Hitachi Vantara: Vorbereitung auf eine neue Welt

Hitachi Vantara: Vorbereitung auf eine neue Welt
Von Hu Yoshida, VP and Global CTO Hitachi Vantara. (Foto: Hitachi Vantara)

„Die Welt wird nicht einfach genau da weitermachen, wo sie vor der Krise aufgehört hat. Wir werden nach dieser Zeit eine andere Welt vorfinden.” – Jamie Metzl, Autor von Hacking Darwin: Gentechnik und die Zukunft der Menschheit.

In jeder zweiten E-Mail und in jedem zweiten Social-Media-Beitrag geht es aktuell um die Auswirkungen des COVID-19-Virus auf unser Leben. In den vergangenen Wochen hat jeder von uns die Folgen der Pandemie zu spüren bekommen. Jeder Aspekt unseres Lebens ist auf den Kopf gestellt worden, unsere Arbeit, unsere Freizeit, unsere sozialen Interaktionen, der öffentliche Dienst, unsere Politik, die Strafverfolgung und sogar die Art und Weise, wie wir Gottesdienste feiern. Zu Hause bleiben scheint die einzige Möglichkeit zu sein, die Ausbreitung des Virus so weit zu verlangsamen, dass unser Gesundheitssystem nicht überlastet wird. Und viele dieser Veränderungen werden den grössten Teil des Jahres weiter Bestand haben.

Bei einer globalen Pandemie kann sich keine Nation vom Rest der Welt isolieren. Jedes Land wird irgendwann den Höhepunkt an Infizierten registrieren. Dabei muss man den Ländern aber zugute halten, dass sie zusammenarbeiten: Obwohl Grenzen geschlossen sind, um die Ausbreitung des Virus durch asymptomatische Überträger zu verlangsamen, teilen sie ihr Wissen und ihre medizinische Versorgung und arbeiten gemeinsam an der Entwicklung neuer Tests, wirksamer Medikamente und Impfstoffe.

Wir erleben eine Welle von Solidarität, Mitgefühl und Unterstützung von Unternehmen und Einzelpersonen: Organisationen leiten ihre Ressourcen um und ändern ihre Prioritäten, um die Sicherheit von Mitarbeitern, Partnern und Kunden vor Umsatz und Gewinn zu stellen. Städte richten Notunterkünfte für Obdachlose ein, Hotels stellen ihre zurzeit leerstehenden Zimmer zur Verfügung, Einzelpersonen organisieren Verteilzentren für Lebensmittel. Unternehmen werden vom Staat unterstützt, um ihren Mitarbeiter weiterhin ihr Gehalt zahlen und damit ihren Lebensunterhalt sichern zu können. Realität ist aber auch, dass einige Unternehmen diesen Sturm nicht überstehen werden. Viele Arbeitsplätze und Karrieren werden für immer verloren gehen, da sich die Art der Arbeit ändern wird und neue Fähigkeiten entwickelt und erworben werden müssen. Langfristig kann dies sogar zu einem Grundeinkommen führen, prognostiziert beispielsweise der eingangs zitierte James Metzl.

Veränderungen in der IT
Auch die IT steht vor grossen Veränderung. Die digitale Transformation, die in den vergangenen Jahren begonnen hat sich zu etablieren, wird sich als Reaktion auf die neuen Anforderungen an Technologien, Geschäftsmodelle und soziale Interaktionen beschleunigen. Daten und Analysen werden der Schlüssel zur Entwicklung von Lösungen sein. DevOps- und DataOps-Tools werden ständig aktualisiert werden müssen, um diesen neuen Anforderungen gerecht zu werden. Orchestrierung und Automatisierung werden die Schlüsselfaktoren für Agilität sein. Transparenz, Kommunikation und Open-Source-Communitys werden ebenfalls von entscheidender Bedeutung sein. Heute konzentriert sich die IT noch vor allem auf das Naheliegende, die Unterstützung der Mitarbeiter im Homeoffice. Aber jetzt ist es an der Zeit, Pläne für die Welt nach COVID-19 zu schmieden.

Diese Erfahrung wird auch Technologien wie etwa Quantencomputer beschleunigen. Anstatt obskure mathematische Probleme zu lösen, die niemanden wirklich interessieren, können Forscher sie etwa für Genomstudien oder die Optimierung von Versorgungsketten und Ersthelfern nutzen. Visuelle Analysen werden verwendet, um die Ausbreitung von Infektionen zu verfolgen und „Social Distancing” durchzusetzen. Es werden neue Analysewerkzeuge und Speichertechnologien entwickelt, um auf die daraus resultierende Datenexplosion zu reagieren. Kurzfristig wird die Speichernachfrage mit dem Eintritt in die erwartete Rezession zurückgehen, aber die Nachfrage dürfte mit der Erholung im weiteren Verlauf des Jahres sprunghaft ansteigen. In der Zwischenzeit wird der Fokus auf dem Erhalt von Lieferketten und Lagerbeständen in verschiedenen Regionen gerichtet.

eHealth & Collaboration auf dem Vormarsch
Eine deutliche Beschleunigung wird auch der Bereich der Telemedizin erleben: Die nächsten Termine mit meinen Ärzten werden per Videokonferenz über deren MyHealth-App erfolgen. Vorher werden die Messwerte meines Blutzuckers über eine iPhone-App hochgeladen, die Daten von Temperatur- und Blutdruckmessungen sende ich als Foto. Fehlt noch ein Pulsoxymeter, um die Auswirkungen von COVID-19 auf die Lungenfunktionen zu überwachen. Mittlerweile gibt es unzählige Anwendungen, die unsere körperlichen Messwerte aus der Ferne überwachen können und viele Arztbesuche überflüssig machen. Telemedizin wird auf diese Weise mit dazu beitragen, die Belastung für das medizinisches Pflegepersonal und die Ärzte zu verringern.

In der neuen Welt werden die meisten von uns von zu Hause aus arbeiten. Tools wie Microsoft Teams und Zoom helfen dabei, eine Verbindung zu all denjenigen herzustellen, die sich ausserhalb unserer eigenen vier Wände befinden. Man wird mehr Zeit mit der Familie verbringen, da auch der Schulunterricht verstärkt zu Hause stattfindet. Ein bisschen so wie früher: Die Kinder arbeiten mit den Eltern zusammen und lernen deren Werte und Ethik zu Hause und bei der Arbeit kennen. Es wird wieder zusammen gekocht, gegessen und am Tisch geredet werden. Viele Schulen schicken Computer und Tablets nach Hause und Netzbetreiber machen ihre Services für einkommensschwache Familien verfügbar und erschwinglich. Kinder und Lehrer werden zu Experten in der Nutzung von Computern und Apps. Eltern haben die Möglichkeit, sich stärker an der Ausbildung ihrer Kinder zu beteiligen und vielleicht sogar von dem neuen Wissen zu profitieren, das in unseren Schulen entwickelt wird. Bildung wird eine lebenslange Erfahrung sein.

Einige der Technologien, die den Virus verfolgen, überwachen und analysieren, sind notwendig, müssen aber eingeschränkt oder streng geregelt werden, wenn die Krise vorüber ist. Hoffentlich geht diese Situation vorüber, und wir werden die Sorgfalt, das Mitgefühl und die Innovation, die wir jetzt erleben, bewahren. Die Welt wird sicherlich eine andere sein, und wir müssen sicherstellen, dass sie eine bessere wird.

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