Robert Jakobs Wirtschaftslupe: Zentralbanken begehen Verbrechen an der Zukunft unserer Kinder

Robert Jakobs Wirtschaftslupe: Zentralbanken begehen Verbrechen an der Zukunft unserer Kinder
Buchautor und Moneycab-Kolumnist Robert Jakob.

Von Robert Jakob

Natürlich blieb den Staaten gar nichts anderes übrig, als mit Geld um sich zu werfen, um die Folgen des Shutdowns zu mindern. Am Horizont zeichnen sich aber bereits schlimme Kollateralschäden – vor allem in einem Bereich – ab.

Auf politischen Druck hin senken die Nationalbanken ihre Zinsen abermals. Jetzt also auch wieder mal das Fed. Das Urteil des Deutschen Bundesgerichts zur Einschränkung der EZB-Anleihenkäufe ist zu begrüssen, wird aber an der neuerlichen Flut billigen Geldes nicht viel ändern. In diesem Umfeld bleibt auch der Schweizerischen Nationalbank nichts anderes übrig, als tief im Negativzinsterritorium zu verharren, will sie nicht, dass der Franken wie ein Sektkorken durch die Decke knallt. Einige Analysten wetten bereits auf die Parität zum Euro. Die ohnehin schwer gebeutelte Exportindustrie ächzt.

Im Inland hat die Geldpolitik jedoch einen gravierenden Nebeneffekt. Waren zu Beginn der Coronakrise noch vorsichtige Stimmen zu hören, die eine Beruhigung der Immobilienblase herbeiredeten, so nehmen die Wohnungs- und Hauspreise erneut den Aufzug. Nach der neusten Studie der Zürcher Kantonalbank ist der Markt seit Corona noch mehr zweigeteilt. Hier der serbelnde Gewerbe- und Büromarkt, dort der Bereich Wohnen als Fels in der Brandung. Wo vor allem die arbeitende Bevölkerung hinströmt, geht es nach kurzem Marschhalt weiter mit den Preisen aufwärts.

Hotspots überall
Die UBS hat mittlerweile Basel und das untere Baselbiet, Lausanne und das Gebiet östlich bis ins Obersimmental, die Region Lugano und Zürich und die ganze Zentralschweiz zum Gefahrengebiet erklärt.

In den letzten zehn Jahren haben sich die Immobilienpreise in Zürich verzehnfacht. Eine gut ausgestattete 4-Zimmer Wohnung mit 110 Quadratmeter Wohnfläche kostet um die 2 Millionen (in Altstetten etwas weniger). Die Flucht in die Sachwerte treibt die seltensten Blüten. Ein langfristige Tragbarkeitsrechnung würde 99% der Bewohner der Schweiz vom Kauf in den Ballungsgebieten und Tourismushotspots ausschliessen. Aber auch im Schweizer Durchschnitts braucht es den Wert von über 7,5 Bruttojahresgehältern, um ein Häuschen zu kaufen.

Rechnen tun sich derartige Preise nur noch bei weiterhin extrem tiefen Hypothekarzinsen und mindestens stabilen Immobilienpreisen. Denn bei einem Gehalt von 100’000 Franken müsste beispielsweise ein junger Familienvater mit Frau und zwei Kindern 25’000 Franken pro Jahr auf die hohe Kante legen, was beim generell hohen Preisniveau schon eine Kunst ist. Dann hätte man sich am Ende seines Berufslebens, aber gerade mal die Hälfte seines Kaufpreises vom Munde abgespart. Die Wohnung würde er seiner Partnerin und seinen Kindern immer noch nicht schuldenfrei übergeben können.

Hier wird sehr schnell klar. Die Zentralbanken begehen je länger je mehr ein Verbrechen an der Zukunft unserer Kinder. Denn bald können sich nur noch diejenigen eine Wohnung oder gar ein Haus leisten, die vom Elternhaus noch ordentlich Eigenkapital als Erbvorbezug mitbekommen.


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