Happy London ludens

Happy London ludens

London – Die olympischen Spiele sind zu Ende und London hat begeistert. Spielend haben die Londoner alle befürchteten Katastrophen umschifft und die Kulisse für  grandiose Spiele geboten.

Von Helmuth Fuchs

Schon die Eröffnungsfeier steigerte sich kontinuierlich nach eher zögerlichem Beginn. Nicht die artistisch technische Perfektion Pekings wurde weitergeführt, sondern eine herzliche, traditionsbewusste und doch relaxte Atmosphäre für die Sportler und Zuschauer geschaffen.

Echte Begeisterung statt inszenierter Pathos
Natürlich gab es inszenierte Reden, durchsichtige Symbolik, aber alles in sehr erträglichem Masse. Immer standen die Sportler im Vordergrund. Die Zuschauer überwanden nationalistische Tendenzen, begeisterten sich für die Leistungen aller Teilnehmer. Diese uneingeschränkte Unterstützung aller Sportler hat ein Feuer entfacht, das Bildschirme überwand. Selten hat mich eine Sportveranstaltung so in ihren Bann gezogen. Dramen und unglaubliche Siegesmomente haben sich in mein Gedächtnis gebrannt. Völlig unabhängig ihrer Nationalität habe ich mit Akteuren unterschiedlichster Sportarten mitgefiebert. Viel zur vorbehaltlosen Begeisterung hat BBC mit Kommentatoren wie Ian Thorpe, Steve Cram, Chris Boardman, Denise Lewis, Gary Lineker, Michael Johnson, Steve Redgrave und vielen anderen Sportidolen beigetragen. Diese ehemaligen Sportler waren nicht unbeteiligte Besserwisser, sondern Experten, die mitfieberten und die Zuschauer in die Geheimnisse und Besonderheiten der jeweiligen Sportart einweihten.

High Definition, High Emotions
HD- und, mit der richtigen Brille, 3D -Übertragungen von BBC liessen die Fernseh-Zuschauer hautnah dabei sein. Die Emotionen der Sportler und Zuschauer kamen ungefiltert in die eigenen Räumlichkeiten. Grandiose Bildschnitte und Kameraführung, informative Vorspanne und Randgeschichten: Die Spiele wurden mit modernsten Mitteln inszeniert und ein nie abbrechender Spannungsbogen erstreckte sich vom ersten bis zum letzten Tag. Bei diesen Spielen wurde Sportgeschichte in vielerlei Hinsicht geschrieben von Grössen wie Mo Farah, Usain Bolt, Tirunesh Dibaba, Michael Phelps, Jessica Ennis oder David Rudisha. Es waren die Spiele der Frauen. Viele Länder erlaubten Frauen zum ersten Mal die Teilnahme, zum ersten Mal haben Frauen im Boxen eine Siegerin gekürt.

London hat dem Traum vom friedlichen Wettkampf der Jugend der Welt neues Leben eingehaucht. Billiger Nationalismus und tattrige Sportfunktionäre fanden für einmal keine Bühne. Diese wurde exklusiv den Sportlern bereitet und von diesen zu unvergesslichen Auftritten benutzt. Many thanks for splendid games, London.

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