Greenpeace: Ölbohrungen zum zweiten Mal gestoppt

Greenpeace - Leiv Eiriksson

Greenpeace-Aktivisten erklimmen die Ölplattform in der Arktis erneut.

Zürich – Greenpeace-Aktivisten haben am Wochenende die «Leiv Eiriksson» besetzt, weil die schottische Bohrplattform den Run auf die arktischen Ölreserven eröffnet. Beschützt von einem dänischen Kriegsschiff soll sie westlich von Grönland in 900 Metern Tiefe nach Öl bohren und wird von konkurrierenden Ölfirmen scharf beobachtet.

Auch Exxon, Chevron und andere Ölkonzerne haben bereits Lizenzen für Ölbohrungen in der Arktis erworben. Ist die «Leiv Eiriksson» erfolgreich, stossen die anderen Ölkonzerne rasch nach.

Empfindliche Lebenswelt bedroht
Die Ölförderung in der Arktis würde die empfindliche Lebenswelt in dieser abgelegenen Region akut gefährden. Passiert ein Unfall wie im Golf von Mexiko, wäre es so gut wie unmöglich, das auslaufende Öl unter Kontrolle zu bringen. Das geht auch aus Dokumenten der britischen Regierung hervor, deren Veröffentlichung Greenpeace vor kurzem erstritten hat. Gemäss den Dokumenten des britischen Foreign Office sind technische Massnahmen zum Stopfen eines Lecks oder Entlastungsbohrungen bei eisiger Kälte, grossen Tiefen und arktischen Stürmen so gut wie unmöglich. Ölfressende Bakterien, die bei der Beseitigung des Ölteppichs im Golf von Mexiko eine zentrale Rolle spielten, sind bei arktischen Minustemperaturen kaum noch aktiv.

Fehlender Notfallplan
Ausserdem sei die arktische Region so abgelegen, dass es enorm lange dauern würde, bevor technisches Equipment zur Bekämpfung einer Ölpest herangeschafft werden könnte. Cairn Energy weigert sich, einen Plan zur Bekämpfung eines oil-spills vorzulegen und hat im Notfall lediglich 14 Schiffe zur Verfügung. Im Golf von Mexiko waren dagegen 6500 Schiffe und 50.000 Menschen im Einsatz, um gegen das ausfliessende Öl anzukämpfen. Cairn musste zudem einräumen, dass seine Ölbohrungen das Wasser schon im Normalbetrieb mit 9000 Tonnen giftiger Chemikalien belasten. (Greenpeace/mc/ps)

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