Assura muss im 2021 Corona-Leistungen mit Reserven decken

Ruedi Bodenmann
Assura-CEO Ruedi Bodenmann. (Foto: Assura)

Pully/Lausanne – Der Krankenversicherer Assura hat im Jahr 2021 weniger Prämien eingenommen und gleichzeitig sind die vergüteten Leistungen angestiegen. Zur Deckung der zusätzlichen Corona-Gesundheitskosten zapfte Assura die Reserven an.

Das Prämienvolumen ging im letzten Jahr um knapp 3 Prozent auf 3,83 Milliarden zurück, wie Assura am Mittwoch mitteilte. Der grösste Teil davon, 3,47 Milliarden, flossen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu. Unter dem Strich verblieb nach Anpassungen der Reserven ein Gewinn von 12,4 Millionen Franken (VJ 6,3 Mio).

Corona-Kosten belasten
Während die Prämieneinnahmen zurückgingen, nahm der Leistungsaufwand um 1,2 Prozent auf 2,68 Milliarden Franken zu. Zudem fiel auch der Betriebsaufwand höher aus. Als Folge davon wies Assura erneut ein negatives versicherungstechnisches Ergebnis von 73,2 Millionen Franken nach einem Minus von 13,2 Millionen im Jahr 2020 aus.

Der starke Anstieg bei den Leistungen sei auf die Corona-Pandemie zurückzuführen, hiess es. Die Gruppe habe die Impfungen ihrer Versicherten mit 33 Millionen Franken und die Spitalaufenthalte infolge Covid-19-Infektionen mit mehr als 43 Millionen finanziert. Hinzu kamen noch Kosten von Behandlungen, die wegen der Pandemie im 2021 nachgeholt werden mussten.

Profitieren konnte Assura von der guten Entwicklung an den Finanzmärkten. Mit +3,5 Prozent habe man eine gute Anlageperformance erzielt, so die Mitteilung.

Weiterhin gut kapitalisiert
Die Prämieneinnahmen hätten im vergangenen Jahr nicht dazu ausgereicht, um den durch die Pandemie verursachten Anstieg der Leistungen zu decken, schreibt Assura weiter. Deshalb habe man auf die Reserven zurückgreifen müssen und so sei die Solvenzquote um 20 Prozentpunkte auf 130 Prozent zurückgegangen.

Eine Solvenzquote, die 30 Prozentpunkte über dem gesetzliche Minimum liege, reiche aber dazu aus, um ausserordentliche Kosten zu decken, ist Assura-Chef Ruedi Bodenmann laut Mitteilung überzeugt. «Assura beabsichtigt nicht, mehr Reserven als notwendig zu akkumulieren.» Im letzten Jahr wurden 30 Millionen Franken an Überschüssen an Versicherte zurückerstattet.

Die schweizweit bei allen Krankenversicherern bereit liegenden Reserven von kumuliert rund 3,4 Milliarden Franken und die im Durchschnitt bei 207 Prozent liegende Solvenzquote sind laut Baumann zu hoch. «Reserven sind notwendig, es gibt jedoch keinen Grund, sie auf einem derart hohen Niveau zu halten.»

Jeannine Pilloud neu im Verwaltungsrat
Prominenten Zuwachs gab es im Assura-Verwaltungsrat: Am vergangenen Montag wurden an den Generalversammlungen der Assura-Gesellschaften die frühere Ascom-Chefin und SBB-Managerin Jeannine Pilloud sowie Kelly Richdale gewählt. Aus dem Gremium ausgetreten ist dagegen Sandra Hauser. (awp/mc/pg)

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