Michael N. Hall erhält Charles Rodolphe Brupbacher Preis für Krebsforschung 2019

Michael N. Hall
Michael N. Hall. (Foto: Universität Basel, Peter Schnetz)

Zürich – Michael Hall vom Biozentrum der Universität Basel wird mit dem Charles Rodolphe Brupbacher Preis für Krebsforschung 2019 ausgezeichnet. Er erhält den Preis für die Entdeckung des Enzyms TOR, das in komplexen Signalnetzwerken das Zellwachstum steuert. Seine Arbeiten haben entscheidend dazu beigetragen, neuartige Krebsmedikamente zu entwickeln. Die Preisverleihung findet im Rahmen des 14. Charles Rodolphe Brupbacher Symposiums am 31. Januar 2019 in Zürich statt.

Die mit 100 000 Franken dotierte Auszeichnung gilt als eine der international renommiertesten für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Gebiet der Krebsforschung. Gewürdigt wird Michael Hall, Professor für Biochemie am Biozentrum der Universität Basel, für die Aufklärung grundlegender Mechanismen, wie das Zellwachstum gesteuert wird und wie Krebs entsteht. Ende Januar 2019 wird zum vierzehnten Mal der im Andenken an Charles Rodolphe Brupbacher von seiner Ehefrau Frédérique Brupbacher gestiftete Preis verliehen. Die Preisverleihung ist öffentlich und findet im Rahmen des 14. Charles Rodolphe Symposiums am 31. Januar 2019 im Audimax der ETH Zürich statt. Am Krebsforschungssymposium nehmen ca. 500 führende Krebsforschende aus der ganzen Welt teil.

Zentrale Steuerung des Zellwachstums entdeckt
In den frühen 90er-Jahren entdeckte Michael Hall am Biozentrum in Basel das Protein TOR, was für «Taget of Rapamycin» steht. An einzelligen Hefen konnte Hall zeigen, dass TOR ein zentrales Steuerungselement ist, das Wachstum und Stoffwechsel von Zellen steuert. Das Enzym bildet zwei unterschiedliche Multi-Protein-Komplexe, die über ein kompliziertes Netzwerk von Signalwegen funktionieren. Wird der TOR-Signalweg aktiviert, schaltet die Zelle ihre Wachstumsmaschinerie ein und hemmt abbauende Prozesse. Das Enzym kommt in allen höheren Organismen vor, von Würmern und Pflanzen bis hin zu Säugetieren, wo das Enzym mTOR genannt wird.

Basis für zielgerichtete Krebsmedikamente
Rapamycin wird von einem Bodenbakterium produziert und hemmt das Wachstum von Pilzen. Diese fungizide Substanz hemmt neben dem Pilzwachstum auch die Aktivität des Immunsystems sowie das Wachstum von Tumoren. Michael Hall konnte zeigen, dass die Fehlregulation des von mTOR gesteuerten Signalweges mitverantwortlich ist, dass Krankheiten wie Krebs, Diabetes und Herz-Kreislaufkrankheiten entstehen. Heute werden Rapamycin und Abkömmlinge davon zur Vorbeugung von Abstossungsreaktionen bei Organtransplantationen sowie zur Therapie von Krebserkrankungen eingesetzt. Sogenannte TOR-Inhibitoren, die den mTOR-Signalweg blockieren, werden seit Jahren erfolgreich gegen Tumorarten wie Nieren-, Pankreas-, Brust-, Magendarm- und Lungenkrebs eingesetzt. Insbesondere Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen leben dank TOR-Inhibitoren signifikant länger. (mc)

Charles Rodolphe Brupbacher Stiftung

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