Alpenwoche erstmals in der Schweiz

Berge

Ittigen – Erstmals findet in der Schweiz eine Alpenwoche statt. Rund dreihundertfünfzig Teilnehmende diskutieren seit Mittwoch und noch bis Samstag im Valposchiavo unter dem Motto «Erneuerbare Alpen» aktuelle und künftige Herausforderungen des Alpenraums. Die Direktorin des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE), Maria Lezzi, betonte bei der Eröffnung, dass die weitere Entwicklung alpiner Regionen nachhaltig erfolgen müsse. Daher sei der Ausgleich zwischen den unterschiedlichen Interessen anzustreben.

Strategien für künftige Herausforderungen im Alpenraum müssten unterschiedlichen Interessen Rechnung tragen, sagte Maria Lezzi in ihrer Eröffnungsrede. «Die Alpen sind weder Heidi-Land noch das grösste Kraftwerk der Welt, sondern der Lebensraum von dreizehn Millionen Menschen.» Indes könne dieser Raum seine Bedeutung nur durch einen stetigen Erneuerungsprozess wahren. Damit die Erneuerung nachhaltig verlaufe, sollten alle im Alpenraum tätigen Akteure zusammenspannen. Die Förderung dieser Zusammenarbeit ist eines der Hauptziele, welche die Schweiz während ihrer Präsidentschaft der Alpenkonvention verfolgt. Maria Lezzi rief daher die Teilnehmenden dazu auf, «gemeinsam die Alpen zu erneuern».

Die Alpenwoche kompakt
Die Alpenwoche 2012 findet vom 5. bis 8. September 2012 in Poschiavo und zum ersten Mal in der Schweiz statt. Erstmals ist auch die Alpenkonferenz – das Treffen der Umweltministerinnen und Umweltminister der Länder der Alpenkonvention – in eine Alpenwoche eingebettet. Die Schweiz möchte damit den Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren stärken.

Rund 400 Teilnehmende werden an der Alpenwoche 2012 in über zwanzig teilweise parallel angebotenen Podien, Workshops und an Referaten das Thema «Erneuerbare Alpen» diskutieren. In Beiträgen zu Verkehr, Governance oder energieeffizientem Bauen analysieren Fachleute aktuelle Herausforderungen und skizzieren Lösungsansätze. So präsentiert das schweizerische Bundesnetzwerk ländlicher Raum – ein Gremium aus mehreren Bundesstellen – den Nutzen so genannter Modellvorhaben. Unter dem Titel «Synergien im ländlichen Raum» stellt es drei der dreizehn Projekte vor und diskutiert über Erkenntnisse sowie den Mehrwert für die jeweiligen Regionen und den Bund. So will INSCUNTER die Sektoren übergreifende Zusammenarbeit zwischen Tourismus, Forst- und Landwirtschaft sowie Natur- und Landschaftsschutz im Unterengadin und in Samnaun fördern, das Projekt Energieregion Goms verfolgt die Vision, eine der ersten Energieregionen in den Schweizer Alpen zu werden, und das Projekt Walserweg Graubünden erarbeitete ein nachhaltiges Tourismusangebot für Wanderer. 

Alpenkonvention und Alpenwoche
Die Alpenkonvention ist weltweit das erste völkerrechtlich verbindliche Übereinkommen zum Schutz einer Bergregion. Die Vertragsparteien sind Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Monaco, Österreich, die Schweiz, Slowenien und die EU. Zu Beginn der 1990er-Jahre arbeiteten diese Staaten eine Rahmenkonvention aus, die im März 1995 in Kraft trat und welche die Schweiz 1999 ratifizierte. In der Schweiz ist das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) für die Alpenkonvention zuständig. Die Federführung hat das Bundesamt für Raumentwicklung ARE. Die Alpenwoche 2012 ist eine Veranstaltung im Rahmen der schweizerischen Präsidentschaft der Alpenkonvention. Sie wird organisiert vom Bundesamt für Raumentwicklung ARE, von der Internationalen Alpenschutzkommission (CIPRA), vom Gemeindenetzwerk «Allianz in den Alpen», vom Internationalen Wissenschaftlichen Komitee Alpenforschung (ISCAR), vom Netzwerk Alpiner Schutzgebiete (ALPARC) und vom Club Arc Alpin (CAA) in enger Zusammenarbeit mit der Regione Valposchiavo. (Bundesamt für Raumentwicklung/mc/pg)

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