Alcon ersetzt Julius Bär im Swiss Market Index

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(Bild: Alcon)

Zürich – Die Abspaltung des Augenheilsparte Alcon vom Mutterkonzern Novartis und dessen Kotierung an der Schweizer Börse SIX führt nächste Woche zu Anpassungen der Börsenindizes. Laut Analysten werden SMI und SLI dadurch noch pharma- und medtech-lastiger.

Die Aktien von Julius Bär fallen für die neu aufgenommenen Alcon-Titel aus dem 20 Titel umfassenden SMI (Swiss Market Index). Im Leitindex werden dann aus der Branche nur noch die beiden Grossbankenpapiere von Credit Suisse und UBS vertreten sein.

Zu Veränderungen kommt es dadurch auch bei weiteren Indizes: Im 30 Titel umfassenden SLI (Swiss Leader Index) verdrängt Alcon die Titel von Dufry; und aus dem Mid-Cap-Index (SMIM) fallen die Papiere des Backwarenkonzerns Aryzta. Zudem verlassen Adecco den SPI Large und Meyer Burger den SPI Mid.

Als Kriterien für die Aufnahme und den Ausschluss zieht die Indexkommission der Schweizer Börse die durchschnittliche Free-Float-Börsenkapitalisierung sowie die Liquidität eines zurückliegenden Jahres heran.

Unterschiedliche Termine
Die betroffenen Indizes werden zum 9. April und 10. April 2019 ausserordentlich angepasst, wie die SIX am Dienstagabend mitteilte. Die Aufnahme von Alcon in den SMI erfolgt dabei auf den 9. April, der Ausschluss von Julius Bär dagegen erst am 10. April. Dass der Wechsel nicht am gleichen Tag erfolgt, hat technische Gründe, wie ein Sprecher der SIX gegenüber AWP erklärte.

Der Börsengang von Alcon ist einer grössten in Europa im laufenden Jahr. Die Schweizer Börse hatte bereits früher angekündigt, dass Alcon ausserplanmässig in den Leitindex aufgenommen werde. Offen war jedoch, wer den SMI verlassen muss und welche Auswirkungen das auf die weiteren Indizes hat.

Mehr Gewicht für Novartis/Alcon
Durch die Aufnahme von Alcon wird der Pharma-/Medtechanteil im SMI und SLI grösser, wie die Analyten der ZKB vorrechnen. Denn bislang wurde Novartis (inklusive Alcon) im SMI auf 18 Prozent gekappt, im SLI auf 9 Prozent.

Laut den ZKB-Schätzungen dürfte Alcon eine Gewichtung von rund 2,3 bis 3,5 Prozent im SMI einnehmen. Weil Novartis bei 18 Prozent gekappt bleibe, kämen Novartis und Alcon zusammen nun auf eine Gewichtung von 20 bis 21,5 Prozent. Im SLI komme zum gekappten Novartis-Anteil von 9 Prozent nun ein Anteil von Alcon von 3,5 bis 4,5 Prozent hinzu, hiess es weiter.

Mit Roche und Lonza (SMI) sowie Sonova und Vifor Pharma (SLI) sind weitere Pharma- und Medtechpapiere in den Top-20 und Top-30-Indizies vertreten.

Julius Bär-Aktien im Zuge von Übernahmefantasien gesucht
Angesichts des Ausscheidens aus dem SMI müssten die Aktien von Julius Bär am Mittwochnachmittag eigentlich unter Verkaufsdruck stehen. Dass sich die Aktien stattdessen einer regen Nachfrage erfreuen, begründen Händler mit Übernahmefantasien. Bis Börsenschluss gewinnen Julius Bär Namen bei stark anschwellenden Umsätzen 4,0 Prozent auf ein Tageshöchst von 43,28 Franken. UBS Namen steigen um 1,5 Prozent auf 12,50 Franken. Der Gesamtmarkt (SMI) notiert im Gegenzug um 0,4 Prozent über dem Schlussstand vom Vortag.

Händler verweisen dabei auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, wonach die UBS strategische Möglichkeiten in der Vermögensverwaltung auslote und dabei eine Übernahme der deutschen DWS geprüft habe. Im hiesigen Berufshandel wird auch Julius Bär als ein potenzielles Übernahmeziel für die UBS oder eine andere Grossbank genannt. Spekulationen zufolge ist Julius Bär auf der Suche nach einem neuen Firmenchef. Es sei nicht auszuschliessen, dass diese Suche gar in einem Verkauf des Unternehmens ende. Das wiederum sorge für Fantasie, heisst es weiter. In den letzten Jahren wurde schon der Credit Suisse gerüchtweise ein Interesse an Julius Bär nachgesagt.

Nachdem den Valoren von Julius Bär 2018 die undankbare Rolle des Schlusslichts unter den SMI-Titeln zuteil wurde, zählen sie mit einem Plus von knapp 23 Prozent zu den diesjährigen Gewinnern. (awp/mc/pg)

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