Immer mehr Firmen rekrutieren CEO von ausserhalb

Immer mehr Firmen rekrutieren CEO von ausserhalb

Chef: Nachfolger nicht in Firma geparkt.

London / New York – Mehr und mehr grosse Firmen suchen den Nachfolger des Geschäftsführers nicht in den eigenen Reihen. Bereits jedes fünfte Unternehmen hat zwischen 2012 und 2015 über den Tellerrand geblickt und den neuen Geschäftsführer von ausserhalb angeheuert, wie die «CEO Success»-Studie von Strategy&, der Strategieberatungsfirma von PwC, zeigt. Im Vergleich zum Zeitraum von 2004 bis 2007 hat sich die «Aussenseiter-Rate» somit fast verdoppelt.

«Sie wurden früher als letzte Hoffnung gesehen», erklärt Gary L. Neilson, einer der Studienautoren. «Aber mittlerweile haben sie sozusagen gezeigt, was sie drauf haben.» Dass sie sich beweisen konnten, liegt auch daran, dass immer mehr Branchen vor grossen Umbrüchen stehen: «Der Grad des diskontinuierlichen Wandels – wenn Unternehmen ihr Business-Modell ändern oder etwas tun müssen, was sie noch nie zuvor getan haben – treibt das Verlangen, Aussenseiter hereinzuholen, voran», meint Neilson.

Aussenseiter mancherorts beliebter
Die Telekommunikationsindustrie hat in den letzten vier Jahren sogar 38 Prozent der neuen Geschäftsführer von ausserhalb hereingeholt. Gemessen wurden jeweils die geplanten Geschäftsführerwechsel – wenn ein Unternehmen mit einem anderen zusammengeführt oder ein Geschäftsführer plötzlich aus der Firma bugsiert wurde, spielte hingegen keine Rolle.

Besonders in Brasilien, Russland und Indien werden Chefs gern aus anderen Unternehmen rekrutiert. Auch in Westeuropa ist dies gang und gäbe – doppelt so häufig wie in den USA und Kanada, die sich dem Trend noch nicht in diesem Ausmass angeschlossen haben.

Geringe Frauenquote bei neuen Jobs
Jedoch zeigten sich die Autoren von der niedrigen Frauenquote überrascht: Weniger als drei Prozent der neuen Chefs waren weiblich. In Hinblick auf die Industriezweige und geografischen Regionen, die in der Stichprobe zu finden sind, «war es einfach Pech, dass nicht viele Frauen als Geschäftsführerinnen angeheuert wurden», so Spencer Herbst von PwC. Es handle sich bei der geringen Frauenquote nur um eine statistische Anomalie und nicht um einen globalen Trend. (pte/mc/ps)

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