Schneesport abseits der Pisten – wildtierfreundlich auf Tour

swisstopo

Bern – Sportliche Aktivitäten in der freien Natur werden im Winter immer beliebter. Für Wildtiere hat diese Entwicklung allerdings oft weitreichende Folgen. Mit der Kampagne «Respektiere deine Grenzen» sensibilisieren das Bundesamt für Umwelt und der Schweizer Alpen-Club zusammen mit einer breiten Trägerschaft die Sportler seit einiger Zeit dafür, sich umsichtig zu verhalten. Die Zusammenarbeit von Schutz- und Nutzerinstitutionen hat sich bewährt und wird intensiviert fortgesetzt, schreiben das Bundesamt, der SAC und swisstopo in einer gemeinsamen Medienmitteilung.

Immer mehr Schneesportlerinnen und -sportler bewegen sich in unberührten Winterlandschaften. Für Wildtiere wie das Birkhuhn oder die Gämse bedeutet dies eine zunehmende  Herausforderung: Tiefe Temperaturen und karges Nahrungsangebot zwingen die Tiere zum Energiesparen. Fluchten im tiefen Schnee kosten besonders viel Energie und können zu einer Schwächung oder im Extremfall zum Tod durch Erschöpfung führen. Die Kampagne «Respektiere deine Grenzen» hat zum Ziel, Schneesportlerinnen und Schneesportler abseits der Pisten für die Bedürfnisse der Wildtiere zu sensibilisieren. Zentrales Element der Kampagne sind vier einfache Regeln, die es zu beachten gilt:

  1. Beachte Wildruhezonen und Wildschutzgebiete: Wildtiere ziehen sich dorthin zurück.
  2. Bleibe im Wald auf den markierten Routen und Wegen: So können sich die Wildtiere an den Menschen gewöhnen.
  3. Meide Waldränder und schneefreie Flächen: Sie sind die Lieblingsplätze der Wildtiere.
  4. Führe Hunde an der Leine, insbesondere im Wald: Wildtiere flüchten vor frei laufenden Hunden.

Tourenplanung unter Berücksichtigung der Wildtiere
Um auch diejenigen Schneesporttreibenden zu erreichen, die nicht in Verbänden organisiert sind, setzt die Kampagne auf strategische Partnerschaften – zum Beispiel mit der Outdoor- und Tourismusbranche. Für das Verkaufspersonal im Outdoor-Handel und für Anbieter von Touren werden beispielsweise Schulungen angeboten, damit sie über die Bedürfnisse der Wildtiere und einen rücksichtsvollen Schneesport Auskunft geben können. Rund achtzig Unternehmen aus der Tourismus- und Outdoorbranche unterstützen die Kampagne über ihre Kommunikationskanäle. Zentrale „Kommunikationsschleusen» sind unter anderem die Stationen der Seilbahnen, sei es für die Auflage von Flyern und Plakaten oder sei es für Standbilder auf Screens.

Schneeschuh- und Skitourenkarten von swisstopo
Ein weiteres Hilfsmittel, sowohl für die Planung zu Hause als auch für die grobe Orientierung im Gelände, sind die Schneeschuh- und Skitourenkarten der swisstopo. Die Karten sind auf die neuesten Führer des SAC abgestimmt und bieten Hand für einen naturverträglichen Wintersport. Eingetragen sind die Wildruhezonen und Wildschutzgebiete gemäss der Definition des Bundesamtes für Umwelt und die weiteren im Winter zu begehenden Wege und Routen. Das gesamte Routennetz wird von den zuständigen kantonalen Behörden auf Wildtierverträglichkeit geprüft. Auf der Kartenrückseite finden Interessierte weitere Informationen zu Wildtieren und umweltverträglichem Verhalten im Winter (Anreise mit ÖV, etc.).

Acht neue Schneeschuh- und Skitourenkarten von swisstopo
Die acht neuen Karten mit Schneeschuh- und Skitourenrouten umfassen Tourengebiete in Graubünden sowie teilweise auch Glarus, St. Gallen und im Tessin (247S Sardona, 248S Prättigau, 249S Tarasp, 258S Bergün, 259S Ofenpass, 268S Julierpass, 276S Val Verzasca, 469S Val Poschiavo). Neben auf Wildtierverträglichkeit geprüften Schneeschuh- und Skitourenrouten sind die bestehenden rechtskräftigen und empfohlenen Wildruhezonen und Wildschutzgebiete sowie die darin zur Begehung erlaubten Wege eingetragen. Zur besseren Verständlichkeit sind die Legenden auf den Karten der swisstopo sowie auf www.respektiere-deine-grenzen.ch neu einheitlich aufeinander abgestimmt.

Kartenportal mit Wildruhezonen und Wildschutzgebieten
Als Werkzeug für die sorgfältige Tourenplanung zu Hause mit Rücksicht auf die Wildtiere hat sich die vom BAFU jährlich aktualisierte Karte auf www.respektiere-deine-grenzen.ch und www.wildruhezonen.ch etabliert. Sie beinhaltet sämtliche Wildruhezonen und Wildschutzgebiete der Schweiz und steht seit Mitte Dezember 2012 wieder aktualisiert zur Verfügung.

Weiterführung der Kampagne bis 2016
Eine gemeinsame Trägerschaft von Schutz- und Nutzer-Institutionen mit der öffentlichen Hand und der Outdoor- und Tourismus-Wirtschaft ist für die Schweiz in dieser Breite einmalig und zeigt Erfolge. Eine erste repräsentative Umfrage im Januar 2012 hat ergeben, dass die Kampagne «Respektiere deine Grenzen» bei 43 Prozent der 1000 Befragten bekannt war. Unter den Personen, die Ski- und Schneeschuhsport abseits der Pisten betreiben, lag der Bekanntheitsgrad bei 63 Prozent. Um die Sensibilisierung für den Wildtierschutz weiterhin zu gewährleisten, führen die beiden Patronatspartner, das Bundesamt für Umwelt BAFU und der Schweizer Alpen-Club SAC, die Kampagne bis 2016 weiter. Zudem soll die Zielgruppe der Freerider verstärkt angesprochen werden. Beibehalten wird der Fokus auf Freizeitaktivitäten im Winter, da diese Jahreszeit für die Wildtiere besonders anstrengend und der Sensibilisierungsbedarf bei den Outdoor-Sportlern daher gross ist. (BAFU/mc/pg)

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