Klimawandel verändert Musikgeschmack nachhaltig

Ibiza

Emotionen gegenüber dem Wetter werden oft über Musik ausgedrückt. (Foto: pg)

Oxford – Der vorhergesagte Klimawandel beeinflusst langfristig den Musikgeschmack. «Die Anschauung darüber, dass ein bestimmtes Wetter gut und ein anderes wiederum schlecht sein soll, wird sich ändern», zeigt sich Karen Aplin von der University of Oxford überzeugt.

«Heute freuen sich die Menschen in Europa noch auf den Sommer, aber was, wenn jeder Sommer Temperaturen von über 40 Grad Celsius mit sich bringen würde», fragt die Forscherin. Dann würden sich die Stimmungen gegenüber bestimmten Wettersituation stark ändern, ist Aplin überzeugt.

Emotionen mit Wetter ausgedrückt
Emotionen gegenüber dem Wetter werden oft über Musik ausgedrückt. Um nach Referenzen für das Wetter in den Songtiteln oder Bandnamen zu suchen, durchstöberte das Forscherteam 15.000 Songs. In die Liste aufgenommen wurden alle englischsprachigen Songs von den 1950er-Jahren bis heute. Quelle waren zumeist Karaokelisten.

Die Forscher fanden rund 800 Referenzen für Wetter. Von den vom «Rolling Stone Magazine» gelisteten 500 grössten Songs aller Zeiten waren sieben Prozent der Lieder wetterbezogen. Bob Dylan, John Lennon und Paul McCartney schrieben die meisten Song-Wetterberichte, wobei Sonne am öftesten besungen wurde, gefolgt von Regen.

Hurrikans beeinflussten Songtexte
«Wir fanden heraus, dass das Wetter in den Songs verwendet wird, um eine bestimmte Emotion zu zeigen. Normalerweise ist Sonne positiv und Regen negativ besetzt», so Aplin. Die Forscher fanden zudem heraus, dass in den 1950er-Jahren, eine Zeit, in der sehr oft Hurrikans wüteten, viel mehr Musik über Winde oder Stürme geschrieben wurde.

Die neuen Erkenntnisse könnten ein Vorbote dafür sein, dass sich die Musikthemen langfristig verändern, falls der Klimawandel extremere Wetterereignisse in kürzerer Folge mit sich bringt. Aber wie meinte schon John Lennon im Song «Rain»: «Ob es regnet oder ob die Sonne scheint, ist nur eine Frage des Gemüts.» (pte/mc/ps)

University of Oxford

Original-Beitrag bei pressetext

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