Lombard Odier Investment Managers: Die Natur ist unser wertvollstes Asset

Kristina Church
von Kristina Church, Leiterin CLIC (Sustainable) Solutions, Lombard Odier Investment Managers. (Foto: zvg)

Während die Dynamik für eine umweltfreundliche Politik zunimmt, müssen wir in unsere natürlichen Ressourcen investieren.

Die Natur ist das Fundament unserer Wirtschaft. Das Weltwirtschaftsforum schätzt, dass mehr als 50% des globalen BIP von der Natur abhängen. Sie ist also auch unser produktivstes Gut. Zahlreiche Sektoren, darunter die Landwirtschaft, die Schwerindustrie, der Immobiliensektor, das Gesundheitswesen und der Tourismus sind von ihr abhängig, doch wir nehmen sie immer noch als selbstverständlich hin. Wir bezeichnen unser Wirtschaftsmodell als unwirtschaftlich, ineffizient, ungleich sowie verschmutzt und halten es für überholt. Dieses Modell von „Ausbeuten – Produzieren – Wegwerfen“ versäumt es, eine Bestandsaufnahme des natürlichen Kapitals vorzunehmen und erschöpft gleichsam diese Ressourcen schneller, als sie sich regenerieren können. Somit kann dieses Modell unsere wachsende Weltbevölkerung nicht weiter unterstützen und gefährdet die globale Wirtschaftstätigkeit.

Eine sauberere Wirtschaft
Es gibt jedoch auch zahlreiche politische Entscheidungsträger, die den Übergang zu einem neuen Wirtschaftsmodell vorantreiben, das auf den Prinzipien von Kreislaufwirtschaft, Effizienz, Inklusion und Sauberkeit basiert. Sie akzeptieren die Notwendigkeit einer grünen Wirtschaft und verpflichten sich dazu, nach der Pandemie „besser nach vorne zu schauen“. Das Pariser Klimaabkommen ist bereits in Kraft getreten und beschleunigt die Realisierung der Netto-Null-Emissionen. Grundsätzlich rückt das Kapital der Natur zunehmend in den Fokus der Regulierungsbehörden, denn 2021 wird ein entscheidendes Jahr für die Regulierung der Natur sein. Es wird erwartet, dass in Kunming, China, neue Ziele für den Erhalt der biologischen Vielfalt festgelegt werden und damit quasi das Äquivalent zum Pariser Klimaabkommen geschaffen wird. Im November 2020 hat der Prinz von Wales im Rahmen seiner Initiative für nachhaltige Märkte sowohl die Allianz für zirkuläre Bioökonomie als auch die Investitionsstrategie für Naturkapital von Lombard Odier ins Leben gerufen. Auch der „Europäische Grüne Deal“ konzentriert sich stark auf den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft.

Investitionen in Naturkapital
Während die Unterstützung für eine umweltfreundliche Politik weltweit zunimmt, sinken die Technologiekosten weiter, was die Investitionsmöglichkeiten wiederum steigert. Entscheidungsträger treiben ein neues Wirtschaftsmodell voran, das im Einklang mit der Natur gedeihen soll. Für Investoren ist es wichtig, sich auf die Identifizierung von Unternehmen zu konzentrieren, die die Kraft der Natur nutzen, sowie auf solche, die dazu beitragen, sie zu erhalten. Bei ersterem geht es um eine stärkere Nutzung von Biowerkstoffen und eine verstärkte Verwendung von Materialien aus der Natur. Es geht auch um die Nutzung von Abfall als Ressource, um Bioenergie und eine Vielzahl von regenerativen Landwirtschafts-, Forstwirtschafts- und Fischereipraktiken. Die Natur zu bewahren bedeutet, dass wir unser Produktions- und Konsummodell auf eine umfassendere Kreislaufwirtschaft umstellen müssen. Es geht darum, eine viel schlankere Form der Industrie, eine effizientere Nutzung unserer Ressourcen, eine Verlagerung unseres Konsummodells sowie zahlreiche Zero Waste-Strategien zu realisieren.

Wenn wir wollen, dass unsere Wirtschaft weiterhin wächst, müssen wir zunächst die Natur erhalten und in sie investieren. Glücklicherweise werden jetzt die notwendigen Massnahmen eingeleitet, um diese Ziele zu erreichen. Das Kapital der Natur wird dabei stets das wichtigste Fundament bilden. (LOIM/mc)

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