Asteroiden-Bergbau startet noch dieses Jahrzehnt

Deep Space Industries (DSI)

Das Motto von Deep Space Industries (DSI) lautet: «If you can Dream it, you can Be it».»

Santa Monica/Berlin – Das Unternehmen Deep Space Industries (DSI) hat angekündigt, dass es den Asteroiden-Bergbau vorantreiben will. 2015 sollen erste kompakte «FireFly»-Raumfahrzeuge starten und in Zusammenarbeit mit der NASA und anderen Organisationen erdnahe Asteroiden sondieren. Schon für das darauffolgende Jahr ist der Start grösserer «DragonFly»-Sonden geplant, bei denen eine Rückkehr mit Gesteinsproben zur Erde vorgesehen ist. In weiterer Folge will man unter anderem mit einem speziellen 3D-Drucker Asteroiden-Gestein direkt verarbeiten und Mars-Missionen oder Kommunikationssatelliten mit Asteroiden-Treibstoff auftanken.

«Sicher klingt da vieles nach Science Fiction, aber das wäre vor wenigen Jahrzehnten auch mit dem Flug zum Mond, dem Internet und dem Mobilfunk so gewesen. Man muss manchmal einfach etwas Fantasie und Mut haben in der Wissenschaft. Es ist gut, dass es Leute mit Visionen gibt», meint Ekkehard Kühnert vom Institut für Planetenforschung, Asteroiden und Kometen am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt gegenüber pressetext. Jedenfalls heizt DSI den Goldrausch im Weltraum an und macht Planetary Resources Konkurrenz, das bereits im April 2012 Pläne für den Asteroiden-Bergbau vorgestellt hat.

Kompakte Vorhut
DSI-Chairman Rick Tumlinson zufolge will man nicht zuletzt auf kostengünstige, leistungsfähige Technologien setzen. So nutzen die 25 Kilogramm (kg) schweren FireFlys Komponenten, die für die im universitären Bereich belibten Kompaktsatelliten CubeSats entwickelt wurden. Die ersten der neuen Raumsonden sollen 2015 auf zwei- bis sechsmonatige Missionen starten, in denen sie unter den tausenden erdnahen Asteroiden nach lohnenden Zielen für den Bergbau suchen. «Bis 2015 schon erfolgreich Asteroiden zu erkunden zu wollen, ist mehr als ehrgeizig», ist Kühnert skeptisch. Mit genügend Vorausplanung sei aber nicht auszuschliessen, dass das gelingt.

Ähnliches gilt für die ersten DragonFlys im Jahr 2016. Die 32-kg-Raumfahrzeuge sollen auf je nach Ziel zwei- bis vierjährige Missionen fliegen und Gesteinsproben zurück zur Erde bringen – teilweise mit mehr als dem doppelten Gewicht der Sonde selbst. An diesen frühen Missionen soll auch die Öffentlichkeit teilhaben, so DSI-CEO David Gump. Geplant seien unter anderem Live-Feeds aus der Missionskontrolle und Online-Kurse zum Thema Asteroiden-Bergbau. Er geht auch davon aus, dass es angesichts des allgemein grossen Weltraum-Interesses für Unternehmen attraktiv sein wird, DSI-Missionen zu fördern.

Metall-Druck im Weltraum
Langfristig stellt DSI noch grössere Durchbrüche in Aussicht. So habe man mit der MicroGravity Foundry eine Technologie, die zum direkten Verarbeiten von Asteroiden-Material, insbesondere Nickel, geeignet ist. «Die MicroGravity Foundry ist der erste 3D-Drucker, der hochdichte, hochfeste Metallkomponenten auch in Schwerelosigkeit fertigen kann», erklärt DSI-Mitgründer Stephen Covey, Erfinder des Verfahrens. Das soll es beispielsweise ermöglichen, bei künftigen bemannten Marsmissionen während der Reise benötigte Ersatzteile herzustellen.

Mit Blick auf Mars-Missionen will DSI auch Treibstoff aus Asteroiden gewinnen. Denn diese könnten günstiger ausfallen, wenn Raumfahrzeuge unterwegs aufgetankt werden und daher nicht mit so viel Gewicht starten müssen. Doch auch das Auftanken kommerzieller Kommuinikationssatelliten ist ein Thema. Jeder Monat, um dem die Lebensdauer eines Satelliten so verlängert wird, hat DSI zufolge einen Gegenwert von fünf bis acht Mio. Dollar. (pte/mc/ps)

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