Privatbankiers lehnen Informations-Austausch nicht kategorisch ab

Michel Y. Dérobert

Michel Dérobert, Geschäftsführer der Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers.

Zürich/Genf – Die Privatbanken ziehen die Abgeltungssteuer dem automatischen Informationsaustausch zwar vor. Wenn aber Schweizer Finanzinstitute gleichzeitig Zutritt zum EU-Markt bekämen, dann könnten sie auch damit leben, wenn sie die Daten ihrer ausländischen Kunden zu Steuerzwecken an deren Wohnsitzstaaten melden müssten.

«An uns würde eine solche Lösung wahrscheinlich nicht scheitern», sagte der Geschäftsführer der Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers, Michel Dérobert, in einem Interview im «Tages-Anzeiger» und im «Bund» vom Montag. Die Verhinderung des automatischen Informationsaustausches sei kein strategisches Ziel der Privatbankiers.

Kein Anlass um Bankgeheimnis auch für Schweizer aufzuweichen
Wichtig sei aber auf alle Fälle, dass Kunden, die sich bisher auf das Bankgeheimnis verlassen hätten, eine Möglichkeit zur Legalisierung der Altgelder bekämen. Einen Anlass, wegen des Drucks aus dem Ausland auch die Gesetze im Inland zu ändern – sprich das Bankgeheimnis auch für Schweizer aufzuweichen -, sieht Dérobert dagegen nicht. Die Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers zählt zwölf Mitglieder. (awp/mc/ps)

 

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