VP Bank – Spotanalyse Deutschland: Exporte leiden auch unter Materialmangel

Thomas Gitzel
von Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank. (Foto: VP Bank)

Jetzt erwischt es die Exporte

Vaduz – Die deutschen Exporte sind im August gegenüber dem Vormonat um 1.2 % zurückgegangen.

Es war nur eine Frage der Zeit, ehe es die Exporte treffen würde. Wenn aufgrund von Materialmangel weniger produziert wird, kann ab einem gewissen Zeitpunkt weniger exportiert werden. Dieser Zeitpunkt ist im August erreicht worden.

Die Exporte leiden unter den fehlenden Vorprodukten. Damit reisst die langanhaltende Serie positiver Exportzuwächse. Die Ausfuhren lagen fünfzehn Mal in Folge im jeweiligen Monatsvergleich im Plus. Im August ist damit Schluss. D

Die Exportdaten passen in eine Woche schlechter Nachrichten für die Deutsche Industrie. Die Auftragseingänge und die Industrieproduktion für August, die ebenfalls diese Woche bekannt wurden, waren ebenfalls rückläufig.

In Zeiten der Knappheit gilt der genaue Blick den Importen. Sie legen immerhin um 3.5 % im Monatsvergleich zu. Im Vormonat waren die Einfuhren unerwartet stark um 3.8 % zurückgegangen. Zumindest kamen in Deutschland wieder mehr Waren an.

Die Weltwirtschaft wird auf Erholungskurs bleiben. Davon wird die deutsche Exportwirtschaft profitieren. Doch davon einmal abgesehen, allein die aufgrund des Materialmangels liegengebliebenen Aufträge sprechen für ein kräftiges Anziehen der Exporte – zumindest mittelfristig.

Das Exportwachstum wird sich aber erst einstellen, wenn der Materialfluss wieder läuft. Gesetzt den Fall, dass im Laufe des kommenden Jahres wieder genügend Vorprodukte zur Verfügung stehen, hat die deutsche Exportwirtschaft ihre Glanzzeiten erst noch vor sich. (VP Bank/mc/ps)

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