. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung gehen weiterhin von einem Umsatzwachstum leicht unterhalb des mittelfristigen Zielkorridors von 4 bis 6 Prozent und einer EBIT-Marge von rund 9 Prozent aus.
Auch die strategischen Ziele bis 2028 wurden bestätigt. Bis dahin will das Unternehmen einen Jahresumsatz von 300 Millionen Franken und eine EBIT-Marge von mindestens 8 Prozent erzielen. (awp/mc/pg)