VP Bank: Chinas Senkung der Mindestreservesätze überrascht nicht

Thomas Gitzel

Thomas Gitzel, Senior Economist (Emerging Markets) der VP Bank.

Vaduz – Die chinesische Notenbank kürzte am Wochenende die Mindestreservesätze um 50 Basispunkte. Für grosse Banken liegt nun der neue Satz bei 20 Prozent, für kleinere Banken bei 18 Prozent. Die Kürzungen treten am 18. Mai in Kraft.

Analyse von Thomas Gitzel, Senior Economist (Emerging Markets) der VP Bank

«Die Senkung der Mindestreservesätze kommt nicht überraschend. Überraschend ist vielmehr, dass die Notenbank so lange wartete. Die deutlich gefallene Inflationsrate hätte schon in den vergangenen Monaten Schritte der Notenbank gerechtfertigt. In Anbetracht der schwachen Daten für den April kam die Notenbank aber nun unter Zugzwang. Die Industrieproduktion, die Einzelhandelsumsätze und der Aussenhandel enttäuschten. Bis die Kürzungen wirken, dürfte aber einige Zeit verstreichen. Der Notenbank wird es nicht gelingen, ein schwaches Wachstum im ersten Halbjahr zu verhindern. Zuviel Optimismus ist deshalb fehl am Platz. Weitere Kürzungen der Zentralbank dürften nicht lange auf sich warten lassen.»

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