KOF Jugendarbeitmarkt-Index: Die Schweiz wieder an der Spitze

KOF Jugendarbeitmarkt-Index: Die Schweiz wieder an der Spitze
(Bild: DOC RABE Media/AdobeStock)

Zürich – Die Situation von Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt hat sich zwischen 2016 und 2017 verbessert. Beim jüngsten KOF Jugendarbeitsmarktindex liegt die Schweiz europaweit auf dem ersten Platz. Dänemark fällt zwar auf den zweiten Platz zurück, die Situation auf dem Jugendarbeitsmarkt ist dort aber noch immer sehr zufriedenstellend. Die Niederlande, Deutschland und Österreich bestätigen ihre soliden Positionen. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen die osteuropäischen Länder grosse Verbesserungen.

Der KOF Jugendarbeitsmarktindex (KOF YLMI) gibt mittels eines multidimensionalen Ansatzes die Situation von Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt wieder. Der Index umfasst zwölf Indikatoren, die in folgende vier Dimensionen unterteilt werden: Arbeitsmarktstatus, Arbeitsqualität, Bildungssystem und Leichtigkeit des Arbeitsmarkteintritts. Die Indexwerte liegen zwischen eins und sieben; je höher der Wert, desto besser ist die Situation.

Die Ergebnisse im Einzelnen
Die sechste Ausgabe des KOF YLMI erweitert die Datenlage um das Jahr 2017. Die Situation von Jugendlichen auf dem europäischen Arbeitsmarkt hat sich zwischen 2016 und 2017 eindeutig verbessert. Die Schweiz rangiert mit einem Wert von 5,70 vor Dänemark, das mit einem Wert von 5,69 Platz zwei erreicht. Lettland belegt Platz drei (5,62). Die Niederlande (5,55), Deutschland (5,46) und Österreich (5,43) können ihre Positionen halten. Zu den Top Ten zählen weiter Slowenien (5,41), die Tschechische Republik (5,37), Litauen (5,36) und Estland (5,35). Insgesamt hat sich die Lage in den osteuropäischen Ländern stark verbessert. Der Durchschnitt der EU-28-Länder liegt bei 5,07.

Die Ergebnisse der einzelnen Dimensionen
Die Entwicklung der einzelnen Dimensionen zeigt, worauf die Veränderungen zwischen 2016 und 2017 zurückzuführen sind. Der Arbeitsmarktstatus hat sich in zehn Ländern verbessert. Dies weist darauf hin, dass junge Leute verstärkt in den Arbeitsmarkt integriert werden. Im Hinblick auf die Arbeitsqualität sind die Unterschiede zwischen 2016 und 2017 geringfügig. Nur in Estland gibt es einen deutlichen Rückgang in dieser Dimension, während sich in Kroatien, Rumänien, Griechenland und Montenegro eine positive Tendenz zeigt. Beim Bildungssystem werden indes grosse Veränderungen verzeichnet. Insbesondere in Lettland, Zypern, Kroatien und Montenegro hat sich die Dimension Bildungssystem verbessert, während Dänemark, Litauen, Luxemburg, die Türkei und die Slowakei eine deutliche Verschlechterung in dieser Dimension verzeichnen. Die Veränderungen in der Dimension Leichtigkeit des Arbeitsmarkteintritts sind geringfügig.

Heterogenität im Bildungssystem
Im Zentrum der diesjährigen Ausgabe des KOF YLMI steht die Rate der formalen Ausbildung. Dieser Indikator erfasst den Anteil der 15- bis 24-Jährigen, die eine formale Ausbildung absolvieren (Allgemeinbildung oder Berufsbildung). Er steht für das Bildungs- und Qualifikationsniveau. Dabei zeigen sich grosse Unterschiede zwischen den Ländern. In den Niederlanden, Luxemburg und Slowenien absolvieren drei von vier jungen Menschen eine weiterführende Allgemein- oder Berufsbildung. In der Türkei, in Malta und im Vereinigten Königreich beträgt dieser Anteil nur ungefähr 50%. Obwohl diese Unterschiede in engem Bezug zu anderen Indikatoren wie der Jugendarbeitslosenrate stehen, lassen sie kein umfassendes Urteil über die Situation auf dem Jugendarbeitsmarkt zu. Zudem überrascht es, dass einige Länder in diesem Bereich während der letzten zehn Jahre gegensätzliche Tendenzen verzeichneten.

Gegensätzliche Tendenzen bei der Bildungsbeteiligung
Die Rate der formalen Ausbildung hat sich zwischen den Ländern sehr unterschiedlich entwickelt. In Polen und Ungarn sank die Teilnahme zwischen 2007 und 2017 um 10 Prozentpunkte. Ein geringerer Rückgang wurde in Litauen, Finnland, Estland und Island verzeichnet. In anderen Ländern nimmt die Teilnahme von Jugendlichen an der Allgemein- oder Berufsbildung hingegen eindeutig zu. In der Türkei stieg der Anteil beispielsweise um etwa 20 Prozentpunkte (von ungefähr 32% auf 52%), genauso wie in Irland (von 45% auf etwa 65%) und Spanien (von 52% auf 70%). Ob dieser Anstieg die positiven Entwicklung auf dem Jugendarbeitsmarkt widerspiegelt, ist nicht eindeutig, sondern hängt eher von der länderspezifischen Situation ab. (KOF/mc/ps)

Weitere Informationen zum KOF Jugendarbeitmarktindex finden Sie hier.

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