Allianz peilt profitables Wachstum und höhere Dividenden an

Allianz
(Bild: Allianz)

München – Die Allianz will das Wachstum in den kommenden Jahren etwas beschleunigen. Da der Konzern zudem höhere Margen im operativen Geschäft erzielen und Aktien zurückkaufen will, soll der Gewinn je Anteil stärker als der Umsatz zulegen, wie der Konzern am Freitag in München mitteilte. Die Allianz kündigte zudem weiter steigende Dividenden an. Der in Aussicht gestellte Umsatz und die erwarteten Gewinnzuwächse sowie das Plus bei den Dividenden liegen im Rahmen der Analystenerwartungen. Die zuletzt schlecht gelaufene Aktie legte in den ersten Handelsminuten deutlich zu.

Der Umsatz soll bis 2024 auf mehr als 160 Milliarden Euro ansteigen. Das wäre ein Plus von drei bis vier Prozent jährlich. Im laufenden Jahr rechnet der Konzern mit einem Erlös zwischen 140 und 145 Milliarden Euro. Damit legte der Umsatz zwischen 2018 und 2021 im Schnitt um rund drei Prozent zu und deutlich stärker als in den Vorjahren. Der Gewinn je Aktie soll dabei zwischen fünf und sieben Prozent jährlich auf rund 25 Euro im Jahr 2024 steigen – und damit in etwa so hoch wie zuletzt, zumindest wenn man die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie ausklammert.

Operativer Gewinn soll jährlich um 4% steigen
Der operative Gewinn soll in den kommenden Jahren im Schnitt um vier Prozent auf mehr als 14,5 Milliarden Euro im Jahr 2024 zulegen. Das operative Ergebnis im Geschäft mit Sach- und Unfallversicherungen – dem wichtigsten Gewinnbringer des Konzerns – soll dabei im Schnitt um sechs Prozent auf 6,6 Milliarden Euro klettern. In der Lebens- und Krankenversicherungssparte wird ein Anstieg des operativen Gewinns im Schnitt von drei Prozent auf 5,3 Milliarden Euro erwartet. Und auch in der Vermögensverwaltung wird ein höheres operatives Ergebnis erwartet – und zwar im Schnitt um fünf Prozent auf 3,7 Milliarden Euro.

Bereits am Donnerstagabend hatte die Allianz angekündigt, die Dividende in den kommenden Jahren immer um mindestens fünf Prozent anheben zu wollen. Zudem will der Konzern weitere Aktien zurückkaufen, wenn überschüssiges Kapital vorhanden ist. So wird der Gewinn je Aktie gesteigert. Durch den am Freitag angekündigten Verkauf von Risiken im US-Lebensversicherungsgeschäft setzt die Allianz schon einmal 3,6 Milliarden Euro frei.

Nach einer Dividende von 9,60 Euro je Aktie für 2019 und 2020 dürfen sich die Aktionäre also auf mindestens 10,08 Euro für das laufende Geschäftsjahr freuen. Von Bloomberg befragte Analysten gehen derzeit aber ohnehin von einem höheren Wert aus – nämlich 10,50 Euro. Die Allianz hat ihre Dividende zwischen 2013 und 2019 jährlich gesteigert, teilweise im prozentual zweistelligen Bereich. Für das Corona-Jahr 2020 wurde die Ausschüttung stabil gehalten.

Derweil ändert sich die Bemessungsgrundlage für die Ausschüttung etwas: Sie beträgt weiter 50 Prozent des auf die Anteilseigner entfallenden Gewinns, fortan aber bereinigt um aussergewöhnliche und volatile Elemente. Die Dividendenpolitik stehe zudem unter der Bedingung einer nachhaltigen Solvency-II-Kapital-Quote von künftig nur noch mehr als 150 Prozent, ohne Berücksichtigung von Übergangsmassnahmen.

Bisher hatte die Allianz die Dividendenpolitik an eine höhere Kapitalquote gekoppelt. Der finanziell gut ausgestattete Konzern hat damit künftig mehr Spielraum für steigende Dividenden, auch wenn die Kapitalquote mal niedriger als der angepeilte Wert ausfällt. Die Allianz rechnet bei dieser Grösse, mit der die Kapitalkraft eines Versicherers gemessen wird, in den kommenden Jahren mit einem Wert von mehr als 180 Prozent.

Wertvollster europäischer Versicherer
Die Allianz-Aktie stieg zuletzt um 1,7 Prozent auf 200,70 Euro. Das Papier gehört bisher aber zu den schwächeren Werten im Dax und unter den europäischen Versicherern. Bis zum Xetra-Schluss am Donnerstag büsste das Papier im bisherigen Jahresverlauf fast zwei Prozent ein, während der deutsche Leitindex und der Stoxx 600 Insurance deutlich zulegten. Mit einem Börsenwert von knapp 82 Milliarden Euro ist die Allianz dennoch weiter der wertvollste europäische Versicherer – gefolgt von der Axa (61 Mrd Euro) und der Zurich (57 Mrd Euro). (awp/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.