Robert Jakobs Wirtschaftslupe: Wie weiter an den Börsen?
Von Robert Jakob
Dass der neue Krieg gemäss Trump bald beendet sei, hat die Wertpapierbörsen und allen voran die Energybörsen erst einmal beruhigt. Die Erholung zu Wochenbeginn dürfte jedoch trügerisch sein.
Ein einziger Satz des SOTUS macht noch keinen Frühling. Daher wird das Börsengeschehen weiter volatil bleiben, zumal die Bewertungen immer noch anspruchsvoll sind. So liegt das Kurs-/Gewinn-Verhältnis des Standard and Poor’s 500 Index über 20. Damit steht der breite Index amerikanischer Aktien rund ein Viertel über dem Durchschnitt der letzten zwanzig Jahre und das vor dem Hintergrund recht hoher Treasury-Bond-Zinsen. Diese Kombination mahnt zur Vorsicht. Europäische Titel sind da günstiger zu haben, leiden je nach Branche aber stärker unter dem hohen Erdölpreis. Besonders ausgeprägt ist das Kursgemetzel bei den deutschen Chemiewerten.
Vorsicht geboten
Das Trumps Wort überhaupt Wert beigemissen wird, zeigt, wie irrational das Börsengeschehen ist. Der neue Krieg mit dem Iran wird länger dauern, als der 12-Tage-Krieg vor einem Jahr. Das bedeutet aber auch, dass die Frage des mittelfristigen Ölpreises ins Zentrum der Gedankenspiele rückt. Die Meerenge von Hormus zeichnet für die laufende Versorgung von rund 20 Prozent des schwarzen Goldes verantwortlich. Die iranische Machtclique wird versuchen, sie so lange wie möglich in Geiselhaft zu nehmen. Allerdings gibt es im Gegensatz zum ersten Ölpreisschock in den 70er Jahren grosse strategische Reserven und zahlreiche alternative Lieferketten. Auch ein Erdölpreis um die 100 US-Dollar dürfte für einige Wochen kein Riesenproblem darstellen. Problematischer wird es, wenn es Richtung 150 oder gar 200 geht und sich der Krieg und die Versuche der Revolutionsgardisten, einen Flächenbrand anzuzetteln, monatelang hinziehen. Das dürfte zu Verleiderverkäufen an den Börsen führen und zu einem generellen Konsumeinbruch führen. Bereits jetzt stöhnen die amerikanischen Verbraucher über Spritpreise von weit über drei Dollar die Gallone (Preise, bei denen westeuropäische Verbraucher jubeln würden).
Wenig Alternativen
Der Absturz des Bitcoins um rund die Hälfte geht zu einem guten Teil auch auf die Kappe des amerikanischen Präsidenten. Dessen Geschäftemacherei mit künstlichen Bitcoin-Eigengewächsen hat das Vertrauen in die Kunstwährung weiter erschüttert.
An den Edelmetallbörsen ist das Rückschlagpotenzial gering. Der kürzliche Sell-off ähnelt wie ein Ei dem anderen dem Flash Crash zu Beginn der Coronakrise, einer Kombination von Gewinnmitnahmen und Umschichtungen. An den fundamentalen Argumenten für Gold, Silber, Platin und Palladium, hat sich wenig geändert. Währungen sind kaum mehr vertrauenswürdig. Allerdings ist das Gros der Kursanstiege bereits erfolgt. Silber gilt als anfälliger gegenüber Gewinnmitnahmen als Gold. Hier wird von Analysten immer auf das Ende früherer Silberhaussen verwiesen, die in tiefen Kursstürzen endeten. Das dürfte sich in diesem Ausmass nicht wiederholen, da die strategische Bedeutung des weissen Metalls für die Tech-Industrie deutlich zugenommen hat.
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