Aktionsplan soll Abhängigkeit von Ratingagenturen verringern

Ratingagenturen

(Bild: Atelier W. – Fotolia.com)

Bern – Die Schweiz will die Abhängigkeit des Finanzsystems von Ratingagenturen verringern und legt dafür einen Aktionsplan vor. Die Finanzkrise habe gezeigt, dass eine übermässige Abstützung auf Ratings die Finanzstabilität gefährden könnten, teilte das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) am Dienstag mit. Der Aktionsplan solle diese Gefahr reduzieren und damit entsprechende Prinzipien des Financial Stability Board (FSB) umsetzen.

Die Verwendung von Ratings der Kreditratingagenturen (CRA) in regulatorischen Vorschriften und Verträgen im Finanzbereich könne bei Ratingänderungen zu «automatischen und übermässigen Marktreaktionen» führen, so das SIF. Das FSB, dem auch die Schweiz angehört, hatte 2010 Prinzipien zur Reduktion der Ratingabhängigkeit publiziert und 2013 einen Bericht über deren Umsetzung. Allerdings sei es nicht das Ziel, die Verwendung von CRA Ratings generell zu unterbinden.

Entwicklung von Alternativen zu Ratings der Agenturen
In Schweizer Gesetzen und Regulierungen seien nur wenige Referenzen auf Ratings festgestellt worden. Zur Verringerung der «Ratingabhängigkeit» seien deshalb vor allem die internationalen Finanzmarktregulierungsstandards anzupassen sowie Alternativen zu den Ratings der Agenturen zu entwickeln. Der Aktionsplan sehe dazu ein «aktives Engagement» in den zuständigen internationalen Gremien vor.

Auf nationaler Ebene sei keine umfassende Gesetzesrevision, aber einzelne «gezielte regulatorische Schritte» geplant. So sollen etwa Referenzen auf die Kreditratings aus der Kollektivanlagenverordnung der FINMA entfernt werden. Zudem setzen die Behörden auf den Dialog mit Finanzmarktteilnehmern zwecks Erfahrungsaustauschs über Alternativen zu CRA Ratings und einer Sensibilisierung für mögliche Risiken. (awp/mc/ps)

 

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