Bâloise steigert Reingewinn im Halbjahr um über 40%

Martin Strobel

Bâloise-CEO Martin Strobel. (Foto: Bâloise)

Basel – Die Bâloise hat im ersten Halbjahr 2014 einen Gewinnsprung geschafft – dank guter Erträge aus dem Lebengeschäft, eines operativ soliden Nichtleben-Bereichs und profitablem Wachstum in den Kernmärkten. In der Folge wurden die Ziele für das Gesamtjahr bestätigt. Analysten beurteilen die überraschend publizierten ersten Halbjahreszahlen als «stark» und «über den Erwartungen». An der Aktienbörse sind die Bâloise-Titel deutlich gesucht und führen in einem festeren Markt die Gewinnerliste im SMI/SLI mit grossem Vorsprung an.

Der Semestergewinn sei um mehr als 40% auf über 340 Mio CHF gestiegen, teilt der Versicherer vorab am Dienstag mit. «Besonders erfreulich» haben sich gemäss Mitteilung die Erträge im Lebengeschäft entwickelt. Trotz des deutlichen Zinsrückgangs habe das Lebengeschäft im Berichtszeitraum «gute Resultate» erwirtschaftet. Dabei habe man von Gewinnen auf den Zinsabsicherungsinstrumenten und den bereits in der Vergangenheit getätigten Reserveverstärkungen aufgrund des Tiefzinsumfeldes profitiert, so die Mitteilung weiter.

Konkret seien Bewertungsgewinne im Zusammenhang mit Swaptions in die Erfolgsrechnung eingeflossen, sagte Pressesprecher Dominik Müller im Gespräch mit AWP. «Zudem hat sich das Kollektiv-Lebengeschäft in der Schweiz, insbesondere das Risiko-Geschäft stark entwickelt.» Bâloise habe davon profitiert, dass autonome oder teilautonome Lebensversicherer angesichts des Tiefzinsumfeldes entweder eine Vollversicherungslösung anstrebten oder sich auf den Sparteil konzentrierten und den Risikoteil rückversichern liessen – beispielsweise bei der Bâloise, führte Müller aus.

Tiefe Schadenlast und Portfolio-Verbesserungen
Das Nichtleben-Geschäft sei von einer ausserordentlich tiefen Schadenbelastung in der Schweiz und guten operativen Ergebnissen in den Auslandmärkten begünstigt worden. Für das erste Semester 2014 rechnet die Gruppe gemäss Mitteilung mit einem Schaden-Kostensatz (Combined Ratio) netto von knapp über 93%. Im ersten Halbjahr 2013 belief sich die Combined Ratio auf 94,5%, im Volljahr 2013 auf 94,9%. Im ersten Halbjahr 2014 habe die Gruppe «ein gutes Wachstum in ihren Kernmärkten und Zielsegmenten» verzeichnet, hiess es weiter.

Der Grossschaden-Verlauf sei gegenüber der Vergleichsperiode der Vergleichsperiode allerdings «plus, minus stabil» geblieben, führte Müller aus. «Hingegen konnte die Portfolioqualität verbessert werden, was sich auch in einer besseren Combined Ratio niedergeschlagen hat.»

Ziele bestätigt
Dank des als «stark» eingestuften Semesterergebnisses sieht sich das Management des Versicherers in der strategischen Ausrichtung der Gesellschaft bekräftigt. Die Bâloise sei «bestens» aufgestellt, ihre Zielsetzungen zu erreichen. Dies sind ein Schaden-Kostensatz von 93% bis 96%, eine Neugeschäftsmarge von über 10% und eine Eigenkapitalrendite von 8% bis 12%.

Aktie haussiert – leise Kritik an Zielsetzungen
Bâloise habe mit dem starken Gewinnanstieg überrascht, auch die Combined Ratio sei besser als allgemein erwartet, ist der Tenor in ersten Analystenkommentaren. Die Zahlen werden von Analysten denn auch einhellig als «stark» und «über den Erwartungen» eingestuft. Allerdings bleibe abzuwarten, welchen Anteil an der Gewinnsteigerung die Erträge auf Zinsabsicherungsinstrumenten genau gehabt hätten und welcher Anteil aus dem zugrundeliegenden Geschäft gekommen sei, so Marktbeobachter. Dominik Studer von der Bank J. Safra Sarasin kritisiert allerdings, dass die Zielsetzungen für das Ganzjahr «einmal mehr nur bestätigt» wurden.

An der Börse sind die Bâloise-Aktien stark gesucht und notieren um 11 Uhr um 4,5% höher auf 112,90 CHF. Damit liegt die Aktie des Versicherers allerdings wieder unter dem Tageshoch bei 114,70 CHF. Gehandelt wurden bislang rund zwei Drittel eines durchschnittlichen Tagesumsatzes. Der Gesamtmarkt, gemessen am Swiss Performance Index, steigt um 0,90%.

Das endgültige Halbjahresergebnis wird die Bâloise am 28. August präsentieren. (awp/mc/pg)

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