Schweizweiter «Anpfiff für faire Frauenlöhne»

Nationaler Aktions- und Streiktag Gleichstellung

Aktionen des SEV an Schweizer Bahnhöfen.

Bern – Genau um 14.06 war am Dienstag in den grösseren Schweizer Städten ein gellendes Pfeifkonzert zu vernehmen. Das war der schweizweite «Anpfiff für faire Frauenlöhne», der erste Höhepunkt des nationalen Aktionstags für Gleichstellung.

Dem landesweiten Anpfiff vorausgegangen waren Dutzende von Aktionen in der ganzen Schweiz: Die Innenstadt von Basel erwachte teilweise in violett und pink. Frühmorgens gab es im ganzen Land Verteilaktionen vor Banken und an Bahnhöfen. In Olten trafen sich Telecom-Beschäftigte zu einer Frauenbranchenkonferenz. Gewerkschaftliche Delegationen besuchten die Chefs der grossen Bahnunternehmen und verlangten von ihnen Förderung der Gleichstellung. Erste Manifestationen fanden statt in St. Gallen und im Jura. In Genf gab es eine Protestaktion vor der IAO.

«Gleichstellung-Karawanen»
«Gleichstellung-Karawanen» waren im Jura und im Berner Jura unterwegs. Filme wurden in Lausanne vorgeführt. Verlängerte Pausen oder Diskussionsrunden wurden in vielen Betrieben organisiert, vor allem in der Nahrungsmittel- und in der Maschinenindustrie oder in der Chemie. Unzählige Pausen-Schokoladen mit der Aufschrift «Unsere Arbeit ist mehr wert!» wurden in der ganzen Schweiz verteilt. An Frauen-Pic-Nics und Lila-Protestapéros war eine Vielzahl von Frauen versammelt. Der nationale Aktionstag für mehr Gleichstellung ist somit eindrücklich gestartet. Die bisherige Teilnahme an den Aktivitäten lag über den Erwartungen. Die Organisatorinnen rechnen damit, dass sich über 100’000 Frauen und Männer beteiligen. Am Nachmittag und frühen Abend sind zahlreiche weitere Aktivitäten geplant.

Frauen verdienen immer noch rund 20% weniger
Drei Forderungen stehen im Zentrum des landesweiten, vom SGB angeführten Protestes:

  • Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit und Anhebung der Frauenlöhne. Immer noch verdienen Frauen rund 20 Prozent weniger, und die Lohndiskriminierung hat in den letzten Jahren sogar wieder zugenommen.
  • Gerechtere Verteilung aller Arbeit: Immer noch sind Erwerbs- und häusliche resp. private Betreuungsarbeit extrem ungleich zwischen Mann und Frau verteilt.
  • Endlich Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Immer noch mangelt es an Kita-Plätzen für Kinder.

Netz über Abgrenzungen hinaus knüpfen
«Heute zeigen Frauen und auch Männer, dass sie den Skandal des Lohnbetrugs nicht noch weiter jahrelang duldsam ertragen wollen», sagt SGB-Präsident Paul Rechsteiner. Und in die Zukunft gerichtet: «Hier wird über viele Abgrenzungen hinaus ein Netz geknüpft, das noch einige Jahre für nötigen Schub in der Gleichstellungsfrage sorgen dürfte.» Rund 50 Organisationen und Frauennetzwerke beteiligten sich am nationalen Streik- und Aktionstag. (SGB/mc/ps)

Nationaler Streik- und Aktionstag

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