Strassenbeleuchtung: Die Top-Gemeinden sind zehn Mal effizienter

Kapellbrücke

Kapellbrücke Luzern vor und während der «Earth Hour» 2012. (© WWF Schweiz / Pascal Meier)

Zürich – Die Schweiz hat 13 neue Orte: Schaffhausen und Spiez heissen jetzt Scheffhausen und Spitze, Eglisau und Zug heissen jetzt Egalisau und Verzug. Am Donnerstag hat der WWF die entsprechenden Ortstafeln montiert. Die Namen zeigen, welche Gemeinden bei der Strassenbeleuchtung besonders fortschrittlich sind – und welche noch viel zu tun haben. Mit dieser Aktion macht der WWF Schweiz anlässlich der Earth Hour auf die Stromverschwendung bei der öffentlichen Beleuchtung aufmerksam. Die Bevölkerung ruft er dazu auf, sich bei der eigenen Gemeinde für Stromeffizienz einzusetzen.

Strom für 150 Millionen Franken brauchen die Gemeinden in der Schweiz jedes Jahr für die Strassenbeleuchtung. Es könnten viele Millionen Franken und viele Gigawattstunden Strom weniger sein, wenn alle Gemeinden konsequent auf neuste Technik setzen würden. Mit einer Umfrage bei den Gemeinden bringt der WWF nun Licht ins Dunkel. Die Unterschiede sind riesig: Die ineffizientesten Gemeinden brauchen pro Strassenkilometer fünf bis zehn Mal so viel Energie wie die besten ähnlicher Grösse. Von den 20 grössten Städten schneiden St.Gallen, Uster und Köniz top ab, während Genf, Vernier und Sitten die Öffentlichkeit über ihren Stromverbrauch lieber im Ungewissen lassen (Detailresultate unten).

«Für Stromverschwendung gibt es keine Ausrede mehr»
„Für Stromverschwendung gibt es mit der Energiewende keine Ausrede mehr“, sagt Mirjam Gasser, Projektleiterin beim WWF Schweiz. „Bei der öffentlichen Beleuchtung hat die Technik enorme Fortschritte gemacht. Mit Sanierungen lassen sich bis zu zwei Drittel des Stromverbrauchs einsparen.“ Um den Nachzüglern Dampf zu machen und Pioniere zu stärken, hat der WWF die neuen Ortstafeln aufgestellt. Er macht zudem die öffentliche Beleuchtung zum Hauptthema der diesjährigen Earth Hour.

Grösste Umweltaktion der Welt
Die Earth Hour ist die grösste Umweltaktion der Welt. Sie findet am Samstag, 29. März, statt: Tausende von Städten auf der ganzen Welt löschen um 20.30 Uhr für eine Stunde die Beleuchtung ihrer Wahrzeichen, als Zeichen für mehr Klimaschutz und Energieeffizienz. Letztes Jahr haben 7000 Städte in 152 Ländern mitgemacht. Dabei ist die Earth Hour mehr als ein symbolisches Zeichen. In vielen Ländern werden die Aufmerksamkeit und der Schwung der Earth Hour genutzt, um konkrete Projekte anzustossen. In der Schweiz ruft der WWF die Bevölkerung dieses Jahr auf, sich bei ihrer Gemeinde für eine energieeffiziente öffentliche Beleuchtung einzusetzen. Auf der Earth-Hour-Plattform können die Verbrauchsdaten abgefragt und lobende oder tadelnde Emails an die Gemeinde verschickt werden.

So schneiden die 20 grössten Gemeinden bei der öffentlichen Beleuchtung ab (Werte in Megawattstunden Strom pro beleuchtetem Strassenkilometer und Jahr):

1. St. Gallen (8.5 MWh/km)
2. Uster (10.2 MWh/km)
3. Köniz (11.5 MWh/km)
4. Schaffhausen (12.8 MWh/km)
5. Winterthur (13.1 MWh/km)
6. Lausanne (15.2 MWh/km)
7. Luzern (15.2 MWh/km)
8. La Chaux-de-Fonds (16.2 MWh/km)
9. Lugano (16.6 MWh/km)
10. Basel (16.8 MWh/km)
11. Thun (19.2 MWh/km)
12. Zürich (20.4 MWh/km)
13. Chur (21.5 MWh/km)
14. Freiburg (22.1 MWh/km)
15. Biel (22.7 MWh/km)
16. Bern (23.1 MWh/km)
17. Neuenburg (27.5 MWh)

Verbrauch nicht deklariert:
Genf
Vernier
Sitten

Anmerkung: Je grösser eine Gemeinde ist, desto mehr öffentliche Beleuchtung braucht es im Schnitt pro Einwohner.

Auf der Earth Hour Webseite erfahren Sie, wie gut einzelne Gemeinden abschneiden. Einwohner können dort direkt ihrer Gemeinde schreiben und sie für gute Energieeffizienz loben oder für Stromverschwendung tadeln:
www.wwf.ch/earthhour

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