Bundesrat will Energieforschung mit 200 Mio CHF fördern

Doris Leuthard

«Energieministerin» Bundesrätin Doris Leuthard.

Bern – Der Bundesrat will mit Blick auf die Energiewende die Energieforschung mit zusätzlichen Mitteln fördern. Für die Jahre 2013 bis 2016 will er dem Parlament Mittel im Umfang von rund 200 Mio CHF beantragen. Noch in diesem Herbst soll die Sonderbotschaft zur Energieforschung vorliegen. Der Bundesrat hat das Innen- und das Volkswirtschaftsdepartement am Freitag beauftragt, die Botschaft auszuarbeiten.

Die Energieforschung soll auch mit Instrumenten und Mitteln der allgemeinen Forschungsförderung vorangetrieben werden. Als Sofortmassnahme will der Bundesrat eine Reihe von nationalen Forschungsprogrammen lancieren.

Langfristiger Aktionsplan
Die Sonderbotschaft ist Teil eines langfristig angelegten Aktionsplans «Koordinierte Energieforschung Schweiz». Dieser beinhaltet ein Förderkonzept: Der Bundesrat will sieben Kompetenzzentren, dreissig neue Forschungsgruppen an den Hochschulen sowie vierzig Förderprofessuren im Rahmen des Schweizerischen Nationalfonds schaffen.

Die Forschung soll neue und verbesserte Technologien hervorbringen sowie bessere Kenntnisse über deren schnelle Markteinführung und Marktdiffusion bereitstellen. Im Aktionsplan sind verschiedene Aktionsfelder definiert: Effizienz, Netze und Übertragung, Speicherung, Stromproduktion sowie sozio-ökonomische und rechtliche Aspekte.

Wärmereservoirs erschliessen
Die Stromnetze etwa machen heute nur zwei Prozent der Energieforschung aus. Die Stromproduktion beansprucht mit über 50% den grössten Anteil der Mittel, gefolgt von der Forschung zur Energieeffizienz mit rund 30%. Der Plan nennt für die jeweiligen Aktionsfelder Herausforderungen und mögliche Forschungsgebiete. Was die Stromproduktion betrifft, gehört zu den Herausforderungen etwa der Nachweis, dass für die Geothermie Wärmereservoirs in mehreren Kilometern Tiefe zuverlässig erschlossen werden können.

Lagerstätten für CO2
Für die Photovoltaik stellt das Kosten/Nutzen-Verhältnis der Photozellen ein Problem dar. Geforscht werden muss also an der Erhöhung des Wirkungsgrades oder der Senkung der Kosten für die Zellen. Zur effizienten und sauberen Verwertung von Biomasse sind neue Verfahren zur Aufbereitung nötig.

Und bei den Gaskraftwerken muss untersucht werden, wie das CO2 gelagert werden könnte. Mögliche Lagerstätten und Risiken seien noch weitgehend ungeklärt, heisst es im Aktionsplan. Bei der sozio-ökonomischen Forschung könnte es unter anderem um neue Modelle der politischen Partizipation gehen. Diese dürften im Zusammenhang mit der Standortsuche für Infrastrukturen vermehrt gefragt sein.

Partner aus der Wirtschaft
Bei den Kompetenzzentren soll es sich um thematisch ausgerichtete Netzwerke von Hochschulinstituten und Partnern aus der Wirtschaft handeln. Sie müssten sich um Fördermittel zum Aufbau und Betrieb bewerben. Neue Institutionen oder Instrumente sollen nicht geschaffen werden. Vielmehr soll die Erfahrung des Nationalfonds und der Kommission zur Förderung von Technologie und Innovation genutzt werden.

Den Aktionsplan ausgearbeitet haben die Eidgenössische Energieforschungskommission (CORE) und der ETH-Bereich. Für die Umsetzung stellten die Autoren verschiedene Varianten zur Diskussion, die den Bund unterschiedlich viel kosten würden. Der Bundesrat hat sich nun für eine Variante entschieden, die zusätzliche Fördermittel im Umfang von 202 Mio CHF erfordert. (awp/mc/ps)

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