sgv: Politik für KMU – Wertschöpfung für die Schweiz

Hans-Ulrich Bigler
sgv-Direktor Hans-Ulrich Bigler. (Foto: sgv)

Bern – Die Schweiz ist ein Land der KMU. Doch was bedeutet dies ganz genau? Der Wert der KMU zeigt sich nicht bloss in ihren unverzichtbaren Beiträgen für die Wertschöpfung und die Innovation. Auch ihr Beitrag an den sozialen Zusammenhalt der Schweiz ist kaum zu überschätzen. Wer eine Politik für die hoch differenzierten KMU machen will, muss auf ein ordnungspolitisches Konzept setzen, dass die unternehmerische Freiheit in den Mittelpunkt setzt und unnötige Regulierungskosten abbaut.

Hans-Ulrich Bigler, FDP-Nationalrat und Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands sgv und Henrique Schneider, Professor für Allgemeine Volkswirtschaftslehre, haben heute ihr Buch «Wert der KMU» den Medien vorgestellt. In seinem Referat betont Schneider die Vielfalt der KMU. Die Vielfalt sei ein Kapitalstock, auf welchen die KMU zurückgreifen würden, um daraus Ressourcen zu generieren. Ressourcen die sie wiederum einsetzen könnten. Vielfalt sei ein Stock an Humankapital. Mit zunehmenden Austauschbeziehungen nehme er auch zu. Das gelte sowohl für wirtschaftliche als auch für gesellschaftliche Austauschbeziehungen. Deshalb seien die KMU auch überproportional im Milizsystem engagiert: in der Politik, in Vereinen, im Karitativen und in Verbänden.

Politik für die KMU
«Die Vielfalt ist ein eminent wichtiger Erfolgsfaktor für die KMU und für die Schweiz», sagt FDP-Nationalrat Hans-Ulrich Bigler. Damit Vielfalt entstehen kann, müssen gemäss Bigler gewisse Rahmenbedingungen bestehen, wie zum Beispiel: Eine dem Berufsbild gerecht werdende Ausbildung oder Freiheit für die Unternehmerinnen und Unternehmer, welche zu Selbstverantwortung und Innovation führt.

Eine Politik für KMU respektiere und verankere diese Erfolgsfaktoren und halte davon zurück, die Ergebnisse der Marktprozesse im Voraus zu definieren, so Bigler. Politik für KMU bedeute, die Unternehmerinnen und Unternehmer als Trägerinnen und Träger grosser Verantwortung anzusehen und ihnen Handlungsspielraum zuzugestehen.

Natürlich existiere kein Staat ohne jegliche Regulierung. Doch jede Regulierung verursache Kosten. Kosten – für den Staatsapparat, für die Gesellschaft und für die einzelnen Unternehmen. KMU-Politik fokussiere auf die Letzten, nämlich auf die Kosten, welche Regulierungen in den einzelnen Firmen verursachten.

FDP-Nationalrat und sgv-Direktor Bigler folgert: «Wer eine Politik für die hoch differenzierten KMU machen will, muss die unternehmerische Freiheit in den Mittelpunkt stellen, unnötige Regulierungskosten abbauen und das Wachstum des Staatsapparates eindämmen.»

Das neu veröffentlichte Buch «Der Wert der KMU» zeigt den vielfältigen Beitrag der KMU für die Schweizer Wertschöpfung auf – mit Beispielen, anhand von Zahlen und Fakten, und gestützt auf die ökonomische Theorie. Und es macht verständlich, wie Politik für KMU in der Praxis funktioniert. (sgv/mc)

Wert der KMU in der Statistik

  • Die Statistik untermauert den Wert der KMU. Beispiel Lehrstellenquote: Sie setzt die Lernenden ins Verhältnis zu den Arbeitsplätzen. Im schweizweiten Durchschnitt stehen pro 100-Prozent-Arbeitsplätze 4.71 Prozent Ausbildungsarbeitsplätze zur Verfügung.
  • Bei kleinen Unternehmen ist sie mit 6.47 Prozent am höchsten. Ganz generell sind die Kleinunternehmen die dynamischste Kategorie. Auch beim Anteil wachstumsstarker Unternehmen, das
    heisst der Unternehmen, welche innerhalb von drei Jahren mindestens 10 Prozent Beschäftigungswachstum aufweisen, sind sie führend.
  • Fast 60 % des wertmässigen Importvolumens geht auf die KMU zurück. Bei den Exporten ist es immerhin fast die Hälfte. «Damit ist die Mär von der Binnenorientierung der KMU vom Tisch», ist Schneider überzeugt.

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