Klimastiftung Schweiz: Nur die Wohnung heizen, nicht das Klima!

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(Foto: Klimastiftung Schweiz)

Zürich – Jetzt werden die Heizungen wieder eingefeuert und die Radiatoren aufgedreht. Das sorgt für hohe CO2-Emissionen, denn immer noch werden fast zwei Drittel aller Schweizer Gebäude mit Öl oder Gas geheizt. Die Lösung heisst aber nicht «frieren», sondern «moderne Gebäudetechnik einsetzen».

Viele Gebäude in der Schweiz und in Liechtenstein sind wahre Energieschleudern: Öl- und Gasheizungen produzieren unter Ausstoss von viel CO2 Wärme, die zu einem rechten Teil gar nicht genutzt wird. Sie geht gleich wieder verloren, weil die Gebäude schlecht isoliert sind oder sie wird nicht benötigt, weil gar niemand zu Hause ist. Kein Wunder, sind Gebäude für die Hälfte des ganzen Energieverbrauchs verantwortlich.

Die Schweiz muss bis im Jahr 2050 klimaneutral werden, das hat der Bundesrat entschieden, um irreparable Schäden am weltweiten Klima möglichst zu verhindern. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, muss Energie einerseits nachhaltiger produziert und andererseits gespart werden. Mit diesen beiden Ansätzen im Kopf entwickeln innovative KMU neue Gebäudetechnik. Die Klimastiftung Schweiz unterstützt sie dabei finanziell. Die Gelder stammen von den 27 Partnerfirmen der Stiftung, darunter Banken wie Raiffeisen, Pictet, die Liechtensteinische Landesbank oder die Bank Vontobel.

Energie nachhaltig produzieren
So entwickelt etwa das Waadtländer Unternehmen Fireforce Technology eine Holzheizung, die praktisch keine Schadstoffe ausstösst. Holzheizungen sind zwar deutlich klimafreundlicher als Ölheizungen, stossen aber viel Feinstaub aus. «Bisher versucht man das meist mit einem Filter zu lösen», sagt Fireforce-Geschäftsführer André Van der Veken. «Aber es ist doch viel sinnvoller, die Entstehung dieser Emissionen zu verhindern als sie nachher mühsam einzufangen». Bei der Klimastiftung Schweiz hat Van der Veken deshalb einen Antrag auf Unterstützung gestellt und bewilligt erhalten.

Bereits zum zweiten Mal unterstützt wird die Rudolf Schmid AG, die einen «Freikolben-Resonanz-Stirling» entwickelt hat. Was kompliziert klingt, ist einfach erklärt: Mit Gas, Biogas oder später sogar mit Holz werden hohe Temperaturen erzeugt die den «Freikolben-Resonanz-Stirling» antreiben. Dieser erzeugt Strom und Heizwärme. Gebäude können sich selbst effizient mit Strom und Wärme versorgen.

Energie sparen dank künstlicher Intelligenz
Egal wie nachhaltig Wärme produziert wird – wenn niemand zu Hause ist, verpufft sie nutzlos. Deshalb entwickelt das Berner Startup CleverOn (ehemals SimplyHome) eine intelligente Steuerung für Heizungen und Radiatoren. Das System benötigt keine komplizierte Installation: Die alten Thermostate entfernen, die neuen reinschrauben und mit dem WLAN verbinden, Sensor platzieren, fertig. Von nun an spürt der Sensor die Nutzungsmuster der Bewohnenden und steuert mit Hilfe künstlicher Intelligenz, wann welcher Raum wie stark geheizt wird. Dabei wird sogar die Wetterprognose mit einbezogen.

Energie wiederverwenden – etwa beim Duschen
Kalt und nass – so ist das Wetter in den kommenden Monaten immer wieder. Was hilft, ist eine heisse Dusche. Doch das aufwändig geheizte Wasser erfüllt nur wenige Sekunden lang einen Zweck, dann fliesst es warm in den Ablauf und die Energie ist weg. Pure Verschwendung sei das, sagt Reto Schmid, Geschäftsführer der Bieler Joulia SA. Mit finanzieller Unterstützung der Klimastiftung Schweiz hat das Joulia-Team eine Duschrinne entwickelt, die die Energie des warmen Abwassers nutzt, um das kalte Frischwasser vorzuheizen. So können beim Duschen über die Hälfte der der Heizenergie gespart werden.

Innovationsstandort stärken
Die Schweiz und Liechtenstein beherbergen unzählige KMU, die mit ihren Projekten den Klimaschutz vorwärtstreiben, sei es durch Energiesparen im eigenen Betrieb oder das Entwickeln innovativer Produkte. «Die Innovationskraft des Wirtschaftsstandorts Schweiz und Liechtenstein macht es möglich, dass unsere kleinen Länder einen relevanten Beitrag zum weltweiten Klimaschutz leisten können», sagt Christian Schilz, der die Bank Vontobel im Stiftungsrat vertritt. «Aber Innovation kostet. Deshalb kann ich KMU nur ermutigen, bei uns einen Förderantrag zu stellen.»

Die Stiftung, finanziert durch 27 Partnerfirmen, spricht jährlich mehrere Millionen Franken Fördergelder und schützt so nicht nur das Klima, sondern fördert auch einheimische KMU. Von der Wirtschaft für die Wirtschaft. (Klimastiftung/mc)

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