Millionen Jahre altes Fossil entpuppt sich als Übergangsform zwischen Krebs und Insekt

Millionen Jahre altes Fossil entpuppt sich als Übergangsform zwischen Krebs und Insekt
So könnte es ausgesehen haben, das Urinsekt Chosha praecursor. (Foto: © NIGPAS / SPIEGEL)

Wie gingen Insekten an Land? Bislang stellte diese Frage ein Rätsel dar. Ein internationales Forschungsteam hat nun ein Fossil untersucht, das wohl ein Mischwesen war – und eine Lücke im Stammbaum schliesst.

Forschende haben neue Erkenntnisse über ein 324 Millionen Jahre altes Fossil gewonnen: Es konservierte die aussergewöhnliche Übergangsform eines Insekts, das von Wasser an Land ging. Ursprünglich hatten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Fossil als Larve von Krebstieren interpretiert. Mithilfe moderner Technologie konnte ein internationales Forschungsteam nun jedoch feststellen: Es handelt sich um ein weibliches Insekt.

Die Forschenden tauften es Chosha praecursor, was so viel wie »Vorgänger-Insekt« bedeutet. Die Entdeckung liefert neues Wissen darüber, wie Insekten einst an Land gingen. Bislang war bekannt, dass sich Insekten vor mehr als 450 Millionen Jahren von anderen Gliederfüssern abspalteten. «Die frühe Evolutionsgeschichte der Insekten blieb jedoch bislang unklar, da Fossilien aus der Zeit ihrer frühen Diversifizierung fehlen», zitiert «Bild der Wissenschaft» die Forschenden. Vergangene Woche sind deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift «nature» erschienen.

Das Besondere: Chosha praecursor hatte wie Insekten heute zwei Fühler am Kopf und sechs Beine, die vom Brustkorb ausgingen – alles Merkmale von Insekten. Hinzu kommt jedoch ein länglicher Hinterleib mit elf Segmenten, was wiederum auf ein Krebstier hindeutet.

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