CH-Eröffnung: SMI markiert trotz Iran-Sorgen neuen Rekord
Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag etwas fester in den Handel gestartet und hat dabei einen neuen Rekordstand erreicht. Weder die weiterhin unklare Lage an der Strasse von Hormus noch die wieder gestiegenen Ölpreise können die Anleger vorerst stärker verunsichern. Für Bewegung bei den Einzelwerten sorgt derweil die Berichtssaison, wobei im SMI Alcon nach Zahlen mit einem deutlichen Kurssprung auffallen.
US-Präsident Donald Trump erklärte die wichtige Schifffahrtsroute nach Minenräumungen für wieder befahrbar und «zu 100 Prozent» unter US-Kontrolle. Der Iran hatte eine vollständige Öffnung zuletzt allerdings an weitreichende Bedingungen geknüpft. Entsprechend bleibt die Lage angespannt. Ein Fass Brent kostet wieder knapp 89 Dollar und damit deutlich mehr als noch zu Wochenbeginn. Auch der Goldpreis stieg zeitweise über die Marke von 4400 Dollar je Unze, was laut Marktbeobachtern die anhaltende Verunsicherung widerspiegelt.
Dass die Aktienmärkte trotz dieser Unsicherheiten auf Rekordniveau notieren, führen Marktbeobachter vor allem auf die starke Berichtssaison zurück. «Die europäischen und US-amerikanischen Unternehmen liefern eine der stärksten Berichtssaisons der letzten Jahre», sagte ein Händler. Die kräftige Gewinnentwicklung stütze die Märkte und überlagere derzeit die geopolitischen Sorgen.
Der SMI gewinnt gegen 09.20 Uhr 0,19 Prozent auf 14’661,16 Punkte und markiert damit einen neuen Höchststand. Der Mid-Cap-Index SMIM steigt um 0,16 Prozent auf 3219,20 Punkte und der breite SPI um 0,15 Prozent auf 20’616,41 Punkte.
Von den 20 SMI-Werten notiert die Hälfte im Plus. Dabei stützen vor allem die Pharma-Schwergewichte Novartis (+0,5%) und Roche (+0,1%) den Leitindex. Klarer Gewinner sind allerdings Alcon mit einem Plus von 4,7 Prozent. Der Augenheilkonzern hat mit den am Vorabend veröffentlichten Halbjahreszahlen überzeugt.
Die rote Laterne bei den Blue Chips tragen Partners Group (-0,6%) nach einer Rückstufung durch die Deutsche Bank auf «Hold». Auch UBS (-0,1%) geben leicht nach. Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats (WAK-S) berät am Dienstag zum zweiten Mal über die Revision des Bankengesetzes im Rahmen der «Too-Big-To-Fail»-Regulierung (TBTF).
Tecan stürzen ab, Bell im Hoch
Im breiten Markt brechen Tecan um 13 Prozent ein nach Zahlen. Weiter unter Druck stehen auch Aryzta (-2,1%), nachdem die Titel bereits am Vortag 11 Prozent verloren hatten. Gut kommen dagegen die Halbjahreszahlen des Fleischverarbeiters Bell (+7,9%) an.
Weiter profitieren Oerlikon (+4,7%) von einer kräftigen Kurszielerhöhung durch Oddo BHF und machen damit einen Teil der Verluste der vergangenen Tage wett. Interroll (+1,6%) werden von einer neu ausgesprochenen Kaufempfehlung gestützt.
Zu den grössten Gewinnern zählen zudem Idorsia (+5,6%). Für Auftrieb sorgt hier die Aussicht auf eine Lockerung der US-Beschränkungen für das Schlafmittel Quviviq.
Nur optisch im Minus liegen EMS Chemie (-2,2% oder -18,00 Fr.). Die Titel werden am Dienstag ex-Dividende von 18,40 Franken gehandelt. (awp/mc/ps)