Coronavirus: Elf Prozent weniger Ansteckungen trotz Mutationen

Coronavirus: Elf Prozent weniger Ansteckungen trotz Mutationen

Bern – Die Zahl der positiv ausgefallenen Corona-Tests ist in der Woche vom 18. bis 24. Januar im Vergleich zur Vorwoche um elf Prozent gesunken. Die Lage bleibt laut dem neusten Wochenbericht des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) trotzdem schwer einzuschätzen.

Die Kurve der laborbestätigten Fälle hat sich in der dritten Januarwoche etwas abgeflacht. Vor Wochenfrist hatte das BAG noch einen Rückgang an positiven Tests von über 31 Prozent im Vergleich zur Vorwoche gemeldet.

Inzidenz schweizweit bei 156,3 Infektionen pro 100’000 Einwohner
Die zunehmend entdeckten Fälle mit den Sars-CoV-2-Varianten würden nach wissenschaftlichen Erkenntnissen erhöhte Zahlen erwarten lassen, schreibt das BAG. Insgesamt wurden in der Woche vom 18. bis 24. Januar aber lediglich 13’512 laborbestätigte Fälle gezählt gegenüber 15’190 in der Vorwoche.

Die Inzidenz in den Kantonen und im Fürstentum Liechtenstein lag zwischen 109 Fällen pro 100’000 Einwohner und Woche in Uri und Schaffhausen und 246 im Kanton Wallis. Landesweit lag die Kennzahl bei 156,3 Infektionen pro 100’000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Zwischen dem 18. und 24. Januar wurden dem BAG bis Mittwoch 360 Spitaleintritte im Zusammenhang mit einer laborbestätigten Covid-19-Erkrankung gemeldet (Vorwoche 505). Es sind aber noch Nachmeldungen zu erwarten. Dennoch sei die Abnahme deutlich, hielt das BAG fest.

Auf den Intensivpflegestationen (IPS) lagen im Durchschnitt 327 Personen mit einer Covid-19-Erkrankung. Trotz des Rückgangs blieb die Auslastung der Intensivstationen hoch.

Weniger Todesopfer – aber auf weiterhin hohem Niveau
In der Berichtswoche wurden dem BAG 281 Todesfälle im Zusammenhang mit einer laborbestätigten Covid-19-Erkrankung gemeldet (Vorwoche 317). Dabei bestehen grosse kantonale Unterschiede von 0 bis zu 17,2 Todesfällen pro 100’000 Einwohner. Trotz der erwarteten Nachmeldungen geht das Bundesamt von einer gesunkenen Todeszahl aus, allerdings liegt diese weiter auf hohem Niveau.

Fast elf Prozent mehr Tests
Insgesamt wurden in der Berichtswoche 163’736 Tests durchgeführt. Das sind 10,7 Prozent mehr als in der Vorwoche. Von den molekularbiologischen Tests (PCR-Test) fielen 9,8 Prozent positiv aus, von den Antigen-Schnelltests 8,4 Prozent. Das ist in beiden Testarten ein Rückgang.

Gemäss Meldungen von 24 Kantonen und dem Fürstentum Liechtenstein befanden sich am 26. Januar 15’338 Personen in Isolation und 22’857 in Quarantäne. Zusätzlich waren 2686 Personen in Quarantäne nach der Einreise aus einem Land mit erhöhtem Ansteckungsrisiko. Damit sind diese Zahlen im Vergleich zur Vorwoche gesunken.

Corona-Management: Platz 53 von 98 Ländern
Eine am Donnerstag veröffentlichte Studie des Lowy Institute im australischen Sydney stellt der Eidgenossenschaft in Sachen Corona-Management eine mittelmässige Note aus. Die Schweiz landete in dieser Studie auf Platz 53 von 98 Ländern. Am besten schnitt demnach Neuseeland ab, auf dem letzten Platz landete Brasilien.

Das unabhängige Institut bewertete den Umgang der Länder mit der Pandemie anhand von sechs Kriterien – unter anderem der Zahl der Infektions- und Todesfälle sowie der Testhäufigkeit.

Von der wissenschaftlichen Taskforce des Bundes kam am Donnerstag die Empfehlung, Gesichtsschutzschilde nicht alleine zu verwenden, sondern nur zusätzlich zu Masken und Distanzhalten. Die Schilde würden gemäss Untersuchungen Tröpfchen nicht wirksam abhalten. Der Schutz gegen „luftgetragene Krankheitserreger“ sei weniger wirksam als bei Atemschutzmasken.

Freud und Leid in der Krise
Verschiedene Institutionen meldeten am Donnerstag Auswirkungen der Corona-Krise auf ihre Tätigkeit beziehungsweise Bilanzen. So verzeichnete etwa die Kinderschutzgruppe des Universitäts-Kinderspitals Zürich im vergangenen Jahr eine Zunahme bei den Verdachtsfällen von Kindsmisshandlungen um knapp neun Prozent. In 397 von 592 Fällen bestätigte sich der Verdacht.

Eine wahrscheinliche Ursache ist laut Fachleuten die gestiegene Belastung in den Familien, etwa weil Grosseltern bei der Kinderbetreuung nicht mehr aushelfen konnten oder weil es zu finanziellen Engpässen kam.

Dem Euroairport Basel-Mülhausen verhagelte die Corona-Pandemie die Bilanz. Der Passagierverkehr ist dort im Jahr 2020 um 71 Prozent eingebrochen. Das kleine Plus im Frachtbereich von 2,3 Prozent vermochte diesen Absturz bei weitem nicht zu kompensieren.

Freude herrschte dagegen bei den Betreibern des Schweizerischen Nationalparks im Engadin. Dort wurden im letzten Sommer mit rund 150’000 Personen so viele Besucherinnen und Besucher verzeichnet wie seit rund zehn Jahren nicht mehr. In Scharen kamen die Leute insbesondere wegen der Corona-Pandemie. (awp/mc/ps)

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