Ressourcen der Erde für 2016 bereits aufgebraucht

WWF

 (Bild: NASA / WWF)    

Zürich – Der Planet Erde muss heute den Vertrag mit seinen Bewohnern der Spezies Homo Sapiens kündigen. Die Menschen haben alle Ressourcen verbraucht, welche ihnen die Erde für das ganze Jahr 2016 zur Verfügung stellt, wie der WWF feststellt.

Theoretisch müsste die Erde aus dem Übereinkommen mit der Menschheit aussteigen und ihr den Zugang zu weiteren Ressourcen verweigern. Grund für den Planet-Exit ist die Tatsache, dass die Menschen in weniger als acht Monaten soviel von der Natur verbraucht haben, wie es eigentlich fürs ganze Jahr 2016 hätte reichen sollen. Jetzt müssten also alle Flugzeuge am Boden bleiben, die Börsen ihren Handel einstellen und die Shoppingzentren geschlossen bleiben.

Erstmals verbrauchte die Weltbevölkerung Anfang der 70er Jahre mehr Ressourcen, als die Erde im gleichen Zeitraum produzieren konnte. Damals fiel dieser Tag – der sogenannte Earth Overshoot Day – in den Dezember, inzwischen sind wir Anfang August angelangt.

Ressourcen sorgfältig nutzen
Die Menschheit lebt also ab heute nicht nur von den Zinsen der Natur, sondern zerrt auch an der Substanz. Damit auch spätere Generationen einen lebenswerten Planeten vorfinden, brauche es einen achtsameren und effizienteren Umgang mit Rohstoffen, fordert der WWF. Das gelte erst recht für die Schweiz: Denn lebten alle auf der Welt wie die Schweizerinnen und Schweizer, wären die Ressourcen von 3,3 Erden für die Deckung unseres Konsums erforderlich.

Eine Frage der Wahl
Mit wenigen, aber folgereichen Entscheiden, kann jeder seinen Ressourcenverbrauch massiv reduzieren und gleichzeitig an Lebensqualität gewinnen. Wer nicht ans andere Ende der Welt fliegt und dafür Ferien in der Schweiz oder im nahen Ausland verbringt, vermeidet acht Tonnen CO2 mit einer einzigen Reise. Auch beim Wohnen gibt es grosses Potential. Wer von Ölheizung auf Wärmepumpe umstellt, vermeidet jährlich vier Tonnen CO2. Und eine Tonne CO2 pro Jahr spart bereits, wer pro Woche 300 Gramm anstatt 2 Kilogramm Fleisch isst. Zum Vergleich: Die jährlichen CO2-Emmissionen pro Kopf in der Schweiz betragen 13 Tonnen. (WWF/mc/pg)

Wer wissen will, in welchem Lebensbereich sein Einsparpotential am grössten ist, berechnet seinen ökologischen Fussabdruck auf dem WWF-Footprint-Rechner und findet wirkungsvolle Klimatipps auf www.wwf.ch/klimatipps.

Earth Overshoot Day:
Die Grundlagen zur Berechnung des Earth Overshoot Day stammen vom Global Footprint Network (www.footprintnetwork.org/de), einer Partnerorganisation des WWF.

Schweizer Fussabdruck:
Der ökologische Fussabruck der Schweizerinnen und Schweizern liegt bei 3,3 Planeten. Er setzt sich wie folgt zusammen: Allgemeiner Konsum: 31%, Ernährung: 28%, Wohnen: 19%, private Mobilität: 12%, Staat & Gesundheit: 10%.

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