Robert Jakobs Wirtschaftslupe: Der GRÖFAZ
Von Robert Jakob
Nichts auslassen, das ist das Drehbuch der Peinlichkeiten der US-Führung. Kein Beispiel erhellt dies besser als die neue Schiffsklasse.
Militärexperten schütteln den Kopf. Schon seit dem Untergang der Bismarck – gemeint ist das Kriegsschiff, nicht der Politiker – weiss man, dass riesige Schlachtschiffe nicht der Weisheit letzter Schluss sind. Trotz grosser Panzerung sind sie versenkbar und dann geht der Verlust an Material und Menschenleben ins schier Unermessliche. Britische Torpedos gaben dem Stolz der deutschen Kriegsmarine bereits 1941 den Rest und rissen rund 2000 Matrosen mit in den Tod.
Dass der SOTUS jetzt unverhohlen den Atlantik beherrschen will, passt zu einem anderen Grössenwahnsinnigen, den kritische Deutsche schon damals abschätzig als «GRÖsster Führer Aller Zeiten» bezeichneten. Der Knallkopf aus Kallstadt will damit natürlich nahtlos seine gaga MAGA-Saga weiterbedienen. Dazu ist dem eitlen Egomanen nichts zu teuer. Zumal ja das Ausland fleissig bezahlt. So haben die einseitigen Zölle schon mal sehr viel Geld in die amerikanischen Staatskassen fliessen lassen. Und als wäre das nicht genug, schnappt er sich nun das venezolanische Erdöl. Das ist zwar schwer zu raffinieren, und die schwerfällige Petrochemie Venezuelas ist nach der Pleite des staatlichen Konzerns PDVSA nie wieder richtig auf die Beine gekommen (in 15 Jahren hat sich die Produktion auf 1 Million Barrel pro Tag gedrittelt).
Aber die US-Raffinerien am Golf von Mexiko stehen bereit, die schwere venezolanische Sosse zu raffinieren. Nach der Beschlagnahme ganzer Ozeantankerladungen macht der SOTUS klar, dass er das Erdöl einfach nach Amerika verschippern will. Der neue Name Golf von Amerika wird damit geadelt. Der Don kümmert sich um alles, und seine Fangemeinde jubelt. Die gesamten Reserven Venezuelas betragen gut 300 Milliarden Barrel oder rund 17 Prozent der Weltreserven. Dieser ökonomische Windfall-Profit ist das eigentliche Ziel der Operation Maduro, denkt sich der kritische Betrachter. Und die Ereignisse der letzten Tage geben ihm Recht. Maduro mag ein Vollpfosten sein, ein Drogenbaron wie der panamerikanische Diktator Noriega, der seinerzeit von Fritz Bush senior aus dem Amt gejagt und in den USA wegen Schutzgelderpressung, Drogenhandel und Verschwörung verurteilt wurde, ist er aber nicht.
Was schert schon das Völkerrecht?
Problematisch ist die völkerrechtswidrige Polizeiaktion des US-Militärs und der Drug Enforcement Administration (DEA), der Drogenbekämpfungsbehörde der Vereinigten Staaten, aber für Indien und China als wichtigste Abnehmer des Erdöls aus Venezuela. Russland wird mit seiner Schattenflotte zwar dankbar in die Bresche springen, aber es sind die Chinesen, die sich zu einer ähnlichen Kommando-Aktion wie die Amerikaner angespornt fühlen werden. Die handzahmen US-Reaktionen auf das gerade beendete militärische Umzingelungsmanöver der Insel Taiwan durch das chinesische Militär lässt Böses vorahnen. Eines nicht so fernen Tages könnte China aus der nächsten oder übernächsten Übung einfach mittendrin blutigen Ernst machen. Die USA würden sich wegducken, da ihnen die Bodenschätze im Atlantik von Grönland bis zur Karibik wichtiger sind als eine kleine Insel im chinesischen Meer.
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