Bank Coop steigert Bruttogewinn im Halbjahr um 24%

Andreas Waespi

Andreas Waespi, CEO der Bank Coop. (Foto: Bank Coop)

Basel – Die Bank Coop weist für das erste Halbjahr 2012 eine starke Gewinnsteigerung aus, die allerdings weitgehend dem Wegfall der Kosten für die IT-Migration zu verdanken ist. Die schweizweit tätige Tochter der Basler Kantonalbank (BKB) konnte zudem in den vergangenen sechs Monaten nicht zuletzt dank dem zinsgünstigen «Sparkonto Plus» deutlich mehr Kundengelder anziehen.

Der Bruttogewinn verbesserte sich im ersten Halbjahr 2012 gegenüber dem unbereinigten Ergebnis der Vorjahresperiode um 24% auf 45,4 Mio CHF, wie die Bank Coop mitteilte. Im Vorjahr hatten die IT-Migrationskosten noch 7,4 Mio CHF ausgemacht. Vor Jahresfrist hatte die Bank Coop den Bruttogewinn zudem um die IT-Migration bereinigten mit 44,1 Mio CHF ausgewiesen: Auf dieser Grundlage würde die Gewinnsteigerung 2012 noch 2,9% ausmachen.

Der Reingewinn der BKB-Tochter verbesserte sich gegenüber dem unbereinigten Vorjahresergebnis gar mit einem Plus von 47% auf 34,4 Mio CHF. Neben dem Abschluss der IT-Migration wirkten sich auch der Verkauf der Beteiligung an dem Tessiner Lagerhaus Magazzini Generali con Punto Franco positiv aus, der mit einem Erlös von 3,2 Mio CHF im ausserordentlichen Ertrag enthalten ist.

Verbessertes Zinsengeschäft
Insgesamt erwirtschaftete die Bank in den ersten sechs Monaten des Jahres einen Betriebsertrag von 120,0 Mio CHF, was einem Anstieg von 2,7% zum ersten Halbjahr 2011 entspricht. Einen positiven Beitrag leistete vor allem das Zinsengeschäft, wo der Bank – trotz der rekordtiefen Zinsen – eine Steigerung des Erfolgs von 3,0% auf 78,1 Mio CHF gelang.

Weniger positiv verlief das Wertschriften- und Anlagegeschäft, nachdem die Schulden- und Finanzkrise in Europa zu einer grossen Zurückhaltung der Anleger führte, wie die Bank schreibt. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft sank um 2,0% auf 33,3 Mio CHF. Dagegen konnte die Bank im Handelsgeschäft um 10% auf 6,2 Mio CHF zulegen, was vor allem «soliden Einnahmen aus dem Devisen- und Sortenhandel» zu verdanken war.

Die Aufwandsseite ist von dem 2011 erfolgten Abschluss der Informatikumstellung auf Avaloq geprägt. Zudem führte die Bildung der «zentralen Kreditverarbeitung» im Konzern BKB per Anfang Jahr zu einem deutlichen Rückgang der Personalkosten, die von den Konzerneinheiten bezogenen Leistungen werde dafür nun aber über die Sachkosten verrechnet. Insgesamt sank der Geschäftsaufwand um 7,0% auf 74,1 Mio CHF.

Attraktives Sparkonto
Die Bilanzsumme der Bank Coop expandierte im Vergleich zum Jahresende 2011 um 3,8% auf 15,35 Mrd CHF. Besonders stark präsentierte sich der Anstieg bei den Kundengeldern, wo die Bank Coop mit einem Wachstum um 7,3% auf 10,5 Mrd CHF erstmals die Grenze von 10 Mrd CHF übertreffen konnte. Massgeblich für den starken Anstieg war wie im Vorjahr das mit attraktiven Zinssätzen lockende «Sparkonto Plus», das einen Volumenzuwachs um über 400 Mio CHF auswies.

Bei den Hypotheken betrug das Wachstum 1,5% auf 12,33 Mrd CHF. Hypotheken würden selektiver vergeben und entsprechende Risiko-/Renditeüberlegungen verstärkt berücksichtigt, so die Bank Coop. Nachgefragt würden vor allem mittel- und langfristige Festhypotheken. Für Wertberichtigungen, Rückstellungen und Verluste verbuchte die Bank 0,6 Mio CHF (Vorjahr: 0,4 Mio).

Leicht besseres 2012 erwartet
Für das zweite Halbjahr erwartet die Bank weiterhin eine angespannte Situation im europäischen Wirtschaftsraum und Unsicherheiten an den Finanzmärkten. Aufgrund des Wegfalls der IT-Migrationskosten rechne man für das Geschäftsjahr 2012 dennoch mit einem «leicht besseren» Jahresergebnis als im Vorjahr, heisst es in der Mitteilung. (awp/mc/pg)

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