Eon stellt 7 Mrd Euro für erneuerbare Energien bereit

Offshore-Windpark

Eon will alle 18 Monate einen Offshore-Windpark in Betrieb nehmen.

Düsseldorf – Der grösste deutsche Energiekonzern Eon hält trotz der Belastungen durch Atomausstieg und Euro-Schuldenkrise seine Investitionen in Ökostrom stabil. In den kommenden fünf Jahren sollen mindestens 7 Milliarden Euro in erneuerbare Energien fliessen, wie das Unternehmen am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte. In etwa so viel hat Eon bereits in den vergangenen fünf Jahren in die regenerative Stromgewinnung gesteckt. Schwerpunkt sind dabei Windprojekte auf hoher See. Künftig will der Konzern alle 18 Monate einen solchen Windpark in Betrieb nehmen.

Um die Investitionen trotz der sich wegen der Energiewende eintrübenden Gewinnaussichten stemmen zu können, plant Eon ein hartes Sparprogramm samt Stellenabbau. Weltweit sollen bis zu 11.000 Arbeitsplätze wegfallen, darunter mehr als 6.000 in Deutschland. Im Gesamtjahr rechnet Eon unter dem Strich erstmals in seiner Geschichte mit einem Verlust. Am Montag hatte das Unternehmen Abschreibungen von drei Milliarden Euro vor allem auf seine Geschäfte in den Schuldenkrisenländern Italien und Spanien angekündigt.

Umbau zum «grünen Energiekonzern»
Im Rahmen des Öko-Investitionsprogramms, mit dem Eon sich nach eigenen Angaben zu einem «grünen Energiekonzern» wandeln will, plant der Vorstand als erstes Grossprojekt in Deutschland den Bau des Hochsee-Windparks Amrumbank West für rund eine Milliarde Euro. 80 Turbinen von Siemens mit einer Gesamt­leistung von 288 Megawatt sollen von 2015 an Strom für rund 300.000 Haushalte liefern. Als Betriebs- und Servicestützpunkt ist die Insel Helgoland vorgesehen. «Amrumbank ist unser klares Bekenntnis zur Energiewende in Deutschland», sagte Eon-Chef Johannes Teyssen.

Weitere Windparks geplant
Zudem plant der Konzern vor der englischen Küste für rund 850 Millionen Euro den Bau des Windparks Humber Gateway mit 219 Megawatt, der ebenfalls 2015 ans Netz gehen soll. In der Ostsee südlich von Schweden will der Konzern bis 2013 den Windpark Kårehamn mit 48 Megawatt Leistung und einem einem Investitionsvolumen von 120 Millionen Euro errichten. Für diese Parks setzt Eon auf Turbinen des dänischen Weltmarktführers Vestas. Für den Bau chartert der Konzern für sechs Jahre eine spezielles Konstruktionsschiff. In den vergangenen Jahren hat Eon nach eigenen Angaben zwei Milliarden Euro in sechs Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee gesteckt. (awp/mc/ps)

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