Deutsche Sorgen in Dubai

Deutsche Sorgen in Dubai

Die Dubai Metro auf dem Viadukt entlang der Sheikh Zayed Road. (gaf)

Von Gérard Al-Fil

Gestern, abends um halb neun sitze ich in der Dubai Metro. Ich bin auf dem Heimweg. Ich denke an nichts. Neben mir ein junges, deutsches Pärchen. Touristen. Sie unterhalten sich über Gott und die Welt. Da in Dubai fast jeder denkt, ich sei Amerikaner (Wegen meiner Frisur? Oder weil ich mir zu viele Hollywood-Filme anschaue?), aber niemals Deutscher, merken die beiden nicht, dass ich Ihr Gespräch mitverfolge.

Irgendwann dreht sich der Dialog, den ich hier im Wortlaut wiedergebe, um das Thema Euro-Krise:

Er :»Schatz, wusstest Du, dass wir die zweitniedrigste Arbeitslosenquote haben in der EU?»

Sie: «Nee. Wer sagt das denn?“

Er: «Hab‘ ich heute früh gelesen.»

Sie: «Ist das jetzt eine gute Nachricht? Wir könnten doch viel besser dastehn.»

Er: «Das kannste laut sagen. Diese Euro-Krise macht schon Angst…»

Sie: «Ja. Und wer darf die Schulden der anderen bezahlen? Wir, so wie immer…»

Er: «Diese Länder in Südeuropa,…, die sind finanziell alle krank,…»

Sie: «Wenn wir doch nur Öl hätten… so wie die Araber…»

Er: «Nee du, das isses doch nicht.

Sie: «So? Was denn?»

Er: «Der Euro war ein Riesenfehler! Den hat der Kohl doch damals nur eingeführt, um kuz vor seiner Abwahl als zweiter Adenauer dazustehen…Puh, …so eine Pleite.»

Die Metro erreicht meine Station. Ich steige aus. Der «Euro-Zug» ist abgefahren.

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