Obama will im Pazifik weltgrösstes Meeresschutzgebiet schaffen

Fischerei

(Foto: Oceana/Carlos Minguell)

Washington – US-Präsident Barack Obama hat zum Anlass einer Ozean-Konferenz in Washington zum Kampf gegen illegale Fischerei aufgerufen. Zu diesem Zweck will er unter anderem im Pazifik das weltweit grösste Meeresschutzgebiet einrichten.

Obama kündigte an, seine Exekutivvollmachten für mehrere Massnahmen zu nutzen. So soll im Pazifischen Ozean ein Meeresschutzgebiet auf drei Millionen Quadratkilometer ausgeweitet werden. Neben der Fischerei wären dann auch Öl- oder Gasbohrungen in dem gigantischen Areal verboten. Bevor das Gebiet festgelegt werde, werde mit den betroffenen Parteien und Ländern beraten, erklärte das Weisse Haus.

«Wenn wir unseren Meeren die Ressourcen rauben, dann zerstören wir nicht nur einen der grössten Schätze der Menschheit», sagte Obama in der Videobotschaft für die zweitägige Konferenz. «Dann schneiden wir auch eine der grössten Quellen für Nahrung und Wirtschaftswachstum ab.»

Hilfspaket in der Höhe von 1,4 Mrd Dollar
Auf der Konferenz wurden 1,4 Milliarden Dollar zugesagt für die Bekämpfung von Übersäuerung, Verschmutzung und Überfischung der Meere. Derzeit sei nur ein kleiner Teil der Ozeane geschützt, sagte US-Aussenminister John Kerry. Mehr müsse getan werden, aber die Konferenz sei ein «grossartiger Start».

Strategie gegen Schwarzmarkt-Fischerei
Obama erklärte, er habe seine Regierung beauftragt, eine «nationale Strategie gegen die Schwarzmarkt-Fischerei auszuarbeiten». Laut Kerry sollen in den USA bald nur noch nachhaltig und rückverfolgbar gefischte Fische und Meeresfrüchte verkauft werden. Einem kürzlich veröffentlichten Bericht zufolge kommen in den USA derzeit 20 bis 32 Prozent der wild gefangenen Fische aus illegalen Quellen.

Bei Umweltschutzgruppen stiessen Obamas Ankündigungen auf grosse Zustimmung. Die Organisation Oceana lobte eine «praktische Lösung für ein hässliches Problem». Die Initiative werde «unser Denken über Fische und Meeresfrüchte für immer verändern», erklärte Oceana-Kampagnendirektorin Beth Lowell. (awp/mc/pg)

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